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Kommentar zu Rot-Grün-Rot in Berlin Eine Alternative für Deutschland

Gereon Asmuth

Kommentar von

Gereon Asmuth

Die drei Parteien haben nach der Wahl eine Mehrheit in Berlin. Sie könnten nun zeigen, dass diese Koalition auch eine Option für den Bund ist.

D ie gesellschaftliche Linke hat ein altes Problem: Sie ist immer so kritisch. Gegenüber allem, was rechts, extrem rechts oder gar rechtsextrem ist. Da sind sich alle einig. Noch mäkeliger aber werden sie, wenn sie sich an den Positionen anderer Linker reiben. Weil es ja ums Detail geht. Und ums große Ganze. Da streitet die SPD mit der Linkspartei, die Linkspartei mit den Grünen und die Grünen mit der SPD.

Und dann koaliert, wer kann, mit der CDU. So wie in Mecklenburg-Vorpommern, wo sich die SPD gerade für ein Weiter-mit-der-Union entschieden hat – und gegen die Linkspartei.

In Berlin muss man daher fast schon der AfD danken. Denn der vehemente Einzug der extrem rechten Populisten ins Abgeordnetenhaus hat den angenehmen Nebeneffekt, dass es für die klassische Große Koalition einfach nicht mehr reicht. Und dass sich SPD, Grüne und Linke nun einfach mal zusammenraufen müssen, weil alles andere zwar theoretisch möglich, politisch aber Unfug ist.

Damit bekommt das seit Jahren in diversen Strategierunden avisierte Projekt „R2G“ endlich das notwendige Referenzobjekt. Denn diesmal geht es nicht nur um ein exotisches Randphänomen wie Thüringen, wo die Linke sogar eine Koalition führen darf.

Diesmal geht es um die Hauptstadt. Die im Jahr 2016. Und natürlich auch die im Jahr 2017 – wenn der Bundestag neu gewählt werden wird.

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Ein Dreierbündnis, das künftig in Berlins Rotem Rathaus regieren darf, steht somit in besonderer Verantwortung. Es geht nicht nur darum, den kommunalen Wohnungsbau wieder anzukurbeln, um dem Mietenwahnsinn etwas entgegenzusetzen. Es geht nicht nur um mehr Radwege für den ökologischen Wandel in der Metropole. Es geht auch nicht nur um den viel beschworenen Erhalt der offenen Gesellschaft in Berlin.

Es geht bei alldem immer auch darum, dass es möglich ist. Dass ein linkes Dreierbündnis unter Führung der SPD regieren kann – als echte Alternative für Deutschland.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Gereon Asmuth

Gereon Asmuth Ressortleiter taz-Regie

Leiter des Regie-Ressorts, das die zentrale Planung der taz-Themen für Online und Print koordiniert. Seit 1995 bei der taz. 2000 bis 2005 stellvertretender Leiter der Berlin-Redaktion. 2005 bis 2011 Leiter der Berlin-Redaktion. 2012 bis 2019 Leiter der taz.eins-Redaktion, die die ersten fünf Seiten der gedruckten taz produziert. Hat in Bochum, Berlin und Barcelona Wirtschaft, Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation und ein wenig Kunst studiert. Mehr unter gereonasmuth.de. Bluesky:@gereonas.bsky.social Mastodon: @gereonas@social.anoxinon.de Foto: Anke Phoebe Peters
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3 Kommentare

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  • Querdenker

    Auf der Bühne bekämpfen sie sich und hinter der Bühne trinken sie gegenseitig schulterklopfend miteinander ein Bier!

    Alles nur eine Show!

  • 8G
    849 (Profil gelöscht)

    Soweit mir bekannt ist, hätte eine Koalition aus SPD, Linken und den Grünen im heutigen Bundestag 320 Sitze gegenüber 311 für CDU/CSU. Wozu also bis zur Bundestagswahl warten?

  • meerwind7

    Das nette daran ist, dass bei neun Senatsposten die SPD nur noch zwei Senatoren stellen kann, die beiden anderen je drei Senatoren, falls es eine dem Wähleranteil angemessene Verteilung gibt.