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Kommentar über Weserburg Was das Museum braucht

Kommentar von

Jan Zier

Der Streit um das Museum Weserburg gewinnt an Unterhaltungswert. Entscheidungen sind nicht in Sicht. Dabei ist klar, was nötig ist.

D er Streit um die Zukunft der Weserburg gewinnt immer mehr an Unterhaltungswert. Das ist fast das einzig Positive, was sich noch sagen lässt. Gewiss: Der sich abzeichnende Verbleib von Museum und GAK auf dem Teerhof ist eine sehr gute Lösung. Aber das Schauspiel drumrum ist eine Provinzposse.

Der Rücktritt des von der SPD entsandten Stiftungsratsvorsitzenden Klaus Sondergeld wäre da nur der nächste – sinnvolle – Schritt. Was das Museum auf diesem wichtigen Posten braucht, ist jemand, der sich für Kunst interessiert und dem der Erhalt der Weserburg als Museum ein echtes Anliegen ist. Und der notfalls dafür streitet, gegen die Stadt, so wie einst das Marcks-Haus.

Was die Weserburg noch braucht? Keine weiteren Gutachter, die nur für viel Geld abschreiben, was man sich selbst auch gedacht hat. Keine Berater, die als Parteifreunde einfach nur ein bezahltes Pöstchen brauchen. Schnell einen neuen Direktor, der die guten Ideen von Peter Friese fortsetzt – etwa mit Jungen Sammlungen. Und einen Umbau, der nicht wahnsinnig aufwendig sein muss, aber einen netteren Empfang schafft und das Studienzentrum für Künstlerpublikationen angemessen unterbringt. Wenn dann dafür eine Etage vermietet wird – okay.

Die Weserburg, aber auch die rot-grüne Politik haben die nötigen Entscheidungen lange verschleppt, bis heute. Die Zeit arbeitet aber gegen das Museum. Jetzt muss es endlich mal gerettet werden – notfalls in den Koalitionsverhandlungen.

Nach dem Erfolg der AfD bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt bangen viele Menschen um die Zukunft, es droht die erste AfD-Regierung. Das wäre eine (weitere) Zäsur für Deutschland. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Jan Zier

JAN ZIER, Jahrgang 1974, Lokalredakteur, Chef vom Dienst & Fotograf in Bremen, 2004 - 2023 bei der taz in Bremen. Schwerpunkte: Parteipolitik, Recht & Justiz, zeitgenössische Kunst & Kultur Promotion über die Rolle der Nationalen Parlamente in der EU
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