Kommentar US-Olympiastar Jenner : Transphobie ist biologistischer Mist
Bruce Jenner sagt, er sei eine Frau. Die Schauspielerin Alice Eve kommentiert das so, dass man Frau zu sein nicht spielen könne.
B ruce Jenner gab letztes Wochenende ein Interview. Ein exklusives Interview mit der amerikanischen Queen der intimen Gespräche: Diane Sawyer. Jenner ist vor allem als 70er-Olympia-Zehnkampfstar und als Elternteil der Kardashian-Kinder bekannt. Jenner sagt im Gespräch mit Sawyer: „Ich bin eine Frau.“
Und schon beginnt die Meute, sich das Maul zu zerreißen. Die Kardashians und Jenner täten alles für eine gute Geschichte – alles. So schrieb die britische Schauspielerin Alice Eve auf Instagram: „Frauen können nicht zum Zehnkampf antreten. Du wärst nur ein frustrierter junger Athlet, der keine Chance bekommen hätte. Bis Frauen nicht den gleichen Lohn erhalten wie Männer, ist es einfach unfair vorzugeben, eine Frau zu sein, während man die Vorteile eines Mannes erhält. Hast du eine Vagina? Erhältst du weniger Lohn als ein Mann? Dann, mein Freund, bist du eine Frau.“ Klingt nach Ignoranz.
Aber viel mehr klingt es nach einem knallharten biologistischen Verständnis von Gender. Wie es sich heute gehört, wurde Eve für ihren Kommentar virtuell gelyncht. Ihre Entschuldigung verschlimmerte allerdings alles: „Ich stimme damit überein, dass der Transgenderkampf einzigartig und schrecklich ist. Jedoch möchte ich trotzdem auch für ein Thema eintreten, von dem ich sehr überzeugt bin, nämlich das Recht von Frauen, die gleichen Rechte zu erhalten wie Männer. Der Transgenderkampf für die Gleichbehandlung kommt als Nächstes, wie wir alle wissen. Und der ist genauso real.“
Ach so, erst kämpfen wir für das eine, dann für das andere. Natürlich, so hat es immer schon funktioniert – vor allem auch so erfolgreich.
Die Unterdrückungsolympiade nimmt ihren Lauf. Anstatt gemeinsam für etwas zu kämpfen, werden erst einmal Hierarchien aufgebaut. Und klar, wenn Frauen dann die gleichen Rechte wie Männer haben, kämpfen sie beide gemeinsam für die Rechte von trans* Menschen, Flüchtlingen und allen anderen marginalisierten Menschen. Wer das glaubt, glaubt auch an Einhörner.
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