piwik no script img

Kommentar Grüne und IndustriepolitikDas Salz der Weser

Anja Krüger

Kommentar von

Anja Krüger

Die grünen Umweltminister könnten in den Bundesländern Meilensteine für eine ökologische Politik setzen. Hessens Priska Hinz tut das nicht.

D ie Wasserqualität der Weser ist schlecht. Und durch die weitere Salzlaugeneinleitung durch den Kaliproduzenten K + S wird sie sicher nicht besser. Trotzdem ist die hessische Umweltministerin Priska Hinz gegen eine Abwasserpipeline in die Nordsee – im Gegensatz zu ihren grünen Parteifreunden in gleicher Funktion in anderen Bundesländern, allen voran dem nordrhein-westfälischen Pendant Johannes Remmel.

Priska Hinz betreibt hier Industriepolitik und keinen Naturschutz. Auch keine intelligente Kombination von beidem, wie viele es sich von einer schwarz-grünen Landesregierung erhofft haben.

Dass sich Hinz bei ihrer Entscheidung auf ein Gutachten stützt, sagt nicht viel. Ihr Kollege Remmel kontert mit einer Expertise, die zu einem gegenteiligen Ergebnis kommt.

Fast der ganze Westen der Bundesrepublik wird von grünen UmweltministerInnen regiert. Diese hätten bei der Frage der Salzlaugeneinleitung in die Weser die Chance, Meilensteine für eine ökologische Politik zu setzen. Doch Länderegoismen und Koalitionsräson scheinen das zu verhindern.

In dem jetzigen Konflikt wird sich auch zeigen, was Schwarz-Grün und Rot-Grün unterscheidet. Spannend wird, ob die grünen UmweltministerInnen es schaffen, ihre unterschiedlichen Interessen konstruktiv auszubalancieren.

Allerdings gibt es auch Kritiker, die weder etwas von der Pipeline in die Nordsee noch von weiteren Salzlaugeeinleitungen in die Weser halten. Sie fordern die Entwicklung moderner Techniken zur Entsorgung vor Ort. Das wäre immer noch die beste Lösung – und das, was sich ökologisch Interessierte von schwarz-grünen und rot-grünen UmweltministerInnen gleichermaßen wünschen. Denn Salzeinleitungen sind auch an der Nordseeküste schädlich.

50.000 Menschen beteiligen sich bei taz zahl ich – weil unabhängiger, kritischer Journalismus in diesen Zeiten gebraucht wird. Weil es die taz braucht. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken! Ihre Solidarität sorgt dafür, dass taz.de für alle frei zugänglich bleibt. Denn wir verstehen Journalismus nicht nur als Ware, sondern als öffentliches Gut. Zahlen muss niemand, aber guter Journalismus hat seinen Preis. Und immer mehr Leser*innen machen mit und entscheiden sich für eine freiwillige Unterstützung der taz! Dieser Schub trägt uns gemeinsam in die Zukunft. Denn wir suchen wir auch weiterhin Ihre Unterstützung. Setzen auch Sie jetzt ein Zeichen für kritischen Journalismus und unterstützen Sie die taz – schon ab 5 Euro. Jetzt unterstützen

Anja Krüger

Anja Krüger Parlamentskorrespondentin

Schwerpunkte Wirtschaft- und Energiepolitik
Mehr zum Thema

2 Kommentare

 / 
  • Schwarz - Grün in Hessen = "intelligente Kombination" von Industriepolitik und Naturschutz ... ??? - Ha,Ha,Ha - was haben wir gelacht!

    Schwarz Grün in Hessen - das ist doch nichts weiter als die Festigung der CDU - Macht. Die ideale Kombination von Korruption und willfährigem Helfertum. Hessens Grüne sind wahrhaftig nichts anderes als die schlimmere FDP.

  • Wieso bezeichnen die sich eigentlich immer noch als "Grüne"?

     

    Naja - Grün ist eben auch nur eine Farbe, mehr nicht!