Klimacamp vor dem Kanzleramt: „Ziviler Klimanotstand“ ausgerufen
Wie kann die Klimakrise beendet werden? Damit haben sich 600 Menschen vor dem Kanzleramt beschäftigt. Die Ideen sollen weitergetragen werden.
dpa | Campen fürs Klima: Umweltschützer haben über Pfingsten im Berliner Regierungsviertel für mehr Klimabewusstsein demonstriert – und den „zivilen Klimanotstand“ ausgerufen. Insgesamt nahmen über die vier Tage verteilt nach Veranstalterangaben rund 600 Menschen an der Aktion teil. Neben den sechs Gemeinschaftszelten waren demnach etwa 40 private Zelte auf der Wiese vor dem Tipi am Kanzleramt aufgestellt. Das Camp wurde von der Bewegung „We4Future“ organisiert, die sich als Teil einer vielfältigen Klimabewegung sieht.
Am Sonntagnachmittag riefen rund 180 Umweltschützer den „zivilen Klimanotstand“ aus. „Wir erkennen an, dass wir Teil der Klimakrise sind“, riefen sie vor dem Bundeskanzleramt. Sie seien bereit für notwendige Veränderungen und die eigenen Handlungen auf eine klimagerechte Welt auszurichten, ging der Sprechchor weiter.
Nach dem Aktionswochenende soll die Idee des „zivilen Klimanotstands“ in Universitäten, Unternehmen, Kommunen und Institutionen getragen werden, erklärte eine Sprecherin. Diese könnten den Notstand ebenfalls ausrufen und danach Maßnahmen für mehr Klimaschutz ergreifen.
In Arbeitsgruppen erarbeiteten die Teilnehmer des Camps bis Montagnachmittag Lösungen für die Klimakrise und vernetzten sich. Neben Aktivisten von Umweltbewegungen wie „Fridays for Future“ und „Extinction Rebellion“ waren laut der Sprecherin auch viele Menschen bei dem Camp, die bislang noch nicht im Klimaschutz aktiv waren.
Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg hatte erst kurz vor dem Start des Camps am Freitagabend entschieden, dass private Zelte erlaubt sind. Die Polizei hatte zunächst nur größere Versammlungszelte genehmigt.
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