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Kleine Anzeichen für VerkehrswendeHohe Spritpreise pushen E-Mobilität

Autoversicherer bestätigt Trend zum Umstieg aufs Elektroauto, vor allem bei Vielfahrenden. Auch bei Gebrauchtwagen geht es öfter weg vom Verbrenner.

rtr/dpa | Der Anstieg ‌der Kraftstoffpreise seit Ausbruch ‌des Irankrieges lässt für Autofahrer den Umstieg auf das Elektroauto attraktiver erscheinen. Laut einer Umfrage der Kfz-Versicherung HUK-Coburg gaben 24 Prozent der Befragten an, deshalb erstmals die Anschaffung eines E-Autos in Betracht zu ziehen oder einen solchen Plan jetzt rascher umzusetzen.

„Der Hochlauf der Elektromobilität in Deutschland hat eine neue Dimension erreicht, auch angetrieben durch stark gestiegene Spritpreise“, sagte der für Kfz-Versicherungen zuständige HUK-Vorstand ‌Jörg Rheinländer am Dienstag. Seit Beginn des Krieges der USA gegen Iran haben sich Benzin und Diesel stark verteuert – zuletzt kostete ein Liter Super E10 nach Angaben des ADAC im Schnitt 2,14 Euro, rund 30 Cent mehr als vor dem Militärkonflikt, der die Ölpreise in die Höhe treibt.

Die Nachfrage nach neuen Elektroautos und Plug-in-Hybriden wird außerdem durch die staatliche Förderung für Privathaushalte mit kleinen und mittleren Einkommen angekurbelt. Im zweiten Quartal stieg jeder achte Versicherte der HUK von einem Auto mit Verbrennungsmotor auf ein reines Elektroauto um. Das sind doppelt so viele wie im Gesamtjahr 2025 und der mit Abstand höchste Quartalswert seit Einführung der Erhebung Anfang 2020.

Bei Neuwagen sprang die Quote mit 24,9 Prozent auf einen Höchstwert, der den Rekord von Ende 2022 um 1,8 Punkte übertraf. Besonders auffällig ist die Entwicklung im Bereich der Gebrauchtwagen. Dieser Markt ist in Deutschland mehr als doppelt so groß wie der Neuwagenbereich und hinkt bei Elektroautos bisher eher hinterher. Nun ergab sich aber auch hier ein kräftiger Sprung auf 7,9 Prozent. Das ist ein deutlicher Rekord und mehr als das Doppelte des Vorjahresquartals.

Vielfahrer treiben den Markt

Dabei entschieden sich Vielfahrer, die von hohen Kraftstoffpreisen stärker getroffen werden, häufiger als Wenigfahrer für den Abschied vom Verbrennungsmotor.

Elektroautos boomen auch sonst: Nach Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) stiegen die Neuzulassungen im ersten ⁠Halbjahr sprunghaft um 48 Prozent auf 368.000, ihr Marktanteil erreichte knapp 25 Prozent.

Die Auswertung der HUK, der größten deutschen Autoversicherung für Privatkunden, ergab zudem, dass Tesla derzeit mit einem Anteil von zwölf Prozent die beliebteste ‌E-Auto-Marke ist. Damit ‌zeigt sich der US-Hersteller deutlich von dem Einbruch des vergangenen ⁠Jahres erholt, als Tesla-Chef Elon Musk durch sein rechtsgerichtetes politisches Engagement Käufer verschreckte. Die tschechische Volkswagen-Tochter Skoda belegt mit 10,5 Prozent den zweiten Platz, gefolgt ‌vom koreanischen Autobauer Hyundai (7,6 Prozent).

Wie bereits die Neuzulassungszahlen ‌des KBA zeigten, gewinnen laut HUK ausländische Hersteller, darunter chinesische, Marktanteile, während die deutschen Anbieter Einbußen verzeichnen. Branchenexperten zufolge liegt das an dem ‌zu schmalen Angebot preisgünstiger Einstiegsmodelle der deutschen ⁠Autobauer.

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