Kinder fragen, die taz antwortet: Ist das die gleiche Sonne in Italien wie bei uns daheim?
Wir wollen von Kindern wissen, welche Fragen sie beschäftigen. Jede Woche beantworten wir eine. Diese Frage kommt von Josha, 5 Jahre alt.
Vor ein paar Tagen laufe ich mit meinen Freundinnen und einem großen Pistazieneis durch Turin. Das Eis schmilzt, tropft mir auf die Hand, und ich versuche umständlich zu verhindern, dass mir die Kugel aus der Waffel fällt. Turin ist eine Stadt im Norden von Italien, im Moment ist es dort sehr heiß. Damit die Sonne mich nicht blendet, ziehe ich meine Sonnenbrille auf, sie hat orangebraune Gläser und macht alles um mich herum ein bisschen dunkler. Und während ich da so laufe und das italienische Leben genieße, kommt mir die Frage in den Kopf, die du, Josha, uns gestellt hast: Ist das in Italien die gleiche Sonne wie bei uns zu Hause? Oder warum scheint sie dort so viel greller und heißer?
Ja, die Sonne selbst ist die gleiche. Aber: Wie viel Sonnenstrahlung uns erreicht – das ist verschieden. Julian Krüger vom Max-Planck-Institut für Meteorologie erklärt das so: „Italien ist näher am Äquator, der Mitte der Erde. Deshalb ist Italien der Sonne das ganze Jahr über mehr zugeneigt als Deutschland.“ Weil Italien weiter im Süden liegt, kommt dort also mehr Strahlung auf der Erde an.
Im Sommer steht die Sonne sowohl in Deutschland als auch in Italien viel höher als sonst. Das liegt daran, dass die sogenannte Rotationsachse der Erde um 23 Prozent geneigt ist. Du kannst dir das gut vorstellen, wenn du dir einen Globus anguckst. Auch der steht nicht gerade, sondern immer ein bisschen schräg. Das heißt: Während sich die Erde um sich selbst und gleichzeitig um die Sonne dreht, bleibt sie immer in dieselbe Richtung geneigt. „Durch die Neigung ist die Sonneneinstrahlung im Sommer in Italien noch mal stärker“, sagt Krüger.
Dieser Text erschien zuerst in der wochentaz, unserer Wochenzeitung von links!
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Dabei setzt sich die Sonnenstrahlung aus verschiedenen Arten zusammen: dem sichtbaren Licht, das uns blenden kann, und unsichtbaren Wellen. Das ist zum einen Infrarotstrahlung. Wir können ihre Wärme spüren. Und zum anderen die UV-Strahlung, wobei UV für „ultraviolett“ steht. Sie transportiert die Energie von der Sonne zu uns. Je kürzer UV-Strahlen sind, desto mehr Energie haben sie. UV-A-Strahlen sind am längsten. UV-B-Strahlen sind etwas kürzer, haben also mehr Energie. Diese Wellen verursachen Sonnenbrände. Am kürzesten und stärksten sind UV-C-Strahlen. „Aber die werden von der Erdatmosphäre abgeblockt und erreichen uns gar nicht erst“, erklärt Krüger.
Weil in Italien mehr UV-Strahlung ankommt, ist die Sonne dort gefährlicher für unsere Haut. Doch auch überall sonst – ob zu Hause oder im Urlaub – ist es wichtig, sich vor UV-Strahlen zu schützen. Und wie geht das? Natürlich mit Sonnencreme!
Hast du auch eine Frage? Dann schreib sie uns an: kinderfragen@taz.de.
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