Kinder fragen, die taz antwortet: Warum kriegen Frauen ein Kind und nicht Männer?
Wir wollen von Kindern wissen, welche Fragen sie beschäftigen. Jede Woche beantworten wir eine. Diese Frage kommt von Alma, 6 Jahre alt.
Liebe Alma, mit so interessanten Fragen beschäftigt sich unter anderem die Biologie. Das ist die Wissenschaft, die Tiere, Pflanzen und Menschen untersucht. Und die hat da schon eine ganz gute Erklärung. „Das liegt daran, dass sich die Körper von Männern und Frauen unterscheiden. Sicher weißt du schon, dass Jungen einen Penis haben und Mädchen eine Vagina. Es gibt aber auch Unterschiede im Inneren des Körpers, die man nicht sehen kann“, sagt die Forscherin Anja Neuber.
Diese Unterschiede sind superwichtig für die Zeugung. Da treffen nämlich eine Eizelle und eine Samenzelle aufeinander. Der Ort im Bauch, wo das Kind dann wachsen kann, heißt Gebärmutter. „Frauen und Mädchen haben eine Gebärmutter, Jungen und Männer nicht. Das ist bei allen Säugetieren so.“
Dieser Text erschien zuerst in der wochentaz, unserer Wochenzeitung von links!
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Das klingt jetzt total einfach – doch so einfach ist es nicht. Aus deiner Frage lese ich heraus, dass es nur Jungs und Mädchen geben würde. Das sehen aber viele anders. Viele Forscher*innen sagen, dass Geschlecht eher wie ein Regenbogen sei. Wenn man genauer hingucke, sehe man viele unterschiedliche Farben.
Auch manche Männer können Babys kriegen
Manche Frauen werden zum Beispiel ohne Gebärmutter geboren. Und manche Menschen haben zwar eine Vagina, fühlen sich aber trotzdem als Mann und leben als Mann. Wenn das Geschlecht, das bei der Geburt eingetragen wird und das echte, innere Geschlecht, das Menschen selbst fühlen, nicht zusammenpassen, dann sagt man: Die Person ist trans.
Thomas Beatie aus den USA zum Beispiel ist trans. Bei seiner Geburt haben Ärzt*innen gesagt: Das ist ein Mädchen. Er hat dann aber gemerkt, dass das gar nicht stimmt. Durch Medikamente hat Thomas Beatie zum Beispiel einen Bart bekommen und alle Leute, die ihn sehen, würden sagen: Das ist ein Mann, klar. Aber seine Gebärmutter hat Thomas Beatie behalten.
So konnte er 2008 ein Kind bekommen. Wegen Menschen wie ihm stimmt der Satz: Auch Männer können Babys kriegen. Manche sprechen deshalb von „Gebärenden“ statt von Müttern. Über diese Frage gibt es gerade übrigens ganz schön viel Streit!
Auch in der Tierwelt müssen nicht immer die Weibchen die Gebärenden sein. Bei den Seepferdchen zum Beispiel tragen die männlichen Tiere die Babys in einer Tasche an ihrem Bauch. Tierforscher Michael Matschiner sagt: „Man könnte also sagen, dass das Männchen das Kind kriegt.“
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