piwik no script img

live Israel und USA im Krieg mit IranRepublikanischer Senator rechnet mit wochenlangen Luftangriffen

Iran will einen US-Flugzeugträger getroffen haben. Das US-Militär weist das zurück. Der Vorsitzende des Geheimdienstausschusses des US-Senats geht von einem anhaltenden Krieg aus.

Tom Cotton ist Republikaner und Vorsitzender des Geheimdienstausschusses des US-Senats Foto: Douglas Christian/dpa

19.02 Uhr: Quelle: Mögliche neue Führung im Iran will mit den USA reden

ap | Die „potenzielle neue Führung“ im Iran hat nach Angaben aus Kreisen des Weißen Hauses Gesprächsbereitschaft mit den Vereinigten Staaten signalisiert. Eine Person, die über die Vorgänge informiert war, sagte am Sonntag, US-Präsident Donald Trump habe erklärt, er sei grundsätzlich zu Gesprächen bereit, doch vorerst werde der militärische Einsatz unvermindert fortgesetzt.

Der Beamte nannte weder die Namen der potenziellen neuen iranischen Führungsmitglieder noch die Art und Weise, wie eine Gesprächsbereitschaft bekundet wurde. Trump sagte am Sonntag in einem Interview mit dem Magazin „The Atlantic“, er wolle mit der neuen iranischen Führung sprechen. „Sie wollen reden, und ich habe zugesagt, also werde ich mit ihnen sprechen“, sagte er, wollte aber keinen Zeitpunkt für solche Gespräche nennen.

19.01 Uhr: Oman ruft im Iran-Konflikt zu Waffenruhe und Rückkehr zum Dialog auf

afp | Der Golfstaat Oman, der bei den Gesprächen zwischen Teheran und Washington vermittelt hat, drängt auf eine Waffenruhe im Konflikt um den Iran. Der Außenminister des Oman, Badr Albusaidi, forderte am Sonntag in einem Telefonat mit seinem iranischen Kollegen Abbas Araghtschi auch zu einer Rückkehr zum Dialog auf, wie das Außenministerium des Oman mitteilte.

Den Angaben zufolge sprach sich Araghtschi für „Frieden“ aus und betonte die iranische Bereitschaft zu „allen ernsthaften Versuchen“, die dazu beitragen, die Eskalation zu beenden und zu Stabilität zurückzukehren.

Oman war am ersten Tag der US-israelischen Angriffe auf den Iran am Samstag der einzige Golfstaat, der nicht von iranischen Gegenangriffen betroffen war. Am Sonntag berichteten Staatsmedien im Oman von zwei Drohnen, die den Hafen von Dukm ins Visier genommen hätten. Ein Arbeiter sei verletzt worden. Das Sultanat hatte zuletzt im Atomstreit zwischen den USA und dem Iran vermittelt.

18.17 Uhr: US-Senator rechnet mit wochenlangen Luftangriffen auf den Iran

ap | Der Vorsitzende des Geheimdienstausschusses des US-Senats geht von anhaltenden Luftangriffen auf den Iran aus. Der Einsatz werde wahrscheinlich einige Wochen andauern, sagte Senator Tom Cotton am Sonntag in der TV-Sendung „Face the Nation“. Präsident Donald Trump habe jedoch nicht die Absicht, einen großangelegten Einsatz von Bodentruppen im Iran zu starten.

Der Senator wollte keine Angaben dazu machen, wie die USA und Israel den Aufenthaltsort des Religionsführers Ajatollah Ali Chamenei ermittelten. Chamenei kam bei den amerikanisch-israelischen Angriffen auf den Iran ums Leben. „Wir verfügen über exzellente Methoden der Informationsgewinnung“, sagte Cotton.

17.45 Uhr: Deutsche können nicht ausgeflogen werden

rtr | Bundesaußenminister Johann Wadephul sieht keine Möglichkeit, im Nahen Osten gestrandete Deutsche ‌ausfliegen zu lassen. „Dazu sind wir nicht in der Lage“, sagt Wadephul in einem „Bild“-Interview und verweist darauf, ‌dass die Lufträume in der Region für zivile Flugzeuge gesperrt seien. Stattdessen versuche das Auswärtige Amt die Betroffenen mit den notwendigen Informationen zu versorgen. Alle deutschen Auslandsvertretungen seien geöffnet.

17.27 Uhr: Trump will wieder mit iranischen Führung reden

rtr | US-Präsident Donald Trump kündigt Gespräche mit der iranischen Führung an. „Sie wollen reden, und ich habe zugestimmt, also werde ich mit ihnen reden“, sagt er der Zeitschrift „Atlantic“. „Sie hätten es früher tun sollen“, sagt Trump weiter. „Sie haben zu lange gewartet.“

17.18 Uhr: Laut Trump wurden 48 Führungspersonen des Iran getötet

rtr | Bei den Angriffen der USA und Israels auf den Iran sind nach den Worten von US-Präsident Donald Trump 48 Führungspersonen getötet worden. „Es geht schnell voran. Niemand kann den Erfolg glauben, den wir haben, 48 Anführer sind auf einen Schlag weg“, sagt Trump dem Sender Fox News.

16.55 Uhr: Merz: Vorgehen der USA und Israels „nicht ohne Risiko“

dpa/afp | Bundeskanzler Friedrich Merz hat auf Risiken der Angriffe Israels und der USA gegen den Iran hingewiesen. „Die Militärschläge sollen das zerstörerische Spiel eines geschwächten Regimes beenden“, sagte der CDU-Politiker in Berlin. „Das ist nicht ohne Risiko.“ Man wisse nicht, „in welche Eskalation die harten iranischen Gegenschläge die Region noch ziehen werden“. Und man wisse nicht, „ob der Plan aufgeht, durch Militärschläge von außen einen politischen Wandel von innen heraus zu ermöglichen“.

Dennoch hat er auch Unterstützung für das Vorgehen Israels und der USA gegen die Führung des Iran geäußert. Die Bundesregierung teile „die Erleichterung vieler Iranerinnen und Iraner, dass dieses Mullah-Regime jetzt an sein Ende kommt“, sagte Merz. „Mit den Vereinigten Staaten und Israel teilen wir das Interesse daran, dass der Terror dieses Regimes aufhört.“

🐾 16.50 Uhr: Verfassungsschutz sieht erhöhte Gefahr für Jü­d:in­nen

taz | Nach dem Angriff auf den Iran und dem Tod des Diktators Ali Khamenei warnen Sicherheitsexperten und -behörden vor Vergeltungsschlägen auch in Deutschland. Sie sehen insbesondere jüdische Einrichtungen, Synagogen und auch jüdische Schulen in Gefahr, berichtet Jean-Philipp Baeck auf taz.de.

16.25 Uhr: US-Militär weist iranische Treffermeldung zurück

taz | Der Flugzeugträger USS Abraham Licoln ist nach Angaben des Zentralkommandos des US-Militärs nicht von iranischen Raketen getroffen worden. Vom Iran abgefeuerte Rakten hätteRaketen ihr Ziel um ein Vielfaches verfehlt, postete das Zentralkommando bei X. Von der Lincoln würden weiterhin Flugzeuge zur Unterstützung der Attacken gegen den Iran starten.

16.05 Uhr: US-Militär will Schiff versenkt haben

rtr | Das US-Militär hat nach eigenen ‌Angaben ein iranisches Kriegsschiff im Golf von Oman versenkt. Eine Korvette der Jamaran-Klasse sei ‌an einem Pier in Tschahbahar versenkt worden, teilt das zuständige US-Zentralkommando mit. In einem Beitrag auf der Plattform X rief das Kommando die iranischen Streitkräfte auf, ihre Waffen niederzulegen und ihre Posten zu verlassen, und verwies auf eine entsprechende Forderung von US-Präsident Donald Trump vom Samstag.

15.57 Uhr: Pentagon: Drei US-Soldaten getötet

ap | Bei dem US-Militäreinsatz gegen den Iran sind bislang drei US-Soldaten ums Leben gekommen und fünf schwer verletzt worden. Das teilte das Zentralkommando des Militärs am Sonntag in den sozialen Medien mit. Nähere Details zu den Toten wurden nicht genannt. Große Kampfeinsätze würden weitergehen, hieß es in dem Post auf der Plattform X.

15.40 Uhr: Raketen Richtung Zypern und über Syrien abgefangen

afp | Bei den iranischen Gegenangriffen im Nahen Osten infolge des US-israelischen Militärschlags sind nach Angaben aus Großbritannien und Syrien Raketen in Richtung Zypern und Damaskus abgefeuert worden. „Zwei ballistische Raketen, die in Richtung Zypern abgefeuert wurden“, seien abgefangen worden, sagte der britische Verteidigungsminister John Healy am Sonntag im Sender BBC. Zudem sei nahe der syrischen Hauptstadt Damaskus eine iranische Rakete durch israelische Abwehrsysteme abgefangen worden, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Sonntag aus Kreisen des syrischen Innenministeriums.

Die USA und Israel hatten am Samstagmorgen eine massive Welle von Luftangriffen gegen den Iran gestartet. Dabei wurden israelischen Angaben zufolge insgesamt 40 ranghohe Vertreter des Iran getötet, darunter das geistliche Oberhaupt des Irans Ayatollah Ali Chamenei. Als Reaktion griff der Iran Israel sowie US-Militäreinrichtungen in mehreren Staaten der Region an. Die gegenseitigen Angriffe dauerten am Sonntag an.

Die Raketen hätten „ziemlich sicher“ nicht auf Zypern gezielt, fügte Healy hinzu. „Dennoch zeigt dies, wie sehr unsere Stützpunkte, unser Personal, Militärangehörige und Zivilisten derzeit gefährdet sind.“ Das Risiko für „wahllose“ Vergeltungsschläge von Seiten des Irans steige. Großbritannien betreibt eine Militärbasis auf Zypern und ist mit britischen Kampfflugzeugen an Abwehrmaßnahmen in der Region beteiligt.

Das britische Außenministerium forderte britische Staatsbürger in Bahrain, Kuwait, Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten auf, angesichts des eskalierenden Konflikts im Nahen Osten „vor Ort Schutz zu suchen“. Das Außenministerium riet von allen nicht dringend notwendigen Reisen in die Region ab.

15.26 Uhr: Kämpfer von pro-iranischem Bündnis im Irak getötet

afp | Bei einem Luftangriff im Irak sind vier Kämpfer des pro-iranischen paramilitärischen Bündnisses Hasched- al-Schaabi getötet worden. Acht weitere Menschen seien bei dem Angriff auf den Stützpunkt der Kämpfer in der Provinz Dijala verletzt worden, sagte ein irakischer Sicherheitsvertreter am Sonntag. Hasched-al-Schaabi, dessen Kämpfer formal in die irakischen Streitkräfte eingegliedert sind, sprach von einer „zionistisch-amerikanischen Bombardierung“.

Derweil wurde der Norden des Irak, wo US-Soldaten stationiert sind, im Zuge des eskalierten Iran-Konflikts erneut Ziel von Raketen- und Drohnenangriffen. US-Luftabwehrsysteme fingen am Sonntag über der Stadt Erbil mindestens zwei Drohnen ab, wie ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP berichtete. In der Hauptstadt der autonomen Kurdenregion waren zudem Explosionen zu hören und Rauch stieg auf. Am US-Konsulat ertönten Sirenen.

15.15 Uhr: Wurde ein US-Flugzeugträger getroffen?

afp | Die iranischen Revolutionsgarden haben als Reaktion auf die US-israelischen Angriffe auf den Iran nach eigenen Angaben einen US-Flugzeugträger im Persischen Golf angegriffen und getroffen. „Der US-Flugzeugträger ‚USS Abraham Lincoln‘ wurde von vier ballistischen Raketen getroffen“, teilten die Revolutionsgarden am Sonntag laut örtlichen Medien mit. „Land und Meer werden mehr und mehr zum Friedhof der terroristischen Aggressoren“, warnten sie demnach.

15.14 Uhr: Drei Tote in Emiraten – ein Toter in Kuwait

afp | Durch die iranischen Gegenangriffe sind in der Golfregion mehrere Menschen getötet worden. In den Vereinigten Arabischen Emiraten seien drei Menschen getötet worden, erklärte das Verteidigungsministerium der Emirate am Sonntag. Es handele sich um Staatsbürger aus Pakistan, Nepal und Bangladesch. 58 weitere Menschen seien verletzt worden.

Die Vereinigten Arabischen Emirate hätten 165 ballistische Raketen entdeckt. 152 seien zerstört worden. 541 iranische Drohnen seien registriert worden, 506 von ihnen seien abgefangen und zerstört worden.

Auch aus Kuwait wurden Opfer durch iranische Angriffe gemeldet. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums des Landes wurde ein Mensch getötet. 32 Menschen seien verletzt worden, alle seien Ausländer.

14.59 Uhr: Ex-Präsident Ahmadinedschad getötet

dpa | Der ehemalige iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad ist bei einem Luftangriff in Teheran getötet worden. Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Ilna befand sich der 69-Jährige zum Zeitpunkt des Angriffs gemeinsam mit Leibwächtern in seinem Haus im Osten der Hauptstadt.

Ahmadinedschad führte den Iran von 2005 bis 2013. Zu Beginn galt er als Favorit des herrschenden schiitischen Klerus sowie der Hardliner und Konservativen im Parlament. Gegen Ende seiner Amtszeit wuchs die Kritik an seinem Kurs. Seine harte Linie in der Atompolitik löste internationale Sanktionen aus, die das Land in eine schwere Wirtschaftskrise führten.

Wegen seiner militärischen Drohungen gegen Israel sowie der Leugnung des Holocaust war der Iran international isoliert. Seine Unterstützer wandten sich immer mehr von ihm ab, selbst unter den Hardlinern war er am Ende seiner Amtszeit umstritten.

Ahmadinedschad stützte sich während seiner Präsidentschaft massiv auf die Revolutionsgarden (IRGC). Im Gegenzug verschaffte er ihnen Gewinne bei Privatisierungen sowie Kontrolle über strategische Wirtschaftssektoren.

Obwohl Ahmadinedschad als Ziehsohn des jetzt getöteten Ajatollah Ali Chamenei galt, entwickelte er sich gegen Ende seiner Präsidentschaft und darüber hinaus zu einer unberechenbaren Opposition innerhalb des Systems.

Sein Versuch, die Befugnisse des gewählten Präsidenten gegenüber dem Klerus zu erweitern – insbesondere durch den offenen Konflikt um das Geheimdienstministerium 2011 – führte zum Bruch mit dem Obersten Führer. In den Folgejahren wurde er politisch marginalisiert; der Wächterrat schloss ihn 2017, 2021 und 2024 von den Präsidentschaftswahlen aus.

14.25 Uhr: Saudi-Arabien bestellt iranischen Botschafter ein

dpa | Nach iranischen Angriffen auf saudi-arabisches Territorium hat Riad den Botschafter der Islamischen Republik einbestellt. Hintergrund seien „eklatante iranische Angriffe“, die sich gegen das Königreich sowie andere „Bruderstaaten“ gerichtet hätten, teilte das saudische Außenministerium mit.

Bei dem Treffen mit Botschafter Ali Reza Enajati habe der stellvertretende Außenminister Walid bin Abdulkarim Al-Churaidschi die Missbilligung und Verurteilung der Angriffe durch Riad bekräftigt. Saudi-Arabien lehne jegliche Verletzung der staatlichen Souveränität ab.

Das Königreich werde alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um seine Sicherheit zu verteidigen und sein Staatsgebiet zu schützen, hieß es weiter. Eine unmittelbare Stellungnahme aus dem Iran lag zunächst nicht vor.

Der saudische Fernsehsender Al-Arabija berichtete darüber hinaus, dass die Außenminister der Golfstaaten am Abend zu einem „Notfalltreffen“ per Videokonferenz zusammen kommen wollten, um über die Lage zu beraten.

14.18 Uhr: Israels Präsident Herzog hofft auf „neue Ära“

rtr | Bei einem ‌Raketeneinschlag in der israelischen Stadt Beit Shemesh sind nach Angaben des ‌Rettungsdienstes sechs Menschen ums Leben gekommen.

14.16 Uhr: Merz äußert sich am Nachmittag

afp | Die Tötung des geistlichen Oberhaupts des Iran, Ayatollah Ali Chamenei, und von Mitgliedern der iranischen Führung wird in der Union als Chance gesehen. Der CDU-Außenpolitiker Jürgen Hardt sieht in Chameneis Tod die Möglichkeit für eine Befreiung des Landes von der Mullah-Herrschaft und für eine demokratische Zukunft. Die CSU nannte die Tötungen „eine gute Nachricht“. Kanzler Friedrich Merz (CDU) will sich am Nachmittag äußern.

„Die Getöteten gehörten zu den radikalsten Antisemiten der Welt und wollten Israel und das jüdische Volk vernichten“, sagte Hardt der „Rheinischen Post“. Die neue Führung stehe nun vor der wichtigsten Entscheidung: „Im Kampf gegen die USA untergehen oder einen demokratischen Übergang im Land ermöglichen.“ Die „Tage der Regimes“ seien jedenfalls „gezählt“. Der neue Iran werde dann ein Erfolgsmodell, wenn er alle Volksgruppen vertrete und die Unterstützung der libanesischen Hisbollah-Miliz, der Huthi-Rebellen im Jemen und anderer einstelle.

Der CDU-Politiker und Parlamentarische Staatssekretär im Bundesinnenministerium, Christoph de Vries, sagte den Funke-Zeitungen, es „gut“, dass Chamenei – ein „Terrorist, Massenmörder und Unterdrücker des iranischen Volkes“ – tot sei. Es bestehe „eine historische Chance für einen freien, demokratischen Iran und für Stabilität und Frieden im Nahen Osten“.

Auch aus der CSU kam Zustimmung zum Militärschlag gegen den Iran. „Der Tod von Ali Chamenei und weiteren Köpfen des Teheraner Terrorregimes ist eine gute Nachricht für die Sicherheit Deutschlands und Europas“, sagte CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann dem „Münchner Merkur“. Er forderte die anderen Parteien auf, sich hinter dieser Position zu sammeln. „Bei allen Mahnungen, die jetzt aus Deutschland und Europa gegen diesen Militäreinsatz zu hören sind, sollte nicht vergessen werden, dass es dabei auch um unsere Sicherheit geht.“

🐾 14.02 Uhr: Wie geht es nun weiter?

Kommt nun der Frieden nach Iran? „Wahrscheinliche Szenarien sind eine Militärdiktatur oder Chaos“, schreibt Nahost-Korrespondent Karim El-Gawhary für die taz.

14.01 Uhr: Wadephul verteidigt Angriffe auf Iran

rtr | Bundesaußenminister ‌Johann Wadephul verteidigt die Angriffe Israels und der USA auf den Iran ‌als notwendig. DEm Sender NDR Info sagt der CDU-Politiker, das iranische Regime gefährde nicht nur Israel, sondern auch die Interessen Europas. „Ich nehme zum jetzigen Zeitpunkt keine abschließende völkerrechtliche Beurteilung vor“, sagt Wadephul. Man müsse aber sehen, dass das iranische Regime auch Russland mit Drohnen versorge, die dann im Angriffskrieg gegen die Ukraine eingesetzt würden.

Ex-Präsident Ahmadinedschad auf einer Aufnahme aus dem Jahr 2024 Foto: Vahid Salemi/AP/dpa

Zudem unterstütze das Regime in Teheran Terrororganisationen wie die Hisbollah und die Hamas. Eine Lösung könne nur darin bestehe, dass die iranische Führung auf den Besitz von Nuklearwaffen verzichte. Deutschland betreibe keine aktive Politik, um einen Regierungswechsel im Iran herbeizuführen. Die Bundesregierung stehe aber an der Seite der Bevölkerung, die in einer Art und Weise misshandelt werde, wie man es selten gesehen habe.

13.42 Uhr: Geheimdienstexperte warnt vor Vergeltung in Europa

rtr | Der Vorsitzende des Parlamentarischen Kontrollgremiums der Geheimdienste in Deutschland, Marc Henrichmann, ‌warnt vor Anschlägen iranischer Kräfte in Europa. „Vergeltungsmaßnahmen, auch durch iranische Schläferzellen in Europa, sind nicht auszuschließen“, sagt der CDU-Politiker der „Süddeutschen Zeitung“. Wachsamkeit sei das Gebot der Stunde. „Das iranische Regime hat in der Vergangenheit wiederholt gezeigt, dass es seinen Terror auch außerhalb der eigenen Grenzen austrägt.“ Es befinde sich „aktuell im absoluten Überlebenskampf“.

13.41 Uhr: Israel: Vier Tote bei iranischen Raketenangriffen

dpa | Bei neuen iranischen Raketenangriffen auf Israel sind nach israelischen TV-Angaben mindestens vier Menschen getötet worden. Nach Angaben des Senders N12 kamen sie beim Einschlag einer Rakete in einem Gebäude in der Stadt Beit Schemesch ums Leben. Weitere Menschen erlitten Verletzungen. Die Stadt liegt westlich von Jerusalem. Auch Einwohner von Tel Aviv berichteten von lauten Explosionen bei den neuen Raketenangriffen.

Millionen von Einwohnern harrten in Schutzräumen aus. „Wir hören immer wieder laute Knallgeräusche, möglicherweise sind das auch Abwehrraketen“, sagte ein Einwohner Tel Avivs. „Es nimmt einfach kein Ende.“ Seit Beginn der israelisch-amerikanischen Angriffe im Iran am Samstagmorgen berichten Einwohner Israels von ständigen Gegenangriffen des Irans auf israelische Bevölkerungszentren, teilweise im halbstündigen Takt.

Am Samstag war bei einem Raketeneinschlag in Tel Aviv eine Frau getötet worden. Insgesamt starben nach offiziellen Angaben bei iranischen Raketenangriffen auf Israel bisher sechs Menschen, Dutzende weitere wurden verletzt.

13.35 Uhr: Israel kommentiert Berichte über Angriff auf Schule

ap | Das israelische Militär ist sich nach Angaben eines Sprechers keiner Angriffe durch Israel oder die USA in der Gegend einer Mädchenschule im Süden des Irans bewusst, wo iranischen Angaben zufolge mehr als 100 Menschen getötet worden sein wollen. Die staatliche Nachrichtenagentur Irna meldete, die Schule in Minab sei am Samstag getroffen worden. Ein Sprecher des US-Militärs, Tim Hawkins, teilte am Samstag mit, die USA ermittelten zu Berichten über einen Beschuss.

13.30 Uhr: Behörden: 108 Tote bei Angriff auf Schule

afp | Bei einem Angriff auf eine Mädchenschule im Süden des Iran sind nach Angaben von Rettungskräften des Iranischen Roten Halbmondes mindestens 108 Menschen getötet worden. Auch die iranischen Justizbehörden sprachen von 108 Toten, ein lokaler Behördenvertreter machte Israel für den Angriff in Minab verantwortlich. Indes erklärte die israelische Armee, sie wisse nichts über einen israelischen oder US-Angriff in Minab. „Wir gehen mit äußerster Präzision vor“, sagte Armeesprecher Nadav Shoshani am Sonntag vor Journalisten.

Der Gouverneur des Bezirks Minab beschuldigte am Samstag Israel, die Grundschule mit Raketen angegriffen zu haben. Die Nachrichtenagentur AFP hatte zunächst keinen Zugang zu dem Gelände, um die Zahl der Opfer oder die Umstände zu überprüfen.

Der iranische Präsident Massud Peseschkian sprach von einem „barbarische Akt“, der „eine weitere dunkle Seite in der Bilanz der unzähligen, von den Angreifern begangenen Verbrechen“ darstelle.

🐾 13.25 Uhr: Wie schaffte Chamenei es an die Spitze?

Wer war der oberste Führer des Irans und wie kam Ali Chamenei an seine Macht? Darüber schreibt Ali Sadrzadeh in seinem Text für die taz.

12.40 Uhr: Antisemitismusbeauftragter warnt vor Gewalt in Deutschland

rtr | Der ‌Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, warnt vor Gewalt in Deutschland. Es sei damit zu rechnen, „dass der Iran seine Netzwerke hierzulande für Terroranschläge gegen jüdische und israelische Einrichtungen nutzen wird“, sagt Klein den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Den Mechanismus zwischen erhöhten Spannungen im Nahen Osten und verstärkten Angriffen auf jüdisches Leben in Europa haben wir in der Vergangenheit immer wieder gesehen.“

12.36 Uhr: Israels Staatsflugzeug zum BER gebracht

dpa | Israels Staatsflugzeug ist nach Beginn des Kriegs gegen den Iran zum Berliner Flughafen BER gebracht worden – und damit außerhalb des Kampfgebiets. Es parkt dort auf dem Rollfeld, wie ein dpa-Reporter beobachtete.

Nach Daten des Luftverkehr-Portals „Flightradar“ war die Maschine am frühen Samstagnachmittag Ortszeit (kurz nach 13.00 Uhr MEZ) in Israel gestartet und kreiste dann stundenlang über dem Mittelmeer, bevor sie nach Deutschland flog und am Abend am BER landete. Israel und die USA hatten am Samstagmorgen breit angelegte Angriffe gegen den Iran begonnen, der seitdem unter anderem Ziele in Israel beschießt.

Der Flughafen BER äußerte sich auf Anfrage nicht zum Aufenthalt des Fliegers, auch die israelische Botschaft reagierte zunächst nicht auf eine Anfrage. Bereits bei früheren Konflikten war die Maschine nach israelischen Medienberichten zum Schutz vor Raketenangriffen außer Landes gebracht worden. Israels Staatsflugzeug „Flügel Zions“ ist eine Boeing 767, die speziell für offizielle Regierungsreisen und diplomatische Missionen ausgestattet wurde. Es dient sowohl dem Präsidenten als auch dem Ministerpräsidenten Israels und ist mit modernster Kommunikationstechnik gesichert.

12.36 Uhr: Zypern weist Berichte über iranische Raketen zurück

dpa | Die Regierung der EU-Inselrepublik Zypern hat Berichte zurückgewiesen, wonach iranische Raketen in Richtung der Mittelmeerinsel abgefeuert wurden. Regierungssprecher Konstantinos Letymbiotis schrieb am Sonntag auf der Plattform X, entsprechende Darstellungen träfen nicht zu.

Im Zusammenhang mit Aussagen und Medienberichten über einen Abschuss von Raketen in Richtung Zyperns werde klargestellt, „dass dies nicht der Fall ist und es keinerlei Hinweise darauf gibt, dass eine Bedrohung für das Land bestanden hat“, erklärte Letymbiotis. Die zuständigen Behörden verfolgten die Lage fortlaufend und sehr aufmerksam, hieß es weiter.

Zuvor hatte der britische Verteidigungsminister John Healey vor der Gefahr „zunehmend wahlloser iranischer Vergeltungsangriffe“ gewarnt. Dem britischen Sender Sky News sagte er, es seien zwei iranische Raketen in Richtung Zypern abgefeuert worden.

12.32 Uhr: Hisbollah will sich „Aggression entgegenstellen“

afp | Nach den Angriffen Israels und der USA auf den Iran hat die Hisbollah-Miliz im Libanon geschworen, sich der „Aggression“ entgegenzustellen. „Wir werden unsere Pflicht wahrnehmen, uns der Aggression entgegenzustellen“, erklärte der Anführer der pro-iranischen Schiiten-Miliz, Naim Kassem, am Sonntag. „Was auch immer die Opfer sind, wir werden (…) das Feld der Ehre und des Widerstands nicht verlassen.“

Die von Teheran unterstützte Miliz hat seit Beginn der US-israelischen Angriffe auf den Iran am Samstag nicht eingegriffen. Für Sonntagnachmittag war im Süden der libanesischen Hauptstadt Beirut aber eine Unterstützungskundgebung geplant.

Die Hisbollah will auch Trauerbekundungen für den bei den Angriffen getöteten obersten Führer des Iran, Ayatollah Ali Chamenei, organisieren. Die Regierung in Beirut hatte am Samstag erklärt, der Libanon wolle nicht in den Konflikt hineingezogen werden.

12.20 Uhr: Stau in der Straße von Hormus

rtr | Mindestens 150 Tanker, darunter Rohöl- und Flüssiggasschiffe, haben in den offenen Gewässern vor der Straße von Hormus den Anker geworfen. Dutzende weitere liegen auf der anderen Seite der Meerenge fest, wie aus einer Reuters-Auswertung von Daten der Plattform MarineTraffic hervorgeht. Die Schiffe stauen sich vor den Küsten der großen Ölproduzenten Irak und Saudi-Arabien sowie vor Katar.

12.17 Uhr: Israel: Iranische Raketenabschussrampen zerstört

dpa | Seit Beginn der Angriffe auf den Iran hat die israelische Armee nach eigenen Angaben Dutzende Raketenabschussrampen zerstört. Ein israelischer Armeesprecher sagte, zu Beginn des letzten Kriegs gegen den Iran im vergangenen Juni habe Teheran über gut 3.000 ballistische Raketen verfügt. Dieses Arsenal sei damals etwa halbiert worden.

„Inzwischen haben sie es wieder aufgefüllt, sodass es nun wieder bei rund 2.500 liegt – und die Zahl steigt“, sagte der Militärsprecher. Seit Beginn des jüngsten Schlagabtauschs habe der Iran Hunderte Raketen auf Israel sowie andere Länder in der Region abgefeuert.

Teheran strebe danach, ein deutlich größeres Arsenal aufzubauen, sagte er. Er nannte die Zahl von rund 8.000 ballistischen Raketen. Ein Ziel der gegenwärtigen Operation sei, dies zu verhindern. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

11.55 Uhr: Israel weist Schuld an Angriff auf Schule zurück

dpa | Israel hat eine Verantwortung für einen Angriff auf eine Mädchenschule im Iran zurückgewiesen. Die staatliche iranische Nachrichtenagentur Irna hatte berichtet, bei einem Raketenangriff im Süden des Landes seien mehr als hundert Schülerinnen ums Leben gekommen. Getroffen worden sei eine Grundschule für Mädchen in der Provinz Hormusgan.

„Zu diesem Zeitpunkt sind uns keine israelischen oder amerikanischen Angriffe dort bekannt“, sagte der israelische Militärsprecher Nadav Schoschani. „Ich weiß, dass die Amerikaner nachprüfen, ich weiß, dass wir nachprüfen“, ergänzte der Sprecher.

„Und was ich weiß, ist, dass wir in der Lage waren – und das wird auch von den Amerikanern und den Iranern bestätigt – 40 Personen auszuschalten, die sich vor uns versteckt hatten, auf sehr präzise Weise, mehr als tausend Meilen entfernt“, sagte Schoschani offenbar mit Blick auf die Tötung des iranischen Staatsoberhaupts und Religionsführers Ajatollah Ali Chamenei. Dies könnten nicht viele Armeen auf der Welt und es bedeute, „dass wir extrem präzise operieren“. Die Angaben beider Kriegsparteien lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

11.55 Uhr: Irans Sicherheitschef warnt vor Spaltungsversuchen

afp | Der iranische Sicherheitschef Ali Laridschani hat nach den US-israelischen Angriffen auf sein Land davor gewarnt, einen Keil in das iranische Volk treiben zu wollen. „Gruppen, die versuchen, den Iran zu spalten, sollten wissen, dass wir das nicht tolerieren werden“, sagte Laridschani, Chef des Obersten Nationalen Sicherheitsrats, am Sonntag in einem vom Staatsfernsehen ausgestrahlten Interview. Er rief die Iraner zur Geschlossenheit auf.

Parlamentssprecher Mohammed Bagher Ghalibaf sagte mit Blick auf die Tötung des Obersten Führers Ayatollah Ali Chamenei, der Iran sei auf „alle Szenarios“ vorbereitet gewesen. „Wir haben uns auf diese Momente vorbereitet und uns mit allen Szenarios befasst“, sagte Ghalibaf in einem vom Staatsfernsehen verbreiteten Video. US-Präsident Donald Trump und der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hätten „unsere roten Linien überschritten“ und „werden die Konsequenzen erleiden“, fügte der Sprecher des iranischen Parlaments hinzu.

In der südiranischen Stadt Schiras versammelten sich am Sonntagmorgen zahlreiche Menschen und forderten Vergeltung für die Tötung des Obersten Führers, wie örtliche Medien berichteten. Die Demonstranten trugen Chamenei-Porträts, riefen die iranischen Streitkräfte auf, den Tod Chameneis zu rächen, und skandierten „Tod für Amerika“ und „Tod für Israel“, wie in einem von der Nachrichtenagentur Tasnim gesendeten Video zu sehen war. Ähnliche Versammlungen gab es auch in anderen iranischen Städten, darunter Teheran und Jasd im Landesinneren.

11.45 Uhr: China: Tötung Chameneis inakzeptabel

rtr | Chinas Außenminister Wang Yi verurteilt die Angriffe der USA und Israels auf den Iran als inakzeptabel. In einem Telefonat mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow kritisiert er laut der Nachrichtenagentur Xinhua besonders, dass die Attacken während laufender Verhandlungen stattgefunden hätten. Die „unverhohlene Tötung“ eines souveränen Staatsoberhaupts und die Anstiftung zum Regimewechsel seien nicht hinnehmbar. Peking fordere ein sofortiges Ende der Militäraktionen und eine Rückkehr zum Dialog.

11.44 Uhr: Angriff löst Debatte im US-Kongress aus

ap | Im US-Kongress gibt es Forderungen nach einer schnellen Abstimmung über eine Resolution zu Kriegsrechten, um den militärischen Angriff von Präsident Donald Trump gegen den Iran einzudämmen. Einige sehen in dem Vorgehen Trumps eine potenziell illegale Kampagne, die dazu führen könnte, dass die USA tiefer in einen Nahost-Konflikt hineingerieten.

Schon lange vor den Militäreinsätzen am Samstag hatten das Repräsentantenhaus und der Senat Resolutionen zu Kriegsbefugnissen entworfen. Jetzt soll eine seltene Debatte über Kriegsrechte kommende Woche zu einer Art Referendum über die Entscheidung von Trump werden, den Iran ohne offizielle Genehmigung des Kongresses anzugreifen.

„Hat Präsident Trump nichts aus jahrzehntelanger US-Einmischung im Iran und ewigen Kriegen im Nahen Osten gelernt?“, fragte der demokratische US-Senator Tim Kaine. Die Angriffe gegen den Iran seien „ein kolossaler Fehler“.

Im Repräsentantenhaus traten der demokratische Abgeordnete Ro Khanna und sein republikanischer Kollege Thomas Massie für eine öffentliche Abstimmung des Kongresses über eine Resolution ein. „Der Kongress muss am Montag zusammentreten, um abzustimmen, um das zu stoppen“, sagte Khanna. Der republikanische Trump-Gegner Massie kritisierte mit Blick auf Trumps Wahlkampfslogan: „Das ist nicht „America First“.“

Doch Massie war mit seiner Kritik eine Ausnahme unter den Republikanern. Viele Vertreter der Partei von Trump lobten die Angriffe gegen den Iran. Viele verwiesen auf die langjährigen Atom- und Raketenprogramme des Irans, die eine militärische Reaktion rechtfertigten. „Gut gemacht, Herr Präsident“, sagte der republikanische Senator Lindsey Graham.

11.39 Uhr: Angriff auf Schule wäre Völkerrechtsverstoß

dpa | Das Kinderhilfswerk Unicef ist „zutiefst besorgt“ über die Bombardierungen im Iran. „Es gibt Berichte über Angriffe auf Schulen im Iran, darunter eine Mädchenschule in Minab“, teilte das Kinderhilfswerk in Köln mit. „Angriffe auf Zivilpersonen und zivile Objekte, einschließlich Schulen, stellen einen Verstoß gegen das Völkerrecht dar.“

Nach iranischen Angaben sind bei einem Raketenangriff im Süden des Landes mindestens 108 Schülerinnen ums Leben gekommen. Getroffen worden sei eine Grundschule für Mädchen in der Provinz Hormusgan, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Irna. Dutzende weitere Schülerinnen seien verletzt worden. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Unicef rief zur sofortigen Einstellung der Kampfhandlungen auf. Zudem appellierte das Kinderhilfswerk an alle Konfliktparteien, größtmögliche Zurückhaltung zu üben und ihren Verpflichtungen nach dem humanitären Völkerrecht und den Menschenrechten nachzukommen. Dazu gehöre insbesondere der Schutz der Zivilbevölkerung und der Dienstleistungen, auf die Kinder zum Überleben angewiesen seien.

11:35 Uhr: Netanjahu ruft Iraner zum Aufstand auf

dpa | Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat die Bevölkerung im Iran in einer auf Farsi verbreiteten Videobotschaft zum Sturz der politischen Führung in Teheran aufgerufen. Die Ansprache wurde allem Anschein nach mit Künstlicher Intelligenz (KI) auf Farsi erstellt. „Bürger des Irans, lasst euch diese Gelegenheit nicht entgehen“, sagte Netanjahu dort.

Er rief die Iraner auf, auf die Straße zu gehen, „um die Sache zu vollenden, um das Terrorregime zu stürzen, das euer Leben zur Hölle gemacht hat“. Netanjahu kündigte zudem an, Israel werde in den kommenden Tagen „Tausende Ziele des terroristischen Regimes“ angreifen, um die „Bedingungen für das mutige Volk des Irans zu schaffen, sich von den Ketten der Tyrannei zu befreien“.

Netanjahu hatte bereits am Samstagabend in einer Ansprache auf Hebräisch einen ähnlichen Aufruf an die Iraner gerichtet. „Die Hilfe, auf die ihr gehofft habt. Diese Hilfe ist angekommen“, sagte er in der Videobotschaft weiter.

11.32 Uhr: London warnt vor „wahllosen“ Angriffen

dpa | Der britische Verteidigungsminister John Healey warnt vor der Gefahr von „zunehmend wahllosen iranischen Vergeltungsangriffen“. Es seien zwei Raketen Richtung Zypern abgefeuert worden. „Wir glauben nicht, dass sie gezielt auf Zypern gerichtet waren“, sagte Healey dem Sender Sky News. Es sei aber ein Beispiel dafür, dass es eine „sehr reale (…) Bedrohung durch ein Regime“ gebe, das in der gesamten Region weit um sich schlage.

Großbritannien beteiligt sich im Nahen Osten an einem defensiven Militäreinsatz, wie Premierminister Keir Starmer bereits am Samstag mitgeteilt hatte. Healey erläuterte, dass britische Flugzeuge Drohnen und Raketen abschießen, wenn sie diese sehen. Die Einheiten starten demnach unter anderem in Bahrain und auf Zypern. „Wenn ich also davon spreche, dass Großbritannien im Rahmen koordinierter regionaler Verteidigungsoperationen eine Rolle bei der Stärkung der regionalen Stabilität spielt, dann meine ich genau das“, sagte Healey.

Er kritisierte außerdem, dass iranischen Kommandeuren zunehmend erlaubt werde, ihre eigenen Ziele auszuwählen, da das Land „die Kontrolle über seine Befehls- und Kommandostrukturen verliert“.

11.20 Uhr: Nordkorea verurteilt Angriffe als „illegale Aggression“

rtr | Nordkorea verurteilt die Angriffe der USA und Israels auf den Iran als „Verletzung der nationalen Souveränität“. Die Militäroperation sei eine „illegale Aggression“, meldet die amtliche Nachrichtenagentur KCNA.

11.16 Uhr: Söder sieht Chance für Wandel im Iran

dpa | CSU-Chef Markus Söder sieht durch die Angriffe Israels und der USA eine Chance für grundlegende politische Veränderungen im Iran. „Der entschlossene Einsatz der USA und Israels ermöglicht endlich den erhofften Wandel im Iran“, schrieb Bayerns Ministerpräsident auf der Plattform X. „Nach Jahrzehnten unter der Herrschaft eines grausamen Terrorregimes bietet sich nun die Chance auf Freiheit und die Einhaltung von Menschenrechten.“ Er sprach von „historischen Stunden im Nahen Osten“.

Man unterstütze das iranische Volk bei seinem Streben nach Selbstbestimmung, schrieb Söder weiter. Die „willkürlichen Angriffe des Regimes“ auf die Staaten in der Golfregion müssten sofort enden. „Viel zu lange hat Iran den Nahen Osten mit brutaler Gewalt destabilisiert.“

Am Samstagmorgen hatten die USA und Israel koordinierte Luft- und Raketenangriffe gegen Ziele im Iran begonnen, bei denen unter anderem Religionsführer und Staatsoberhaupt Ajatollah Ali Chamenei getötet wurde. Teheran reagierte seinerseits mit Angriffen auf Israel sowie auf Ziele in der Golfregion, wo es US-Militärstützpunkte gibt.

11.15 Uhr: Tötung Chameneis ist „zynischer Mord“

rtr | Der russische Präsident Wladimir Putin kondoliert seinem iranischen Kollegen Massud Peseschkian zum Tod von Ajatollah Ali Chamenei. Putin bezeichne die Tötung als „zynischen Mord“, meldet die Nachrichtenagentur Tass. Dies sei eine Verletzung aller Normen der menschlichen Moral und des Völkerrechts.

11.10 Uhr: Großteil von Irans Flugabwehr ausgeschaltet

rtr | Das israelische Militär hat nach eigenen Angaben die Mehrheit der Flugabwehrsysteme im Westen und Zentrum des Iran ausgeschaltet. Ziel sei es zudem, die iranischen Boden-Boden- und Boden-Luft-Raketen zu treffen.

11.05 Uhr: Ajatollah Arafi in Übergangs-Führungsrat berufen

rtr | Der Geistliche Aliresa Arafi wird der Nachrichtenagentur Isna zufolge in den iranischen Führungsrat berufen. Das Gremium nehme die Aufgaben des Obersten Führers wahr, bis der Expertenrat einen Nachfolger gewählt habe. Arafi bilde zusammen mit Präsident Massud Peseschkian und Justizchef Gholamhossein Mohseni Edschei die vorübergehende Staatsspitze.

11.03 Uhr: Irans Präsident sieht Tötung als Kriegserklärung

dpa | Irans Präsident Massud Peseschkian hat die gezielte Tötung von Religionsführer Ali Chamenei als offene Kriegserklärung bezeichnet. Diese richte sich gegen alle Muslime, insbesondere aber gegen alle Schiiten weltweit. Peseschkian erklärte laut der staatlichen Nachrichtenagentur Irna: „Der Iran betrachtet die Vergeltung und Blutrache an den Tätern und Drahtziehern dieses Verbrechens als Pflicht und legitimes Recht.“ Chamenei sei ein „Märtyrer“, dessen Standhaftigkeit ihn in die Geschichtsbücher eingeschrieben habe.

10.47 Uhr: Unicef ruft zu Ende der Kampfhandlungen auf

epd | Das UN-Kinderhilfswerk Unicef ruft nach den Angriffen im Iran und in der Region die Konfliktparteien zur sofortigen Einstellung der Kampfhandlungen und zur Deeskalation auf. Alle Beteiligten sollten „größtmögliche Zurückhaltung“ üben und ihren Verpflichtungen mit Blick auf Völkerrecht und Menschenrechte nachkommen, erklärte das Hilfswerk der Vereinten Nationen am Sonntag in Köln. „Dazu gehört insbesondere der Schutz der Zivilbevölkerung und der lebensnotwendigen Dienstleistungen, auf die Kinder zum Überleben angewiesen sind.“

10.44 Uhr: Weitere Iran-Demo in Berlin

dpa | Nach den Angriffen Israels und der USA auf den Iran und dem Tod des Religionsführers Chamenei Ajatollah Ali Chamenei sind in Berlin weitere Demonstrationen angekündigt. Für den Nachmittag ist eine Kundgebung am Brandenburger Tor mit 5.000 Teilnehmern angemeldet, wie ein Sprecher der Berliner Polizei sagte. Die Versammlung trägt den Titel „Freiheit für Iran unter Führung von Prinz Reza Pahlavi“ und soll um 15 Uhr beginnen. Zudem sei eine Versammlung an der iranischen Botschaft in Dahlem mit rund 150 Teilnehmern angemeldet.

Bereits am Samstagnachmittag fand in Berlin-Mitte eine Kundgebung statt. Rund 1.600 Menschen nahmen laut Polizeiangaben daran teil, rund die Hälfte weniger als zuvor angemeldet. Neben kleineren Versammlungen an der iranischen Botschaft und am Neptunbrunnen kamen am späten Abend zudem noch etwa 500 Menschen am Breitscheidplatz zusammen. Die Versammlung sei friedlich verlaufen und habe eher „Happening Charakter“ mit Freudentänzen gehabt, so der Polizeisprecher.

10.38 Uhr: Hamas verurteilt Tötung von Chamenei

afp | Die radikalislamische Hamas hat die Tötung des geistlichen Oberhaupts des Iran, Ayatollah Ali Chamenei, bei US-israelischen Angriffen als ein „abscheuliches Verbrechen“ verurteilt. Die Vereinigten Staaten und Israel als „faschistische Besatzerregierung tragen die volle Verantwortung für diese eklatante Aggression“ und das gegen die Souveränität des Iran gerichtete „abscheuliche Verbrechen“ sowie für die „schlimmen Auswirkung auf die Sicherheit und Stabilität der Region“, erklärte die Hamas am Sonntag.

„Wir betrauern den Tod von Ayatollah Ali Chamenei. Er hat unser Volk, unsere Sache und unseren Widerstand politisch, diplomatisch und militärisch unterstützt“, fügte die radikale Palästinenserorganisation hinzu.

Der Islamische Dschihad bezeichnete die Tötung Chameneis als „Kriegsverbrechen“. Die mit der Hamas verbündete Organisation war an dem Überfall auf Israel am 7. Oktober 2023 beteiligt, der den jüngsten Krieg im Gazastreifen ausgelöst hatte.

10.37 Uhr: Öltanker vor Küste Omans angegriffen

dpa | Vor der Küste des Golfstaats Oman ist nach staatlichen Angaben ein Öltanker angegriffen worden. Der Tanker „Skylight“ sei etwa neun Kilometer vor der omanischen Küste bei Musandam attackiert worden, meldete die Nachrichtenagentur Oman News Agency unter Berufung auf das omanische Zentrum für maritime Sicherheit. Dabei seien vier Personen verletzt worden. Die 20-köpfige Besatzung des Schiffs unter der Flagge des pazifischen Inselstaats Palau sei evakuiert worden. Weitere Details waren zunächst nicht bekannt.

Der Vorfall ereignete sich nahe der Straße von Hormus. Die iranische Nachrichtenagentur hatte gestern gemeldet, dass die iranischen Revolutionsgarden den Schiffsverkehr der strategisch wichtigen Meerenge eingeschränkt haben. Demnach erhielten Schiffe wiederholt Funkmeldungen, in denen ihnen die Durchfahrt untersagt wurde. Die Besatzungen würden aufgefordert, die Maschinen zu stoppen und sich auf ein mögliches Entern vorzubereiten, hieß es.

10.35 Uhr: Katar meldet Beschuss

ap | In Katar sind nach Angaben des Verteidigungsministeriums Raketen und Drohnen aus dem Iran abgefangen worden. Opfer habe es nicht gegeben, berichtete das Ministerium am Sonntag. Katar habe alle Maßnahmen zum Schutz des Landes ergriffen.

10.34 Uhr: Dreitägige Staatstrauer im Irak angekündigt

afp | Nach der Tötung des geistlichen Oberhaupts des Iran, Ayatollah Ali Chamenei, bei US-israelischen Angriffen hat der Irak eine dreitägige Staatstrauer ausgerufen. Dies teilte Regierungssprecher Bassem al-Awadi am Sonntag mit. Chamenei sei „bei einem eklatanten Akt der Aggression“ getötet worden, erklärte al-Awadi weiter. „In großer Trauer sprechen wir den edlen Menschen des Iran und gesamten muslimischen Welt unser Beileid aus“, fügte der Sprecher hinzu. Er forderte zudem eine sofortige Waffenruhe. Die Angriffe führten „zu einer nie dagewesenen Gewalt in der Region“.

Auch der einflussreiche irakische Schiitenführer Moktada Sadr rief eine dreitägige Trauer aus. Der Koordinationsrahmen, ein Bündnis schiitischer Parteien, erklärte, „mit großem Bedauern und tiefer Trauer beklagen wir den Tod des Märtyrerführers Ayatollah Ali Chamenei“. Sein „Blut wird für alle Generationen ein Leitstern bleiben“ und „der Fluch wird die mörderischen Zionisten für alle Zeit verfolgen“.

Der oberste irakische Schiitenführer Ayatollah Ali Sistani rief die Iranerinnen und Iraner zur Einheit auf. „Vom großartigen iranischen Volk wird erwartet, seine Einheit zu bewahren, standhaft zu bleiben und die finsteren Ziele des Aggressors abzuwehren“, erklärte er.

10.31 Uhr: Vereinigte Arabische Emirate warnen Iran

ap | Ein Berater des Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate hat Angriffe des Irans auf Golfstaaten als Reaktion auf Luftangriffe der USA und Israels kritisiert. „Ihr Krieg richtet sich nicht gegen Ihre Nachbarn“, teilte Anwar Gargasch am Sonntag auf der Plattform X mit. „Kehren Sie zur Vernunft zurück, zu Ihrer Umgebung und gehen Sie mit Ihren Nachbarn mit Vernunft und Verantwortungsbewusstsein um, bevor sich der Kreis der Isolation und Eskalation ausweitet.“

10.04 Uhr: Israel greift Ziele im Herzen von Teheran an

dpa | Erneut hat es in der iranischen Hauptstadt Teheran laute Explosionen gegeben. Die israelische Armee teilte mit, man greife „Ziele des iranischen Terrorregimes im Herzen von Teheran an“. Einwohner berichteten, es handele sich offenbar um Angriffe im Stadtzentrum. Die israelische Armee gab an, sie habe im Verlauf des vergangenen Tages großangelegte Angriffe im Iran ausgeführt, „um die Lufthoheit herzustellen und den Weg nach Teheran zu ebnen“.

9.59 Uhr: Dubai meldet Verletzte bei Drohnenabwehr

dpa | In Dubai in den Vereinigten Arabischen Emirate sind bei der Abwehr von Drohnenangriffen zwei Menschen verletzt worden. Trümmerteile seien in die Höfe von zwei Wohnhäusern gefallen, teilte das Medienbüro von Dubai mit. Explosionsgeräusche in der Stadt seien auf Abfangraketen zurückzuführen, hieß es weiter.

Bereits am Samstag war es im Zuge der aktuellen Eskalation zu einem Feuer am bekannten Luxushotel Burj al Arab gekommen. In Behördenangaben war von einem „kleinen Brand“ die Rede. Ein Video zeigte aber, dass es an der Außenwand des mehr als 300 Meter hohen Wolkenkratzers über mehrere Stockwerke hinweg brannte.

9.53 Uhr: Israel: Luftwaffe hat Chamenei gezielt getötet

dpa | Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben den tödlichen Angriff auf Irans obersten Führer Ajatollah Ali Chamenei ausgeführt. Das Militär gab bekannt, es habe am Samstag „den Obersten Führer des iranischen Terrorregimes eliminiert“. Sowohl Israel als auch die USA greifen seit Samstag Ziele im Iran an.

„Ali Chamenei wurde in einer präzisen, großangelegten Operation der israelischen Luftwaffe ausgeschaltet, die auf exakten Geheimdienstinformationen beruhte, während er sich in seinem zentralen Führungskomplex im Herzen von Teheran aufhielt, gemeinsam mit weiteren hochrangigen Funktionären“, hieß es weiter in der Mitteilung.

Chamenei sei „über viele Jahre hinweg direkt verantwortlich für die gewaltsame Unterdrückung iranischer Bürger“ gewesen. Außerdem sei er der „Architekt des Plans zur Zerstörung des Staates Israel“ gewesen. Man habe ihn als „Kopf der iranischen Krake“ bezeichnet, „die ihre Arme über den gesamten Nahen Osten bis an die Grenzen des Staates Israel ausstreckte“. Chamenei sei verantwortlich für „Terroranschläge gegen den Staat Israel, und das Blut vieler Zivilisten aus aller Welt klebte an seinen Händen“.

9.52 Uhr: Mehrere Tote nach Protesten in Pakistan

dpa | Nach der Tötung von Irans oberstem Führer Ajatollah Ali Chamenei sind bei Protesten am US-Konsulat in der pakistanischen Millionenstadt Karachi mehrere Demonstranten ums Leben gekommen. „Wir haben mindestens neun Leichen erhalten“, sagte Jasso Ram, Sprecher des Zivilkrankenhauses von Karatschi, der Deutschen Presse-Agentur. Demnach könne die Zahl der Opfer noch steigen. Mehr als 25 Menschen, die bei den Zusammenstößen verletzt worden waren, würden behandelt.

Der Leiter einer der größten Rettungsdienste der Stadt, Faisal Edhi, bestätigte, dass seine Organisation mindestens sieben Leichen ins Krankenhaus gebracht habe. Aufnahmen in Netz sollen zeigen, wie Demonstranten mit Stöcken und Steinen Fenster einschlugen. Die Polizei setzte nach Behördenangaben Tränengas und Schlagstöcke ein. Demonstranten skandierten Parolen gegen die USA und marschierten in Richtung des Konsulatsviertels, wo sie versuchten, in das Gelände einzudringen, wi es hieß.

Unterdessen verschärften die Behörden die Sicherheitsvorkehrungen in Pakistans Hauptstadt Islamabad. Straßen zur sogenannten Roten Zone mit Botschaften und wichtigen Regierungsgebäuden wurden gesperrt.

9.46 Uhr: Drohnenangriffe im Oman

dpa | Der Handelshafen von Dukm im Oman ist mit zwei Drohnen angegriffen worden. Eine der Drohnen habe eine Arbeiterunterkunft getroffen, wobei ein ausländischer Arbeiter verletzt worden sei, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Oman News Agency unter Berufung auf Sicherheitsquellen.

Die zweite Drohne sei in der Nähe von Treibstofftanks abgestürzt. Dabei habe es weder Verletzte noch Schäden gegeben, hieß es weiter. Die Regierung des Oman verurteilte den Angriff.

9.28 Uhr: CIA spürte Aufenthaltsort von Chamenei auf

dpa | Der US-Auslandsgeheimdienst CIA hat laut einem Bericht der „New York Times“ eine wichtige Rolle vor dem Angriff auf Irans obersten Führer Ajatollah Ali Chamenei gespielt. Die US-Zeitung berichtete unter Berufung auf mehrere nicht genannte Personen, die mit dem Einsatz vertraut sein sollen, der Auslandsgeheimdienst habe Chamenei über Monate verfolgt und dabei Kenntnisse über seine Aufenthaltsorte und Gewohnheiten erlangt.

Die CIA soll erfahren haben, dass am Samstagmorgen in einem Gebäudekomplex im Herzen Teherans ein Treffen hochrangiger iranischer Offizieller stattfinden sollte und sich Chamenei dort aufhalten würde. Daraufhin sollen die USA und Israel den Zeitpunkt ihrer Angriffe auf den Iran angepasst haben. Ursprünglich sei laut dem Zeitungsbericht geplant gewesen, nachts anzugreifen.

8.31 Uhr Auch Irans Generalstabschef getötet

afp | Bei den Luftangriffen Israels und der USA auf den Iran ist örtlichen Medien zufolge auch der Generalstabschef der iranischen Streitkräfte, Abdolrahim Mussawi, getötet worden. Im iranischen Staatsfernsehen wurde am Sonntag der Name Mussawis gemeinsam mit den Namen anderer getöteter hochrangiger Vertreter genannt. Zuvor war bereits der Tod des Anführers der iranischen Revolutionsgarden, Mohammed Pakpur, und des Vorsitzenden des nationalen Verteidigungsrats, Ali Schamchani, bekannt gegeben worden. Wie das Staatsfernsehen weiter berichtete, wurden die Verantwortlichen „während einer Sitzung des Verteidigungsrates“ getötet. Weitere Namen würden zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben, hieß es.

🐾 8.25 Uhr: Ein Krieg voller Widersprüche

„Trump und seinen Militärs ist bewusst, dass sich die iranische Führung in den letzten Monaten auf massive Gegenschläge gegen Israel und US-Militärbasen in der Region vorbereitet hat – und diese Angriffe folgten am Samstag prompt“, schreibt taz-Auslandsredakteur Leon Holly in seinem Kommentar „Trumps Krieg steckt voller Widersprüche“.

8.20 Uhr: Iran-Krieg trifft deutsche Handelsschifffahrt

dpa | Von dem Krieg gegen den Iran sind deutsche Reedereien mit zahlreichen Schiffen und Besatzungen direkt betroffen. In vielen Unternehmen liefen Krisensitzungen, teilte der Verband Deutscher Reeder (VDR) mit. Schiffe würden – wo immer möglich – aus Gefahrenzonen herausgeführt, umgeleitet oder warteten außerhalb der Risikogebiete auf neue Anweisungen.

„Die aktuelle Eskalation trifft das Herz globaler Seehandelsrouten und auch die Schiffe deutscher Reedereien, vor allem aber die Menschen an Bord, unmittelbar“, sagte Martin Kröger, Hauptgeschäftsführer des Verbands Deutscher Reeder. „Für viele unserer Mitgliedsunternehmen ist dies eine akute operative Krise, keine abstrakte geopolitische Entwicklung.“

Rund um den Iran liegt die Meerenge Straße von Hormus. Für die globale Energieversorgung sowie den Container- und Tankerverkehr sei sie weltweit einer der kritischsten Engpässe. Nach aktuellen Lageeinschätzungen sei die Passage derzeit erheblich eingeschränkt bis gar nicht nutzbar. Westlich davon verliefen – zwischen Israel, der arabischen Halbinsel und Nordostafrika – die stark frequentierten Seewege durch das Rote Meer mit der Meerenge Bab al-Mandab und dem Suezkanal, so der Verband. Diese Verbindung zähle zu den wichtigsten Handelsachsen zwischen Europa und Asien.

Die Kombination aus militärischer Eskalation im Umfeld des Persischen Golfs und anhaltenden Bedrohungen im südlichen Roten Meer schaffe ein durchgehendes Risikoband entlang zentraler Seehandelsrouten zwischen Europa und Asien. Es drohe eine weitere Ausweitung des Konflikts mit erheblichen Risiken für die Handelsschifffahrt in der gesamten Region.

8.19 Uhr: Auseinandersetzungen in Bagdad

dpa | Nach der Tötung von Irans oberstem Führer Ajatollah Ali Chamenei haben Demonstranten in der irakischen Hauptstadt Bagdad versucht, in das streng gesicherte Regierungsviertel mit der US-Botschaft vorzudringen. Nach Angaben von Augenzeugen hatten sich am Eingang zur sogenannten Grünen Zone Hunderte Menschen zum Protest versammelt. Sicherheitskräfte lösten die Menge gewaltsam auf. Die Demonstranten versuchten demnach, die Sicherheitsbarrieren zu überwinden, um zur US-Botschaft innerhalb der Grünen Zone zu gelangen. Laut Augenzeugen setzten die Sicherheitskräfte Schlagstöcke, scharfe Munition, Tränengas und Wasserwerfer ein, um die Demonstranten auseinanderzutreiben.

7.41 Uhr: Israel: „Gerechtigkeit ist geschehen“

afp | Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz hat die Tötung des geistlichen Oberhaupts des Iran, Ali Chamenei, als Akt der „Gerechtigkeit“ begrüßt. Chamenei sei „zusammen mit hochrangigen Mitgliedern der iranischen Terrorfestung“ eliminiert worden, erklärte Katz am Sonntag in Onlinediensten.

„Gerechtigkeit ist geschehen, und die Achse des Bösen hat einen schweren Schlag erlitten“, betonte der Verteidigungsminister.

Israel und die USA hatten am Samstagmorgen eine massive Welle von Luftangriffen gegen die Islamische Republik Iran gestartet. Bei einer Attacke in Teheran wurde Chamenei getötet. Als Reaktion führte der Iran Gegenangriffe auf Ziele in Israel sowie Einrichtungen des US-Militärs in Staaten der Golfregion aus.

7.05 Uhr: Trump warnt den Iran vor Vergeltungsschlägen

dpa | US-Präsident Donald Trump hat den Iran nach den amerikanisch-israelischen Luftangriffen vor Vergeltungsschlägen gewarnt. „Das sollten sie besser nicht tun“, schrieb der Republikaner in Großbuchstaben auf der Plattform Truth Social. Sollte das passieren, werde man „mit einer noch nie zuvor gesehenen Stärke“ zurückschlagen.

Nach der Tötung von Irans oberstem Führer Ajatollah Ali Chamenei bei amerikanisch-israelischen Luftangriffen hatten die Revolutionsgarden des Landes Rache geschworen. „In Kürze werden die größten militärischen Einsätze in der Geschichte der iranischen Streitkräfte gegen Israel und US-Stützpunkte in der Region beginnen“, hieß es in einer Presseerklärung der Elitestreitmacht der Islamischen Republik.

7.02 Uhr: Erneute Explosionen in Golfstaaten

dpa | Nach der Tötung von Irans oberstem Führer Ajatollah Ali Chamenei durch amerikanisch-israelische Angriffe sind in den arabischen Golfstaaten erneut Explosionen zu hören. Augenzeugen in der katarischen Hauptstadt Doha zufolge waren am Morgen mehrere Knallgeräusche zu hören. Der katarische Nachrichtensender Al-Jazeera meldete mindestens elf Explosionen in Doha.

Auch in Manama, der Hauptstadt von Bahrain wurden Explosionen gemeldet. Augenzeugen berichteten von mindestens vier lauten Knallgeräuschen. Auf Social Media wurden in dem Zuge Bilder eines getroffenen und beschädigten Hotels in Manama verbreitet. Sie ließen sich zunächst nicht unabhängig verifizieren.

Nach Beginn der israelisch-amerikanischen Angriffe auf den Iran hat Teheran gestern mehrfach US-Militärstützpunkte in der Region attackiert. Die arabischen Golfstaaten beheimaten gemeinsam Tausende US-Truppen.

7.01 Uhr: Israels Armee gibt erstmal Entwarnung

dpa | Israels Armee hat nach gemeldeten Raketenangriffen des Irans wieder Entwarnung gegeben. Die Menschen in allen Teilen des Landes dürften die Schutzräume wieder verlassen, sollten sich aber weiter in ihrer Nähe aufhalten, teilte die Armee am Morgen mit. Zuvor waren Luftabwehrsysteme im Einsatz gewesen, um die Angriffe abzuwehren. Zum bereits 20. Mal hätten Millionen Menschen in Israel innerhalb von 24 Stunden wegen Angriffen des Irans in die Schutzräume rennen müssen, erklärte das Militär. Die israelische Luftwaffe hatte in der Nacht auch ihre Angriffe gegen Raketenstützpunkte und Luftabwehrsysteme im Iran fortgesetzt.

7.00 Uhr: Mützenich: Trumps Ziele sind schleierhaft

dpa | SPD-Außenpolitiker Rolf Mützenich blickt kritisch auf die schweren Angriffe im Iran und fordert von den USA und Israel Transparenz zu den Beweggründen ihres Handelns. „Die israelische Regierung hat den militärischen Eingriff als präventive Reaktion gerechtfertigt. Solange sie jedoch ihre Erkenntnisse nicht öffentlich darlegt, werden Zweifel bleiben“, sagte der frühere Fraktionsvorsitzende dem „Tagesspiegel“.

Genauso schleierhaft seien die Ziele von US-Präsident Donald Trump und welche Konsequenzen sich daraus ergäben. „Die amerikanische Regierung muss erklären, warum weitere Verhandlungen über das iranische Atomprogramm aussichtslos waren.“ Zugleich forderte Mützenich eine Feuerpause, damit Zivilisten sich in Sicherheit bringen könnten.

Mützenich betonte im „Tagesspiegel“ die Brutalität und Gefahr der Machthaber im Iran und sprach von einer diktatorischen Gewaltherrschaft. „Sowohl die überwiegende Mehrheit der iranischen Bürger als auch viele Länder wären glücklich, wenn die Machthaber durch eine legitime Regierung und ein verantwortungsbewusstes Parlament abgelöst würden.“ Die Erfahrung bestätige aber, dass derartige Veränderungen nicht von außen initiiert werden könnten – „schon gar nicht in einer Region, die durch zahllose Interventionen und Putsche geprägt ist“.

6.56 Uhr: Erneut Explosionen in Golfregion

afp | Einen Tag nach Beginn der iranischen Vergeltungsangriffe sind mehrere Städte in der Golfregion am Sonntagmorgen erneut von Explosionen erschüttert worden. Über der katarischen Hauptstadt Doha stieg dichter schwarzer Rauch auf, wie ein AFP-Journalist berichtete. Auch in Dubai und in Bahrains Hauptstadt Manama waren Detonationen zu hören. In Israel war am Samstag eine Frau getötet worden. Die Behörden in den Emiraten meldeten zwei Todesopfer in Abu Dhabi. In Dubai wurde das Luxushotel Burdsch Al Arab durch Trümmer einer abgeschossenen iranischen Drohne beschädigt. Bei einer Explosion unbekannter Ursache auf der künstlich angelegten Insel The Palm in Dubai waren zuvor vier Menschen verletzt worden.

6.33 Uhr: „Werden auf Vergeltung mit Gewalt reagieren“

rtr | US-Präsident Donald Trump hat den Iran vor beispielloser Gewalt gewarnt, sollte das Land Vergeltung üben. Die Vereinigten Staaten würden den Iran mit einer noch nie dagewesenen Macht treffen, erklärt Trump auf Truth Social. „Der Iran hat gerade erklärt, dass er heute sehr hart zuschlagen wird, härter als njemals zuvor.“

6.31 Uhr: Was bedeutet Chameneis Tod für den Iran?

dpa | Chameneis Tod markiert eine Zäsur für den Iran – eine epochale Veränderung, deren Konsequenzen noch nicht absehbar sind. Die Situation ist im Fluss, nicht zuletzt angesichts der amerikanischen und israelischen Angriffe, die gerade erst begonnen haben. Das Herrschaftssystem der Islamischen Republik ist erschüttert. Aber wankt es oder bricht es gar mittelfristig in sich zusammen? Zumindest letzteres scheint Experten zufolge kurzfristig unwahrscheinlich: Das Herrschaftssystem hat sich in den fast 50 Jahren seit der Revolution massiv gefestigt und kontrolliert über seinen vielschichtigen Sicherheitsapparat das öffentliche Leben mit harter Hand.

Die Islamische Republik könne „den Verlust mehrerer Schlüsselfiguren verkraften“, genauso wie mehrtägige Luftangriffe, schrieb etwa Thomas Juneau, Professor an der kanadischen Universität Ottawa, auf der Plattform X. Zudem soll Chamenei nach den israelischen und amerikanischen Angriffen im vergangenen Jahr die Erstellung mehrschichtiger Nachfolgepläne für einen erneuten Kriegsfall angeordnet haben, um ein Machtvakuum zu vermeiden. Solange sich die Nachfolger auf Polizei, Militär, Revolutionsgarden und die Basidsch-Milizen stützen können, um mögliche Proteste zu unterdrücken und es keine Palastrevolte innerhalb der Führungszirkel gibt, dürfte das System Bestand haben.

6.30 Uhr: Iran will Kurs von Chamenei fortsetzen

rtr | Der Iran wird laut ‌Parlamentssprecher Baker Kalibaf den Weg von Ajatollah Chamenei fortsetzen. Sich an US-Präsident Donald Trump und Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu wendend, sagt Kalibaf im Staatsfernsehen, sie hätten eine rote Linie überschritten. Dafür würden sie bezahlen.

6.24 Uhr: Tausende Iraner trauern in Teheran um Chamenei

afp | Nach dem Tod des geistlichen Oberhaupts des Iran, Ali Chamenei, haben sich am Sonntag tausende Menschen zu seinen Ehren in Teheran versammelt. Die größtenteils schwarz gekleideten Teilnehmer der Kundgebung auf dem zentralen Enghelab-Platz skandierten „Tod den Vereinigten Staaten“ und „Tod Israel“, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten. Viele von ihnen schwenkten iranische Flaggen und hielten Fotos von Chamenei hoch.

6.20 Uhr: Revolutionsgarden melden Vergeltungsschläge

dpa | Die iranischen Revolutionsgarden haben in Reaktion auf die Tötung von Religionsführer Ajatollah Ali Chamenei nach eigenen Angaben massive Vergeltungsschläge gegen Dutzende Stellungen der USA und des Erzfeindes Israel durchgeführt. Es seien 27 US-Stützpunkte in der Region sowie Israels Armeehauptquartier und ein Rüstungskomplex in Tel Aviv ins Visier genommen worden, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Tasnim, ein Sprachrohr von Irans Elitestreitmacht. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. In Israel gab es in den frühen Morgenstunden wiederholt Raketenalarm. Die Luftwaffe ist nach Armeeangaben im Einsatz, um die Bedrohung abzuwehren.

6.03 Uhr: Ein Trio soll Iran vorübergehend führen

dpa | Im Iran soll nach der Tötung von Religionsführer Ajatollah Ali Chamenei vorübergehend ein dreiköpfiger Rat das Land führen. Die Verantwortung für die Übergangsphase sollen Präsident Massud Peseschkian, Justizchef Gholam-Hussein Mohseni-Edschehi und ein Mitglied des Wächterrats übernehmen. Das erklärte ein Berater des getöteten Chameneis, Mohammed Mochber, der Nachrichtenagentur Mehr zufolge. Auch die iranische Nachrichtenagentur Irna berichtete darüber.

Das Trio soll die Aufgaben Chameneis übernehmen, bis der sogenannte Expertenrat, ein Gremium aus 88 einflussreichen Geistlichen, einen Nachfolger benennt. Laut der Verfassung müsse der Expertenrat umgehend einen neuen Führer bestimmen und vorstellen, sagte Mochber. Wer Chamenei nachfolgen könnte, ist unklar. Öffentlich hatte sich der Religionsführer dazu nicht geäußert. In den vergangenen Jahren war immer wieder dessen Sohn Modschtaba genannt worden, der bislang kaum in der Öffentlichkeit stand. Dem Staatsapparat dürfte es zudem schwerfallen, mitten im Krieg das Machtgefüge neu zu ordnen.

5.37 Uhr: Pahlavis Sohn bringt sich als Interimsführer ins Spiel

dpa | Der Sohn des 1979 gestürzten Schahs von Persien, Reza Pahlavi, brachte sich erneut als Übergangsführer des Irans ins Spiel. „Viele Iraner haben mich, oft trotz lebensbedrohlicher Situationen, gebeten, diesen Übergang zu leiten“, schrieb er in der „Washington Post“. Er wolle ihrem Ruf folgen und den Weg hin zu einer neuen Verfassung freimachen. Darauf sollten freie Wahlen folgen.

5.26 Uhr: Erneut Explosionen in Dubai

rtr | In der Region Dubai sind Augenzeugen zufolge erneut laute Explosionen zu hören. Der Iran hatte nach Angriffen der USA und Israels Vergeltungsschläge gegen die benachbarten Golfstaaten gestartet. Der Iran hat erklärt, er werde US-Stützpunkte in der Region angreifen.

4.35 Uhr: Iran bestätigt Tötung des Chefs der Revolutionsgarden

afp | Der Iran hat den Tod des Anführers der iranischen Revolutionsgarden, Mohammed Pakpur, bestätigt. Er sei ebenso wie der Vorsitzende des nationalen Verteidigungsrats, Ali Schamchani, am Samstag bei den US-israelischen Luftangriffen auf Teheran umgekommen, teilte die iranische Justiz am Sonntag auf ihrer Website „Misan Online“ mit.

4.31 Uhr: Afghanistan feuert auf pakistanische Jets über Kabul

rtr | Afghanistan feuert nach eigenen Angaben auf pakistanische Jets über der Hauptstadt Kabul. Zuvor erschüttern Explosionen und Schüsse die Stadt. Die Geräusche seien das Ergebnis des Beschusses pakistanischer Flugzeuge, sagt ein Sprecher der Taliban-Regierung. Eine pakistanische Stellungnahme liegt zunächst nicht vor.

4.16 Uhr: EU-Außenminister beraten am Sonntag über Lage im Iran

afp | Angesichts der US-israelischen Luftangriffe auf den Iran und zahlreicher Vergeltungsattacken Teherans kommen die Außenminister der EU-Mitgliedsstaaten am Sonntag zu einer außerordentliche Sitzung zusammen. Nach Angaben der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas soll dabei über „über den Iran und die sich rasch entwickelnden Ereignisse im Nahen Osten“ beraten werden. „Die wahllosen Angriffe des iranischen Regimes auf seine Nachbarn bergen die Gefahr, die Region in einen größeren Krieg zu ziehen, und wir verurteilen dies“, sagte Kallas am Samstag.

3.37 Uhr: Israel greift weitere Ziele im Iran an

dpa | Die israelische Luftwaffe hat im Iran nach eigenen Angaben mehr als 30 weitere Ziele bombardiert. Dutzende Kampfflugzeuge hätten eine weitere Angriffswelle gegen ballistische Raketenstellungen und die Luftabwehrsysteme im Westen und im Zentrum des Irans abgeschlossen. Ziele seien unter anderem Raketenabschussanlagen, Einrichtungen der Staatsführung und militärische Kommandozentren gewesen. Die Armee werde ihre Angriffe zur Schwächung der Militärkapazitäten des Irans fortsetzen.

3.13 Uhr: G7-Außenminister beraten über Lage im Iran

dpa | Die Außenminister der G7-Länder wirtschaftsstarker Demokratien haben sich nach Beginn der israelisch-amerikanischen Angriffe gegen Ziele im Iran auf eine enge Abstimmung verständigt. Die USA hätten einen Überblick über die jüngsten Entwicklungen und ihre weiteren Aussichten gegeben, teilte das japanische Außenministerium nach einem Telefonat der Minister mit. Japan werde in Bezug auf den Iran mit der internationalen Gemeinschaft, einschließlich der G7-Gruppe weiter „alle notwendigen diplomatischen Anstrengungen“ unternehmen, sagte Außenminister Toshimitsu Motegi. Zu den G7-Ländern gehören neben Japan und den USA auch Deutschland, Frankreich, Italien, Großbritannien und Kanada.

3.08 Uhr: Demonstrationen in den USA

dpa | Nach den Angriffen der USA und Israels auf den Iran haben sich in den Vereinigten Staaten in mehreren Städten Menschen auf den Straßen versammelt. Größere Demonstrationen fanden unter anderem in Washington, New York und Los Angeles statt. Teils kritisierten die Demonstrierenden das Vorgehen der USA und forderten Frieden für die Region. Andere feierten dagegen den Schlag gegen die iranische Führung.

In der Hauptstadt Washington war bei den Protesten auch eine überlebensgroße Figur von US-Präsident Donald Trump zu sehen, die in Häftlingskleidung durch die Straßen ging – über ihr ein großer Schriftzug, der eine Amtsenthebung Trumps fordert.

Andere feierten den Tod des Religionsführers Ajatollah Ali Chamenei. „Ich möchte weinen. Ich möchte schreien. Ich möchte tanzen. Ich möchte lachen – aber vor allem möchte ich einfach nur feiern“, zitierte die „New York Post“ einen Demonstranten aus Los Angeles. Dem Bericht zufolge gingen in der Stadt Hunderte Menschen auf die Straße, um die Angriffe auf den Iran zu feiern. Die Stadt ist ein Zentrum der iranischen Diaspora in den USA.

3.08 Uhr: Iran bestätigt Tod von Chamenei

afp | Das iranische Staatsfernsehen hat den Tod von Irans geistlichem Oberhaupt Ayatollah Ali Chamenei bestätigt. Ein Moderator verkündete die Nachricht am Sonntag um 05.00 Uhr Ortszeit (02.30 Uhr MEZ) mit brüchiger Stimme. Das Staatsfernsehen machte keine Angaben zu den Umständen von Chameneis Tod und erwähnte auch die Luftangriffe der USA und Israels auf dessen Residenz am Samstag in Teheran nicht.

Der Sender zeigte Archivaufnahmen Chameneis, die als Zeichen der Trauer mit einem schwarzen Band versehen waren. Nach Angaben des Moderators wurde eine 40-tägige Staatstrauer ausgerufen. Als geistliches Oberhaupt des Iran lenkte Chamenei mehr als drei Jahrzehnte lang die Geschicke der Islamischen Republik. Den Posten hatte er 1989 nach dem Tod von Republikgründer Ayatollah Ruhollah Khomeini übernommen.

2.49 Uhr: Tochter und Enkel Chameneis getötet

dpa | Übereinstimmenden Medienberichten zufolge sind bei den israelisch-amerikanischen Luftangriffen auf den Iran auch mehrere Angehörige des obersten Führers Ali Chamenei getötet worden. Die Webseite Al-Arabiya berichtete unter Berufung auf die iranische Nachrichtenagentur Fars, eine Tochter Chameneis, ein Schwiegersohn, eine Schwiegertochter und ein Enkel seien ums Leben gekommen. Dem Sender Al-Jazeera zufolge berief sich Fars dabei auf Chamenei nahestehende Quellen. Aus dem Iran gab es dafür zunächst keine Bestätigung. Chamenei selbst wurde nach US-Angaben bei Angriffen am Samstag ebenfalls getötet.

Schiitische Muslime demonstrieren im pakistanischen Lahore nach dem Tod von Irans geistlichem Führer Chamenei Foto: K.M. Chaudary/AP/dpa

2.11 Uhr: Explosionen in Teheran

afp | Die iranische Hauptstadt Teheran ist am frühen Sonntagmorgen erneut von lauten Explosionen erschüttert worden. Mindestens drei Detonationen seien zu hören gewesen, berichtete ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP. Zugleich waren dröhnende Geräusche zu hören, die denen von Flugzeugen ähnelten. Nach Angaben des iranischen Roten Halbmonds wurden bei den Luftangriffen der USA und Israels mindestens 201 Menschen getötet und mehr als 740 weitere verletzt. Der Iran reagierte mit Gegenangriffen auf Israel sowie auf US-Militärstützpunkte in der Golfregion.

1.00 Uhr: Iran schließt Straße von Hormus

rtr | Nach den ‌Angriffen der USA und ‌Israels auf den Iran und der darauf folgenden Sperrung der Straße von Hormus durch Teheran haben mehrere Reedereien, Ölkonzerne und Handelshäuser ihre Fahrten durch die Meerenge eingestellt. Dies betrifft Rohöl, Treibstoff und Flüssigerdgas (LNG), wie Händler am Samstag sagten. „Unsere Schiffe werden für einige Tage stillliegen“, sagte ein führender Manager eines großen Handelshauses. Satellitenbilder zeigten, dass sich Schiffe vor großen Häfen wie Fudschaira ‌in den Vereinigten Arabischen Emiraten stauten und die Straße von Hormus nicht passierten.

Mehrere Schiffe in der Region haben nach Angaben eines Vertreters der EU-Marinemission Aspides eine Funkdurchsage von den iranischen Revolutionsgarden erhalten, wonach „kein Schiff die Straße von Hormus passieren darf“. Die Tankervereinigung Intertanko teilte mit, die US-Marine habe vor Fahrten in der gesamten Region gewarnt – dem Persischen Golf, dem Golf von Oman, dem Nordarabischen Meer und der Straße von Hormus – da sie die Sicherheit der Schifffahrt nicht garantieren könne. Auch das griechische Schifffahrtsministerium riet Schiffen, die Region zu meiden. ‌Die britische Marine erklärte hingegen, die Anweisungen des Irans seien nicht rechtsverbindlich, und riet den Schiffen, die Meerenge mit Vorsicht zu passieren.

Rund 20 Prozent des weltweit verschifften Öls, unter anderem von ⁠den Förderländern Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, dem Irak, Kuwait und dem Iran, werden durch die Meerenge transportiert. Hinzu kommen große Mengen an Flüssigerdgas aus Katar. Bei 14 LNG-Tankern war bereits zu beobachten, dass sie ‌langsamer fuhren, wendeten ‌oder stoppten. Die deutsche Container-Reederei Hapag-Lloyd teilte mit, sie setze alle ⁠Durchfahrten durch die Straße von Hormus bis auf Weiteres aus.

0.52 Uhr: Syrien verurteilt iranische Angriffe

ap | Syrien hat die iranischen Angriffe auf Golfmonarchien scharf verurteilt. Das Außenministerium in Damaskus teilte mit, es verurteile Irans Attacken auf die Souveränität und Sicherheit der betroffenen Staaten aufs Schärfste. In der Erklärung blieben die Angriffe Israels und der USA auf den Iran, die am Samstagmorgen begannen, indes unerwähnt. Dies spiegelte aus Sicht von Beobachtern das Bemühen der syrischen Übergangsführung wider, die Beziehungen zu einflussreichen Volkswirtschaften in der Region und zu den USA zu stärken. Unter dem Ende 2024 gestürzten Machthaber Baschar al-Assad hatte Syrien zu den engsten Verbündeten Irans in der Region gehört.

0.34 Uhr: Auch Russland fordert Sondersitzung der IAEA

dpa | Nach Teheran fordert auch Moskau wegen der israelisch- amerikanischen Angriffe im Iran eine Sondersitzung der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA). Diese solle vor einer ohnehin geplanten regulären Frühjahrssitzung des IAEA-Gouverneursrates am Montag stattfinden, schrieb der russische Botschafter bei den internationalen Organisationen in Wien, Michail Uljanow, auf der Plattform X. Zuvor hatte auch der Iran unter Verweis auf eine „Bedrohung“ der nuklearen Einrichtungen im Land eine Sondersitzung gefordert.

0.30 Uhr: Verletzte auf Flughafen von Dubai

ap | Bei einem mutmaßlichen iranischen Raketenangriff sind auf dem internationalen Flughafen von Dubai vier Menschen verletzt worden. Die Emirate sprachen am Samstag in einer Mitteilung von einer „schweren Attacke mit iranischen ballistischen Raketen“. Angriffe wurden auch an anderen Verkehrsflughäfen in der Region gemeldet, etwa am Internationalen Flughafen Kuwait. Mehrere Airports wurden geschlossen und Flüge gestrichen.

0.13 Uhr: IAEA beruft Dringlichkeitssitzung ein

rtr | Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) hält am Montag eine Dringlichkeitssitzung wegen der Angriffe der USA und Israels auf den Iran ab. ‌Das von Russland beantragte Treffen beginne um ⁠09.00 Uhr (MEZ), teilt die UN-Behörde mit. Diplomaten zufolge gibt es ‌keine ‌Anzeichen ⁠dafür, dass bei den Angriffen am Samstag ‌iranische ‌Atomanlagen getroffen wurden.

0.00 Uhr: Rubio sagt Reise nach Israel ab

dpa | US-Außenminister Marco Rubio wird seine Reise nach Israel nicht wie geplant antreten. Aufgrund der aktuellen Umstände werde Rubio am Montag nicht nach Israel reisen, teilte ein Vertreter des Ministeriums auf der Plattform X mit. Er machte keine Angaben dazu, ob die Reise zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden soll.

Gemeinsam für freie Presse

Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – und mit Ihrer Beteiligung können wir es schaffen. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen

Mehr zum Thema

0 Kommentare