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IT-Sicherheit in den USAFreiheit, Router und der Osterhase

Die USA verschärfen die Regeln für Internetrouter. Das soll für mehr IT-Sicherheit sorgen. Angeblich.

F reedom Fries“, die aus politischen Gründen keinesfalls French Fries heißen sollen, kennen die USA schon länger. Speziell an Trump-Fans richtete sich später ein „Freedom Phone“ – ein Gerät mit zweifelhaftem Preis-Leistungs-Verhältnis und ebenso zweifelhaftem Unabhängigkeitsversprechen. Nun kommt etwas Neues dazu: eine Art „Freedom-Router“, der das gar nicht so freiheitliche Telefon noch einmal toppt.

Router sind diese kleinen, häufig erstaunlich unansehnlichen Geräte, die in vielen Haushalten stehen und unter anderem das Internet aus der Wand an die Endgeräte der Nut­ze­r:in­nen verteilen. Die zuständige US-Behörde will nun, dass neue Router bitte made in USA sind. Wenn die Hersteller das nicht schaffen und keine entsprechende Ausnahmegenehmigung erhalten, zeichnet sich ab, dass sie für ihre Geräte ab dem kommenden März keine Updates mehr ausliefern dürfen. Ziel des Ganzen soll übrigens sein, die IT-Sicherheit in den USA zu stärken.

Nun kann man natürlich daran glauben, dass die IT-Hersteller in den USA es selbstverständlich hinkriegen werden, innerhalb etwa eines Jahres ihre Produktion umzustellen von zugeliefert aus Taiwan, über zusammengebaut in China bis getestet in Indien auf: Alles kommt jetzt aus den USA, wird hier entwickelt und zusammengebaut und überprüft und am besten noch die Rohstoffe irgendwie in die Erde gebuddelt, damit man etwa auch Yttrium found in USA hat.

Man kann auch daran glauben, dass Menschen, deren Geräte keine Sicherheitsupdates mehr bekommen, flugs in den nächsten Laden rennen oder sich dorthin klicken, und sich ein frisches zu besorgen. Man kann allerdings auch an den Osterhasen glauben. Und dabei vergessen, dass da draußen Millionen Menschen zum Beispiel ihre Smartphones mit Sicherheitslücken verwenden und gar nicht daran denken, deshalb ein neues zu kaufen.

Gut möglich also, dass in den USA ab dem kommendem März Millionen Router mit immer mehr und immer bekannter werdenden Sicherheitslücken am Internet hängen. Worum ging es nochmal? Ach, um IT-Sicherheit. Aber das klappt bestimmt, oder, lieber Osterhase?

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Svenja Bergt Redakteurin für Wirtschaft und Umwelt

schreibt über vernetzte Welten, digitale Wirtschaft und lange Wörter (Datenschutz-Grundverordnung, Plattformökonomie, Nutzungsbedingungen). Manchmal und wenn es die Saison zulässt, auch über alte Apfelsorten. Bevor sie zur taz kam, hat sie unter anderem für den MDR als Multimedia-Redakteurin gearbeitet. Autorin der Kolumne Digitalozän.
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3 Kommentare

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  • Cisco als populärer amerikanischer Hersteller( ok, die Produktion ist in Asien) ist nicht gerade bekannt für hohe Sicherheit…….

  • Router sind nicht nur kleine niedliche Kisten in Privathaushalten, sondern je nach Einsatz auch groß und sehr leistungsfähig. Sie sind ein Teil des Rückgrats der Netzwerk - und Internetnutzung. Dadurch sind sie gleichzeitg der ideale Angriffspunkt im Cyberwar. Da die Software in den Routern durchaus komplex sein kann, es oftmals keine belastbare Certifizierung gibt und der Code zum Teil sonstwo herkommt können durchaus Hintertüren eingebaut sein, die man nicht so einfach findet. In sicherheitskritischen Bereichen sollte man wissen, was man sich so einbaut. Das pauschal lächerlich zu machen wird der Fragestellung nicht gerecht.

  • Und logischerweise werden die amerikanischen Hersteller angewiesen sein den amerikanischen Sicherheitsbehörden einen Zugang zu den jeweiligen Routern zu ermöglichen. Gilt ja bei anderen amerikanischen Produkten auch.