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IS-Kommandeur in Nigeria getötetSpezialoperation tötet IS-Waffenschmuggler

Gemeinsam töten Nigeria und die USA einen Top-Verantwortlichen des „Islamischen Staates“ in Westafrika. Nigeria feiert Erfolg gegen den Terror.

Glaubt man US-Präsident Donald Trump, ist in Nigeria „der aktivste Terrorist der Welt“ getötet worden: Abu Bilal al-Minuki, einer der Anführer des „Islamischen Staates – Provinz Westafrika“ (ISWAP) in Nigeria. Einig sind sich die Regierungen der USA und Nigerias darin, dass die gemeinsame Operation beider Länder am frühen Samstagmorgen ein Erfolg war.

Abu Bilal Al-Minuki, ein ehemaliger Friseur, war mutmaßlich die militärische Nummer zwei von ISWAP, wenn nicht sogar des IS weltweit. Die rund um den Tschadsee herum aktive nigerianische Abteilung des IS entstand 2015, als sich die islamistische Terrorgruppe Boko Haram in Nigeria spaltete und der größere Teil davon sich dem IS anschloss. ISWAP bekämpft ebenso wie die Schwesterorganisation ISGS (Islamischer Staat des Großen Sahel) weiter westlich in Niger und Mali vor allem andere islamistische bewaffnete Gruppen, verübt aber auch immer wieder Angriffe auf Regierungstruppen und zivile Ziele. In Nigeria ist ihr schon ein General zum Opfer gefallen.

Nigerias Regierung nennt al-Minuki einen Verantwortlichen für Waffenschmuggel aus Libyen und Koordination der „ökonomischen Kriegsführung“ des IS in der Sahelzone. Er stieg 2023 auf und wurde auf die US-Terrorliste gesetzt. Nigerias Armee vermeldete bereits 2024, ihn getötet zu haben, und sagt jetzt, das sei ein Irrtum gewesen: Kommandeure von IS und Boko Haram würden oft mehrere Decknamen nutzen, zugleich würden mehrere Personen manchmal denselben Decknamen tragen.

Die Operation zur Tötung al-Minukis folgte nach nigerianischen und US-amerikanischen Berichten auf monatelange Überwachung des Hofes Matele im nordostnigerianischen Bundesstaat Borno nahe dem Tschadsee. Die Anwesenheit Al-Minukis sei dort dank der Ortung seiner fünf Telefone, darunter ein Thuraya-Satellitentelefon, festgestellt worden.

In der Nacht zum Samstag sei ein mit 20 Spezialkräften aus Nigeria und den USA besetzter Kampfhubschrauber zum Einsatz gekommen. Während drei Ziele aus der Luft angegriffen wurden, seien Spezialkräfte auf dem Hof gelandet. Sie töteten in einer mehrstündigen Operation den ISWAP-Kommandeur sowie mindestens 17 weitere Personen, darunter neun Frauen und drei nordafrikanische Militärausbilder.

Nigeria hofft auf militärische Partnerschaft mit den USA

Nigerias Militär betonte, bei der „gemeinsamen Operation“ seien entgegen ersten Berichten keine US-Soldaten am Boden zum Einsatz gekommen. Al-Minukis Tötung sei ein „außergewöhnlicher Meilenstein“, sagte der ehemalige Armeesprecher Sani Usman – nicht nur wegen der „Ausschaltung eines profilierten Terroristenführers“, so der General, „sondern wegen der damit verbundenen Symbolik und der strategischen Konsequenzen“.

Nigeria hofft, damit die militärische Partnerschaft mit den USA auf eine funktionierende Ebene gehoben zu haben, nachdem das erste direkte Eingreifen der US-Luftwaffe gegen mutmaßliche Terroristen in Nigeria Ende 2025 zum Fiasko wurde. Hauptsächlich zivile Ziele wurden getroffen, in Nigeria entwickelte sich politischer Streit. Mittlerweile ist das US-Militär mit 200 Angehörigen in Nigeria stationiert und setzt vor allem Reaper-Drohnen ein, die sowohl zur Überwachung als auch für Angriffe dienen.

Die jüngste Operation soll nur der Auftakt sein. Am Montag meldete das US-Afrikakommando Africom neue Angriffe „in Koordination mit der nigerianischen Regierung“. Nigerias Armee bestätigte den Tod von „über 20“ ISWAP-Kämpfern.

Die Hoffnung ist, dass all dies besser funktioniert als die letzten großen Militärschläge gegen ISWAP. Anfang April hatte Nigerias Luftwaffe bei Angriffen in der Provinz Yobe 100 bis 200 Zivilisten getötet, als sie ISWAP-Kämpfer auf Motorrädern bombardieren sollte. Vor einer Woche flog Tschads Armee Luftangriffe auf ISWAP-Stellungen auf Inseln im Tschadsee und tötete dabei vor allem nigerianische Fischer.

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