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Hochradioaktiver AtommüllCastortransport in Schwierigkeiten

Eine „Störung der Stromversorgung“ bremst den zweiten Castor-Transport mitten durch NRW aus. Atom­kraft­geg­ne­r:in­nen fordern Aufklärung.

Bei den Castor-Transporten mit hochradioaktivem Atommüll mitten durch NRW treten immer neue technische Probleme auf. Am Dienstagabend konnte der zweite Spezial-Sattelzug das Forschungszentrum Jülich nach Beobachtung von An­tia­tom­ak­ti­vis­t:in­nen erst mit rund 90 Minuten Verzögerung verlassen. Grund sei die „Störung in der externen Stromversorgung des Fahrzeugs im Stillstand“ gewesen, erklärte die Jülicher Entsorgungsgesellschaft für Nuklearanlagen (JEN) schriftlich. Der strahlende Abfall wird von Jülich ins Zwischenlager Ahaus transportiert

Ob auch die Überwachung des Castors gefährdet war, ist unklar. In dem Statement heißt es, „die Transporteinheit selbst“ sei „zu keinem Zeitpunkt betroffen oder beschädigt“ gewesen. Am Telefon sagte ein JEN-Sprecher der taz aber, die unterbrochene Stromversorgung bediene zumindest indirekt eben doch diese Transporteinheit – den 30 Meter langen Auflieger, auf dem der 2,70 Meter lange Atommüllbehälter steht.

Die Einheit beinhalte „diverse technische Systeme“, die der Geheimhaltung unterlägen, so der Sprecher – und die benötigen offenbar Strom. Die Dichtigkeit des Behälters sei aber „jederzeit sichergestellt“ gewesen: „Der Castor ist völlig intakt.“

Atomkritische Initiativen fordern jetzt Aufklärung – schließlich gab es schon zuvor Pannen: 2023 verlor ein unbeladener Probetransport „den Sichtkontakt“ zur vorausfahrenden Polizeikolonne und bog im Autobahnkreuz Kaiserberg falsch ab. Außerdem habe die bundeseigene Gesellschaft für Zwischenlagerung eingeräumt, dass es eine Woche gedauert habe, den ersten Jülicher Castor am Zielort Ahaus an die Behälter-Überwachung anzuschließen, kritisieren etwa Marita Boslar von dem Aktionsbündnis Stop Westcastor und Heiner Möllers von der Initiative Kein Atommüll in Ahaus.

Trotzdem sollen noch 150 weitere Castoren ins dortige Zwischenlager gebracht werden. Die schwarz-grüne NRW-Landesregierung müsse jetzt aufklären, welche Folgen ein Defekt der Stromversorgung während der Fahrt haben könnte, fordern die Atomkraftgegner:innen. Unklar bleibe auch, ob am Dienstag Sicherheitsbedenken ignoriert wurden. Bei jedem Transport sind wegen möglicher Terrorgefahr rund 2.000 Po­li­zis­t:in­nen im Einsatz.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

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1 Kommentar

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  • Perkele

    Die Kosten für Nuklearenergie sind unglaublich gering - all dieses Theater ist gratis. Auch sonst sind kaum Aufwendungen nötig: Uran liegt auf der Straße, Reaktoren baut man mit Selbstbausätzen von Ikea, Endlager sind um die Ecke, Versiegelung macht man qua Kerzenwachs fast selbst - so what? Bleibt nur mit den EE weg: Sonne ist teuer, Wind auch und Wasser erst recht....