Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“: Anstieg auf fast 70.000 Anrufe
Das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ wurde im Jahr 2025 häufiger als in den Vorjahren kontaktiert, etwa 190 Mal pro Tag. Das ist ein neuer Höchststand.
Foto: Rolf Vennenbernd/dpa
kna | Das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ wurde im vergangenen Jahr über 69.500 Mal für eine Beratung kontaktiert. Das entspreche durchschnittlich 190 Beratungen pro Tag und stelle einen neuen Höchststand dar, wie das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Angelegenheiten am Montag mitteilte. Häufigster Anlass für die Kontaktaufnahme war häusliche Gewalt (32.186 Anrufe).
Selbst in der Zeit der Corona-Pandemie sei das Hilfetelefon nicht so häufig kontaktiert worden wie im Jahr 2025, hieß es weiter. Während die Hotline im Gründungsjahr 2013 noch 18.812 Beratungen verzeichnet habe, liege die Zahl inzwischen mehr als 3,7-mal so hoch. Auch im Vergleich zum Vorjahr sei das Beratungsaufkommen um 14 Prozent gestiegen, was mehr als 8.000 zusätzlichen Beratungen entspreche.
Wegen sexualisierter Gewalt riefen demnach 6.435 Personen an, gefolgt von 3.561 Beratungen zu psychischer Gewalt, 2.604 zu physischer Gewalt und 2.439 zu Stalking. Neben der telefonischen Kontaktaufnahme seien auch Online-Angebote verstärkt genutzt worden: Die Zahl der Beratungen per E-Mail und Chat stieg laut Angaben um 43 Prozent.
Betroffenen von Gewalt zuhören
Die Präsidentin des Bundesamtes, bei dem das Hilfetelefon angesiedelt ist, betonte, die Bedeutung des Angebots zeige sich nicht allein in Zahlen: „Jede einzelne Beratung, jeder Hinweis und jede Information tragen dazu bei, Frauen Wege aus der Gewalt zu eröffnen und neue Perspektiven für ein selbstbestimmtes Leben zu geben.“
Die Leiterin des Hilfetelefons, Petra Söchting, begrüßte es, dass geschlechtsspezifische Gewalt mehr Beachtung finde. Dies signalisiere Betroffenen, „dass ihnen zugehört wird und es niedrigschwellige Unterstützung gibt, um aus ihrer Situation herauszufinden“.
Das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ berät unter der Rufnummer 116 016 und online auf www.hilfetelefon.de zu allen Formen von Gewalt – rund um die Uhr, anonym und kostenfrei. Die Beratung erfolgt vertraulich und barrierefrei und ist laut Angaben in 18 Fremdsprachen möglich. Auf Wunsch können die Beraterinnen an eine Unterstützungseinrichtung vor Ort vermitteln. Auch Menschen aus dem sozialen Umfeld von Betroffenen sowie Fachkräfte können sich an das Hilfetelefon wenden.
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