Giftanschlag auf Alexej Nawalny: Labors stützen deutschen Befund

Nawalny ist mit dem Kampfstoff Nowitschok vergiftet worden. Das bestätigen nun zwei Labors. Sein Zustand hat sich laut der Berliner Charité verbessert.

Nachtansicht des Bettenhauses der Charite in Berlin

Zwei weitere Labore haben bestätigt, dass Nawalny mit einem Nervengiftkampfstoff vergiftet wurde Foto: Paul Zinken/dpa

BERLIN dpa | Im Fall des vergifteten Kremlkritikers Alexei Nawalny haben zwei weitere Speziallabore in Frankreich und Schweden einen Nervengiftkampfstoff aus der Nowitschok-Gruppe als Ursache festgestellt. Dies teilte die Bundesregierung am Montag, den 14. September, mit.

Weiter hieß es, dass Deutschland die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OVCW) eingeschaltet habe. Deren Expert:innen haben demnach ebenfalls Proben von Nawalny entnommen, die nun durch Referenzlabore untersucht werden sollen.

Nawalny wird in Berlin behandelt. Der 44-Jährige gilt als einer der schärfsten Kritiker von Kremlchef Wladimir Putin.

Regierungssprecher Steffen Seibert erklärte zu den neuen Befunden: „Wir erneuern die Aufforderung, dass sich Russland zu den Geschehnissen erklärt.“ Die deutsche Regierung stehe mit ihren europäischen Partnern „in engem Austausch zu weiteren Schritten“.

Nawalny war am 20. August auf einem Flug in Russland zusammengebrochen. Später wurde er auf Drängen seiner Familie in die deutsche Charité verlegt. Die Bundesregierung teilte nach Untersuchungen in einem Speziallabor der Bundeswehr mit, sie sehe es als zweifelsfrei erwiesen an, dass Nawalny mit dem Kampfstoff Nowitschok vergiftet worden sei.

Russland: „Das gefällt uns nicht“

In der Erklärung der Bundesregierung heißt es, man habe mit Frankreich und Schweden weitere europäische Partner um eine unabhängige Überprüfung des deutschen Nachweises anhand erneuter Proben von Nawalny gebeten.

„Die Ergebnisse dieser Überprüfung durch Speziallabore in Frankreich und Schweden liegen nunmehr vor und bestätigen den deutschen Nachweis“, teilte Seibert mit. „Unabhängig von den noch laufenden Untersuchungen der OVCW haben damit nun bereits drei Labore unabhängig voneinander den Nachweis eines Nervenkampfstoffs aus der Nowitschok-Gruppe als Ursache der Vergiftung von Herrn Nawalny erbracht.“

Moskau hatte vergangene Woche verärgert auf Aufforderungen reagiert, Ermittlungen einzuleiten. Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte der Staatsagentur Tass zufolge, andere Länder sollten Russland nicht sagen, „welche rechtlichen Schritte wann und auf welcher rechtlichen Grundlage einzuleiten sind“. Und weiter: „Das gefällt uns nicht.“

Der Gesundheitszustand des Kremlkritikers Alexei Nawalny hat sich laut Berliner Klinikum Charité weiter verbessert. Er muss nicht mehr beatmet werden und kann sein Krankenbett zeitweise verlassen, teilte die Charité am Montag in Berlin mit.

Einmal zahlen
.

Fehler auf taz.de entdeckt?

Wir freuen uns über eine Mail an fehlerhinweis@taz.de!

Inhaltliches Feedback?

Gerne als Leser*innenkommentar unter dem Text auf taz.de oder über das Kontaktformular.

Bitte registrieren Sie sich und halten Sie sich an unsere Netiquette.

Haben Sie Probleme beim Kommentieren oder Registrieren?

Dann mailen Sie uns bitte an kommune@taz.de

Ihren Kommentar hier eingeben