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Geiselnahme in BerlinTäter überwältigt, Frau befreit

Seit dem späten Freitagabend hatte ein Mann eine Frau als Geisel gehalten. Die Polizei konnte die Gewalttat am Samstagmorgen beenden.

dpa | Die Geiselnahme in einem Supermarkt im Süden Berlins ist beendet. „Der Täter ist überwältigt und die Geisel befreit“, sagte ein Polizeisprecher.

Bei dem Zugriff von Spezialeinsatzkräften ist der mutmaßliche Geiselnehmer nach Polizeiangaben leicht verletzt worden. Er wurde in ein Krankenhaus gebracht, wie Polizeisprecher Florian Nath sagte. Auch die befreite Frau, die mehr als elf Stunden gefangen gehalten wurde, kam in ein Krankenhaus. Nach ersten Angaben des Sprechers steht sie unter Schock.

Weitere Angaben zu ihrem Zustand konnte Nath zunächst nicht machen. „Glücklicherweise ist hier niemand größer zu Schaden gekommen. Es gibt keine schwereren Verletzungen, die laut aktuellem Stand zu beklagen wären.“

Hintergründe der Tat unklar

Die Hintergründe der Tat sind unklar. Der Sprecher machte zunächst keine Angaben zum Alter oder der Nationalität des mutmaßlichen Geiselnehmers. Nach ersten Erkenntnissen sollen der Mann und die Geisel vor der Tat in keiner Beziehung zueinander gestanden haben.

Der Mann habe verschiedene Forderungen gestellt. „Das waren Impulsforderungen, die sich im schwer nachvollziehbaren Bereich abgespielt haben“, so der Sprecher. Sie hätten kein „akribischen Tatplan widergespiegelt“.

Nach Polizeiangaben haben Spezialeinsatzkräfte der Polizei gegen 9.20 Uhr den Täter überwältigen und die festgehaltene Frau befreien können. Dabei sei ein sogenannter Taser eingesetzt worden. Solche Geräte sollen Menschen durch elektrische Impulse kurzzeitig bewegungsunfähig machen.

Supermarkt großräumig abgesperrt

In einem Supermarkt im Süden Berlins hielt ein Mann seit dem späten Freitagabend eine Frau als Geisel. Kurz nach 22 Uhr hatte der Täter die Frau in dem Rewe-Markt im Stadtteil Marienfelde in seine Gewalt gebracht und bedroht, wie Polizeisprecher Stefan Petersen-Schümann der Deutschen Presse-Agentur sagte. Der Supermarkt befindet sich in der Hildburghauser Straße, an der Ecke zum Tirschenreuther Ring.

Es gebe Einsatzkräfte, die für solche Vorfälle entsprechend geschult seien, erklärte Petersen-Schümann. Zu dem Geiselnehmer habe Kontakt bestanden, sagte er weiter. Über die Hintergründe der Tat war zunächst nichts bekannt.

Der Supermarkt war großräumig abgesperrt, wie ein Reporter vor Ort berichtete. Das Spezialeinsatzkommando (SEK) war vor dem Gebäude positioniert. Zahlreiche Polizeifahrzeuge, Rettungswagen und die Feuerwehr waren vor Ort. Am frühen Morgen stellten die Beamten eine Leiter ans Gebäude und verschafften sich einen Blick in den Markt, wie ein dpa-Reporter beobachtete.

Hinter der Absperrung, mit Blick auf den Markt, harrten einige Angestellte des Supermarkts aus. Sie hatten dünne Stoffdecken umgelegt, die ihnen der Rettungsdienst bereitgestellt hatte. Nach dpa-Informationen befanden sie sich zum Zeitpunkt des Vorfalls im Laden.

In der Nacht waren die Straßen rund um den Tatort nahezu menschenleer. Nur vereinzelte Passanten waren unterwegs. Neben dem Supermarkt befindet sich eine Tankstelle.

Marienfelde liegt im Bezirk Tempelhof-Schöneberg am südlichen Rand der Hauptstadt, weit entfernt vom Berliner Stadtgeschehen. Es ist eine ruhige Wohngegend, geprägt von Einfamilienhäusern und mehrstöckigen Wohnbauten. In der Gegend befinden sich mehrere Schulen und Kindertagesstätten.

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