Geflüchtete auf dem Weg in die EU: Corona macht blind

In Bosnien-Herzegowina sind Tausende Geflüchtete gestrandet. Helfer haben wegen der Corona-Krise das Land verlassen. Und niemand sieht mehr hin.

Das Bild wurde in einem Zelt aufgenommen. Im Vordergrund liegen leere Getränkedosen. Im Hintergrund stehen Männer in einer Schlange und warten.

Das Müllkippen-Camp Vucjak im Dezember 2019 kurz vor der Schließung Foto: Ben Owen-Browne

Die Männer drängen sich verzweifelt um Zehida Bihorac, sie bitten um Essen, um Schuhe, um warme Kleidung. Die kleine Frau hebt abwehrend die Hände und sagt auf Englisch: „Ich komme wieder, ich komme wieder und bringe mehr.“ Dann dreht sie sich um und betritt eine alte Fabrikhalle, die sich aus einer Schneelandschaft erhebt. Zwischen hohen Betonsäulen reihen sich Zelte dicht an dicht, Dutzende sind es, dazwischen qualmen kleine Holzfeuer, um die sich Menschen drängen. Es ist ein Elendslager.

All das ist auf einem Video zu sehen, das Bihorac am Donnerstagabend von ihrem Handy schickt. Dann folgen Bilder von Männern, die offene Wunden und gebrochene Finger in die Kamera zeigen. Ihre Gesichter sind ausgezehrt, ihre Blicke verzweifelt. Bihorac sagt, sie stehe vor einem illegalen Flüchtlingscamp in der Nähe von Velika Kladuša, einem Ort im Nordwesten von Bosnien-Herzegowina. Sie sagt: „Niemand will die Migranten haben. Das hier ist eine Katastrophe, und sie wird eskalieren.“

Ihre Aussagen lassen sich nicht überprüfen, die Bilder nicht verifizieren. Denn wegen der Corona-Krise hat auch der Staat Bosnien-Herzegowina seine Landesgrenzen geschlossen. Wer ins Land möchte, muss sich für zwei Wochen in Quarantäne begeben. Anders jedoch als in Griechenland sind kaum mehr ausländischen Journalisten vor Ort, viele Helfer haben bereits das Land verlassen. In der bosnischen Region Una-Sana, nur wenige Kilometer von der kroatischen Grenze entfernt, sind rund zehntausend geflüchtete Menschen gestrandet.

Tag für Tag werden es mehr, Tag für Tag verschlimmert sich die Lage. Menschenrechtsorganisationen berichten von illegalen Pushbacks aus Kroatien und Slowenien, und aus Serbien, Bulgarien und Griechenland sollen trotz der geschlossenen Grenzen noch immer Menschen einreisen.

Beinahe ungesehen von der Weltöffentlichkeit passiert dort eine menschliche Tragödie. Denn mit den geschlossenen Grenzen entstehen blinde Flecken auf der Weltkarte, Orte, an die niemand mehr reist, um zu berichten. Für die Menschen dort könnte das dramatische Auswirkungen haben.

„Deutschland macht seine Grenzen dicht“

Vor gut einer Woche erhält der Deutsche Dirk Planert in der bosnischen Stadt Bihać einen Anruf, der ihn nicht schlafen lässt. Ein Freund ist am Telefon, er sagt: „Deutschland macht seine Grenze dicht.“ Zu diesem Zeitpunkt tobt das Coronavirus bereits in Europa, in Deutschland werden die ersten Todesfälle gemeldet, fast alle ausländischen Helfer haben Bosnien-Herzegowina bereits verlassen, Planert ist einer der Letzten.

Am nächsten Morgen um sechs Uhr steigt er in sein Auto und verlässt das Land, so erzählt er es heute. „Es war eine rationale Entscheidung. Meine Mutter ist krank, meine Kinder leben in Deutschland. Wenn irgendetwas passiert, dann will ich für sie da sein.“ Aber er weiß auch: Zurück bleiben Menschen, die seine Hilfe ebenso dringend benötigen.

Planert hat eine besondere Beziehung zur Stadt Bihać. Anfang der 90er Jahre hatte er als einer der wenigen Ausländer die mehrjährige Belagerung durch serbische Truppen miterlebt. Für seinen Hilfseinsatz damals wurde ihm die Ehrenbürgerschaft der Stadt verliehen. Als er im vergangenen Jahr zurückkehrte und das Elend der geflüchteten Menschen sah, beschloss er erneut zu bleiben.

Fast täglich war er in den letzten neun Monaten im Morgengrauen aufgestanden, hatte Brandbriefe an Politiker geschickt, Facebook-Posts geschrieben und mit Journalisten telefoniert, dann hatte er sein Auto mit Hilfsgütern bepackt und war mit einigen Helfern raus ins Flüchtlingscamp Vucjak gefahren. Er hatte nicht nur Menschenleben gerettet, er hatte einen Hilfeschrei ausgesandt.

Das Müllkippen-Camo Vucjak

Als im Juni 2019 Šuhret Fazlić, der Bürgermeister, unweit der Stadt ein Zeltlager auf einer ehemaligen Müllkippe hatte errichten lassen, war Planert einer der Ersten vor Ort gewesen. Am Ende einer sandigen Straße, umgeben von Minenfeldern aus dem Krieg, hatte er Menschen gesehen, die mit offenen Wunden auf dem Boden hockten und sich über kleinen Feuern die Hände wärmten.

Es gebe nicht genug Nahrung, die Hygienesituation sei schlecht, es fehle Seife und Shampoo

Etwa 10.000 geflüchtete Menschen sollen sich laut bosnischen Behörden Ende 2019 in der Region Una-Sana aufgehalten haben, fast 1.000 von ihnen wurden im Müllkippen-Camp Vucjak untergebracht, ohne fließendes Wasser, ohne Strom. Damals hatte der Bürgermeister erklärt, die Stadt werde mit der Situation allein gelassen. Auch dank Planerts Engagement berichteten schließlich Medien aus ganz Europa über die Lage in Bihać.

Im Dezember vergangenen Jahres wurde der internationale Druck so groß, dass das Camp geschlossen wurde, ein kleiner Sieg im Kampf gegen das Elend. Doch nun sitzt Planert in einer Hütte in einem Dortmunder Wald in Selbstquarantäne und sagt: „Emotional war die Rückkehr nach Deutschland für mich brutal, eine Vollbremsung.“

Es sind nicht nur ausländische Helfer, die vor Ort fehlen, es gelangen auch keine Hilfslieferungen mehr über die Grenze. Es mangelt an fast allem: An warmer Kleidung, an Nahrung, an Medikamenten. Vor wenigen Tagen erst hatte es in der Region Una-Sana wieder geschneit, die Temperaturen fallen nachts unter den Gefrierpunkt.

Homöopatische Dosen gegen die Not

Zehida Bihorac ist nun eine der wenigen lokalen Helferinnen, die sich noch um die gestrandeten Menschen kümmert. Eine 52-jährige Frau, die einen blauen Turban um den Kopf geschlungen trägt. Eigentlich arbeitet Bihorac als Hauptschullehrerin, doch seit fast drei Jahren kümmert sie sich hauptsächlich um die flüchtenden Menschen auf dem Weg in die EU. Nach Angabe der Vereinten Nationen können rund 3.000 von ihnen nicht in den offiziellen Camps untergebracht werden.

Dieser Text stammt aus der taz am wochenende. Immer ab Samstag am Kiosk, im eKiosk oder gleich im praktischen Wochenendabo. Und bei Facebook und Twitter.

Jeden Morgen steigt Bihorac deshalb in ihren Wagen und klappert die illegalen Camps ab, in denen die Geflüchteten Unterschlupf gefunden haben: halb zerfallene Fabrikgebäude, verlassene Häuser. Sie verteilt Essenspakete, Schuhe und Medizin, homöopathische Dosen gegen die Not. Sie sagt: „Vor dem Ausbruch von Corona war die Situation hier schon angespannt. Aber jetzt bekomme ich jeden Tag zehn Anrufe mit der Bitte um Hilfe. Die Menschen sind an der Grenze ihrer Kräfte.“

Anfang letzter Woche starb der erste Mensch in Bosnien-Herzegowina am Coronavirus, ausgerechnet in der Stadt Bihać. Es gibt dort keine Beatmungsgeräte und nur wenige Krankenhäuser, die Furcht vor einem unkontrollierten Ausbruch der Krankheit ist groß.

Der Bürgermeister von Bihać macht die Geflüchteten für die Verbreitung des Virus mit verantwortlich. In einer Pressekonferenz sagt er: „Das Problem ist, dass zweitausend Migranten frei durch die Stadt laufen und die Anordnungen nicht ernst nehmen.“ Seit Anfang der Woche herrscht dort nach 18 Uhr eine strenge Ausgangssperre, auf den Straßen patrouillieren Polizei und Militär, das berichten Bewohner von Bihać.

Angst zu helfen

Für Helferinnen wie Bihorac bedeutet das: Eigentlich darf sie keinen Kontakt mehr zu den Geflüchteten haben, Hilfslieferungen sind untersagt. Sie macht trotzdem weiter, mit Mundschutz und Handschuhen, immer in Angst, von der Polizei erwischt zu werden. Sie sagt: „Der Druck auf uns steigt. Viele Leute haben bereits Angst zu helfen.“

Am Mittwochabend vergangener Woche meldet sich ein Mann namens Basher auf Facebook. Er schreibt, er sei 30 Jahre alt, aus Afghanistan. Er lebe im Flüchtlingscamp Bira, einige Kilometer außerhalb der Stadt Bihać. Es gebe dort nicht genug Nahrung für alle Bewohner, die Hygienesituation sei schlecht, es fehle an Seife und Shampoo.

Sie seien eingesperrt, nur einmal am Tag werde die Unterkunft desinfiziert, die Bewohner müssten dann bei Minusgraden draußen warten. Diese Schilderungen lassen sich nicht belegen, die Internationale Organisation für Migration, die das Lager betreibt, äußert sich auf Anfrage nicht.

Auf Facebook berichten Geflüchtete von gewaltsamen Übergriffen durch die Polizei. Sie erzählen von Anfeindungen, sogar von Angriffen mit Waffen durch die bosnische Bevölkerung. Sie schicken Fotos von Schildern, die nun an den Eingängen von Supermärkten kleben: „Immigrants unallowed“, keine Migranten erlaubt.

„Die EU hat ihre Versprechen nicht eingehalten“

Es ist nicht nur die Gefahr durch das tödliche Virus, die die gestrandeten Menschen aus Afghanistan, Syrien oder dem Iran in Anspannung versetzt, es ist auch die Furcht davor, dass die Angst der bosnischen Bevölkerung endgültig in Wut umschlagen könnte.

Vergangene Woche stellt der Bürgermeister von Bihać ein Video auf seine Facebook-Seite. Er trägt einen Mundschutz und erklärt ernst, man werde nun ein neues Camp für die Geflüchteten errichten. Er sagt: „Wir sollten Vucjak durch den Druck der EU schließen, doch die hat ihre Versprechen nicht eingehalten.“

Der neue Ort liegt etwa 30 Kilometer von Bihać entfernt, am Rande der serbischen Teilrepublik. Serbische Politiker hatten daraufhin erklärt, man werde dort keine Migranten dulden. Auch an diesem Ort soll es bisher weder fließendes Wasser noch Strom geben, berichten Flüchtlingshelfer. Sie haben Angst vor einem zweiten Vucjak. Mit dem Unterschied, dass dieses Mal niemand mehr hinschaut.

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■ Das neuartige Coronavirus trägt die offizielle Bezeichnung SARS-CoV-2. Es ruft die Krankheit mit dem offiziellen Namen Covid-19 hervor. Der Virus ist von Mensch zu Mensch übertragbar.

Ab Januar 2020 hatte sich das Virus von der Stadt Wuhan in der chinesischen Provinz Hubei her ausgebreitet – inzwischen weltweit.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Ausbreitung des Coronavirus am 11. März 2020 zur Pandemie erklärt, also zu einer weltweiten Epidemie.

Alle Artikel der taz zum Thema finden sich im Schwerpunkt Coronavirus.

Eine Pandemie ist eine weltweite Epidemie, also regional nicht begrenzt. Bei einer Pandemie überträgt sich ein neuartiger Virus von Mensch zu Mensch.

■ Da es keine Grundimmunität gibt, keine spezifischen Medikamente und keine Impfung, führt das zu einer hohen Zahl an teils schweren Erkrankungen und Toten. Dies kann unter anderem zu einer Überlastung des Gesundheitssystems führen, wie es beispielsweise in Italien bereits regional zu beobachten war. Deshalb ist das Ziel, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, damit nicht zu viele Menschen gleichzeitig schwer erkranken.

Auf eine weitreichende Beschränkungen sozialer Kontakte hatten sich am 22. März 2020 die Bundeskanzlerin und Regierungschefs der Länder geeinigt. Damit sollte der Anstieg der Fallzahlen verlangsamt und eine Überlastung des Gesundheitssystems möglichst verhindert werden. Im April sowie im Mai beschlossen Kanzlerin und Länderchefs dann schrittweise Lockerungen. Die Kontaktbeschränkungen bleiben grundsätzlich bis zum 29. Juni bestehen. Details regeln weiterhin die Länder. (Hier eine Übersicht der Bundesregiergung zu Regelungen in den Ländern). Im Fall regionaler schneller Anstiege der Infektionszahlen sollen die Behörden vor Ort sofort mit neuen Beschränkungen reagieren.

■ Einen Abstand von mindestens 1,5 Metern soll man weiterhin draußen zu allen anderen Menschen außer der Begleitung einhalten.

■ Ein Mund-Nasen-Schutz muss in ganz Deutschland beim Einkaufen und im Öffentlichen Personennahverkehr getragen werden.

■ Seit Anfang Mai gilt: Angehörige zweier Haushalte dürfen sich grundsätzlich treffen – beispielsweise also zwei Familien oder zwei Wohngemeinschaften. In einzelnen Bundesländern gibt es darüberhinaus Spezialregelungen.

Schulen und Vorschulen sollen unter Auflagen noch vor dem Sommer wieder für alle Kinder öffnen.

■ In Kliniken und Pflegeeinrichtungen wurden die Regeln gelockert: PatientInnen oder BewohnerInnen können wieder durch eine bestimmte Person besucht werden.

Alle Geschäfte in Deutschland dürfen unter Auflagen wieder öffnen – ohne Quadratmeterbegrenzung der Verkaufsfläche.

Im Sport ist das Training unter freiem Himmel wieder erlaubt. Freizeitsportler müssen sich aber an bestimmte Auflagen halten. So muss eine Distanz von mindestens 1,5 Metern gewährleistet sein.

Die Fußball-Bundesliga hat die Saison seit Mitte Mai mit Geisterspielen fortgesetzt – zumindest die erste und zweite Liga der Männer. Die Fußballbundesliga der Frauen bleibt hingegen zunächst ausgesetzt. Vor Publikum werden in dieser Saison in jedem Fall keine Spiele mehr stattfinden.

Großveranstaltungen bleiben bis zum 31. August verboten.

Bei Restaurants sollen die Bundesländer eine schrittweise Öffnungen selbst regeln. Auch für Kinos, Theater, Hotels oder Kosmetikstudios haben die Ländern die Lockerungen eigenständig zu verantworten.

■ Spielplätze sind unter Auflagen wieder geöffnet – darauf einigten sich Kanzlerin und Länderchefs bereits am 30. April.

Gottesdienste und Gebetsversammlungen sind wieder zugelassen – unter besonderen Anforderungen des Infektionsschutzes. Taufen, Beschneidungen und Trauungen sowie Trauergottesdienste sollen im kleinen Kreis möglich sein.

Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Zoos und botanische Gärten können unter Auflagen wieder öffnen.

Aktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland veröffentlicht das Robert-Koch-Institut (RKI).

Eine ausführliche Darstellung der COVID-19-Fälle in Deutschland bis auf Landkreisebene hat das RKI in einem Corona-Dashboard zusammengestellt. Auch gibt es tägliche Situationsberichte heraus.

Internationale Zahlen hat unter anderem die Weltgesundheitsorganisation WHO in einer interaktiven Grafik aufbereitet.

■ Ebenso weltweite Fallzahlen stellt die Johns Hopkins University auf einer interaktiven Karte dar.

■ Die Unterschiede bei den Fallzahlen von RKI, WHO und Johns Hopkins University bedeuten nicht, dass die Zahlen falsch sind. Differenzen ergeben sich vielmehr aus Melde-Verzögerungen und unterschiedlichen Quellen: Dem RKI werden die Fallzahlen von den Gesundheitsämtern über das jeweilige Bundesland übermittelt. Es meldet die Zahlen nach einer Prüfung dann weiter an die WHO – so kommt es zu Verzögerungen. Die Daten der Johns Hopkins University kommen nach eigenen Angaben aus verschiedenen öffentlich zugänglichen Quellen und können daher von jenen Zahlen von RKI und WHO abweichen.

Eine Erkrankung an Covid-19 nach einer Infektion mit dem Coronavirus äußert sich laut Bundesgesundheitsministerium durch grippeähnliche Symptome, wie trockenem Husten, Fieber, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Durchfall sowie Schüttelfrost sei berichtet worden.

Die Inkubationszeit beträgt nach aktuellen Erkenntnissen wohl bis zu 14 Tage: Das heißt, dass es nach einer Ansteckung bis zu zwei Wochen dauern kann, bis Symptome auftreten.

■ Wichtig: Infizierte können den Virus schon übertragen, wenn sie selbst noch keine Symptome bemerken.

Der Coronavirus wird vor allem mit einer Tröpcheninfektion übertragen. Laut Robert-Koch-Institut sind theoretisch auch eine Schmierinfektion (über kontaminierte Oberflächen) und eine Ansteckung über die Bindehaut der Augen möglich. Nach bisherigen Erkenntnissen verlaufen mehr als 80 Prozent der Erkrankungen vergleichsweise mild. Wer meint, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, sollte unbedingt

zu Hause bleiben und zum Telefon greifen. Dann entweder

■ beim Hausarzt anrufen

oder beim

■ Ärztlichen Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117.

Telefonisch gibt es zudem noch weitere Stellen für Informationen:

■ Die Unabhängige Patientenberatung ist zu erreichen unter: ☎ 0800 – 011 77 22

Ein Bürgertelefon hat das Bundesgesundheitsministerium eingerichtet unter: ☎ 030 – 346 465 100

Für Gehörlose und Hörgeschädigte ist ein Beratungsservice des Gesundheitsministeriums per Fax zu erreichen: ☎ 030 – 340 60 66 07, sowie per Mail unter info.deaf@bmg.bund(dot)de und info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Ein Gebärdentelefon mit Videotelefonie findet sich unter: www.gebaerdentelefon.de/bmg/

Die aktuellen Risikogebiete für Ansteckungen hat das Robert-Koch-Institut bis zum 10. April 2020 veröffentlicht. Mittlerweile hat sich Covid-19 weltweit ausgebreitet. Ein Übertragungsrisiko bestehe daher „sowohl in Deutschland als in einer unübersehbaren Anzahl von Regionen weltweit“, schreibt das RKI.

Für Reisende gibt es weitere Informationen zu Covid-19 und Reisewarnungen beim Auswärtigen Amt.

■ Zum Infektionsschutz gibt es auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) umfassende Anleitungen zum richtigen Händewaschen, zu den angemessenen Regeln beim Niesen sowie auch Merkblätter zu allgemeinen Hygiene- und Verhaltensregeln.

■ Niesen oder Husten soll man möglichst in die eigene Armbeuge und versuchen, sich seltener ins Gesicht zu fassen.

Händwaschen sollte man regelmäßig und zwar mindestens 20 Sekunden mit Wasser und Seife.

■ Reduzieren sollte man den Kontakt zu anderen Menschen derzeit so stark wie möglich, empfiehlt die BGzA. Wenn man doch in der Öffentlichkeit unterwegs ist, soll man möglichst einen Abstand von zwei Metern zu anderen Menschen einhalten.

■ Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) gilt bundesweit einheitlich und bisher richten sich die Maßnahmen der Behörden nach diesem Gesetz, schreibt unser rechtspolitischer Korrespondent Christian Rath in seinem Überblick zur Rechtslage.

■ Die Katastrophenschutzgesetze der Länder sind anwendbar, sofern sich die Lage zur Katastrophe zuspitzen sollte.

■ Die Bundeswehr kann im Rahmen der Amtshilfe heute schon tätig werden, etwa im Sanitätsbereich oder zur logistischen Unterstützung. Im Extremfall kann sie auch im Inland eingesetzt werden, um (gemeinsam mit der Polizei) die öffentliche Ordnung zu bewahren oder wiederherzustellen, etwa wenn geplündert wird oder Krankenhäuser belagert werden.

■ In den „Notstandsgesetzen“ ist das geregelt, zu denen die Artikeln 35, 87a und 91 des Grundgesetzes zählen. Die „Notstandsgesetze“ wurden 1968 gegen den Widerstand der Außerparlamentarischen Opposition (APO) beschlossen.

■ Gerüchte, Falschmeldungen und Verschwörungstheorien über das Coronavirus kursieren derzeit viele.

■ Aufklärung über viele Corona-Falschmeldungen bietet unter anderem der Verein Mimikama.at.

■ Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat in englischer Sprache eine eigene Seite zur Aufklärung von Mythen über den Coronavirus veröffentlicht.

■ Zu den häufigsten Fragen hat das Robert-Koch-Institut ein FAQ zu Corona veröffentlicht.

■ Weitere Fachinformationen finden sich ebenso auch auf einer Überblicksseite des Robert-Koch-Instituts.

■ Verhaltens- und Hygienetipps und ebenso in einem FAQ die häufigsten Fragen beantwortet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf ihrer Corona-Übersicht auf infektionsschutz.de.

■ Umfassend informieren kann man sich auch beim Bundesgesundheitsministerium.

■ Eine weltweite Übersicht bietet die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Bundesweite Telefonnummern im Überblick:

Ärztlicher Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117

Unabhängige Patientenberatung: ☎ 0800 011 77 22

■ Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums: 030 346 465 100

Beratungsservice für Gehörlose und Hörgeschädigte: Fax: 030 / 340 60 66 – 07 sowie per Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de / info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Gebärdentelefon (Videotelefonie): www.gebaerdentelefon.de/bmg

■ Bei Sorgen ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr erreichbar unter: 116 123 sowie 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222.

■ Infos über Corona auf Türkisch hat die taz in ihrem Text „Koronavirüs Almanya'da“ zusammengestellt.

■ In weiteren Sprachen sammelt die taz Info-Texte under taz.de/coronainfo

■ Hygiene-Infos in weiteren Sprachen bietet die BZgA in Hygiene-Merkblättern unter anderem auf Türkisch “Viral enfeksiyonlar – hijyen korur!“ (PDF) sowie auf Englisch “Viral infections – hygiene works!“ (PDF)

Leichte Sprache: Informationen zum Coronavirus in Leichter Sprache stellt das Bundesgesundheitsministerium zur Verfügung.

Gebärdensprache: Das Bundesgesundheitsministerium beantwortet Fragen mittels Videotelefonie und ist dafür über ihr Gebärdentelefon zu erreichen. Dazu gibt es hier noch mehr Infos. Das Gebärdentelefon ist von Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr sowie am Freitag von 8 bis 12 Uhr erreichbar. Ebenso möglich sind Fragen per Fax: 030 / 340 60 66 – 07 oder per E-Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de oder info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de.

■ Weitere Sprachen: Kurze Info-Flyer der Johanniter auf Englisch (PDF), Dari (PDF), Arabisch (PDF), Farsi (PDF), Türkisch (PDF), Russisch (PDF), Italienisch (PDF) und Französisch (PDF) hat der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bereitgestellt.

International: Informationen zum Coronavirus in verschiedenen Sprachen stellt zudem die Weltgesundheitsorganisation WHO bereit.

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