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Gedenken an Nizza-AttentatFeier- und Trauertag in einem

In Frankreich werden im Andenken an die Opfer des Attentats von Nizza 2016 einige Feierlichkeiten zum Nationalfeiertag auf den Vorabend verschoben.

Rudolf Balmer

Aus Paris

Rudolf Balmer

Der 14. Juli ist Frankreichs Nationalfeiertag im stolzen Gedenken an die Erstürmung der Bastille. Doch seit zehn Jahren wird das Datum von einem anderen Ereignis überschattet. Denn die Feierlichkeiten von 2016 an der Promenade des Anglais in Nizza wurden zum Anlass und dramatischen Schauplatz eines der blutigsten Terroranschläge in Frankreich.

Nur ein paar Monate nach der Serie von Angriffen auf den Bataclan-Konzertsaal, auf ein Stadion und die Terrassen mehrerer Lokale in Paris im November 2015 tötete ein Terrorist im Alleingang 86 Menschen, indem er mit einem Laster im Zickzackkurs wahllos Leute auf dieser Uferpromenade überfuhr. Hunderte andere, die an diesem Abend gekommen waren, um das Feuerwerk anzuschauen und zu feiern, wurden verletzt. Die angeblichen, aber konfusen religiös-politischen Motive des als verhaltensgestört beschriebenen Täters, der von der Polizei gestoppt und erschossen wurde, bleiben bis heute unklar.

Die Justiz hat 2022 in einem Prozess acht Helfer des Terroristen, die in unterschiedlicher Weise zur Organisation und Vorbereitung des Anschlags beigetragen hatten, verurteilt. Die Persönlichkeit des in Nizza wohnhaften Tunesiers blieb aber ebenso unverständlich wie seine Motivation, Leute verschiedenster Herkunft, die ihm nichts zuleide getan hatten, vorsätzlich totzufahren und so einen terroristischen Massenmord zu verüben.

Mohamed L. war kein praktizierender oder frommer Muslim. Laut Bekannten trank er Alkohol und aß Schweinefleisch und ging so gut wie nie in die Moschee. Er war Vater von drei Kindern und ein gewalttätiger Gatte. Seine Frau hatte die Scheidung verlangt. Laut Angaben seines Vaters litt er an Depressionen, für die ihm Ärzte Medikamente verschrieben hatten. Das alles aber konnte doch kein Grund sein, Dutzende von Menschen umzubringen.

Aus Respekt vor Opfern Feierlichkeiten verschoben

Zehn Jahre danach sollen die Französinnen und Franzosen, die längst wieder zur Tagesordnung zurückgekehrt waren und sich um andere Dinge und Tragödien sorgen, an diesen blutigen Tag in Nizza erinnert werden. Dieses Attentat hat nicht nur die Bevölkerung an der Côte d’Azur, sondern das ganze Land so sehr schockiert, dass der zehnte Jahrestag nicht einfach wie sonst üblich im Festtrubel und -jubel, dem Feuerwerk und den traditionellen Tanzanlässen in den Feuerwehrkasernen verdrängt werden konnte.

Aus Respekt vor den Opfern und ihren Familien wurden viele Ereignisse entweder annulliert oder auf den Vortag verschoben. Ein anderer Grund, vor allem Feuerwerkanlässe in vielen Orten abzusagen, sind auch die gegenwärtigen dramatischen Waldbrände und die Hitzewelle in weiten Landesteilen.

An der traditionellen Truppenparade des 14. Juli aber hielt Staatspräsident Emmanuel Macron Fest. Es ist die letzte seiner zweiten Amtszeit. Er empfängt dazu den gleichaltrigen ukrainischen Amtskollegen Wolodymyr Selenskyj. Eine kleine Einheit ukrainischer Militärangehöriger ist ebenfalls zur Teilnahme an der Parade eingeladen. Bei dem patriotischen Feiertag gibt es in diesem Jahr also gleich mehrere Nebenklänge mit symbolträchtiger Bedeutung.

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