#GamerLeaksDe gegen sexistische Gamer: „Du spielst wie 'ne Frau“
Unter dem Hashtag #GamerLeaksDe berichten Gamer*Innen von ihren Erfahrung mit Sexismus und Rassismus in der Videospielkultur.
Es ist noch nicht lange her, da hat die Videospiel-Community ihre hässliche Fratze gezeigt. Ein Gamer hat Ende Oktober mehrere Videos auf YouTube hochgeladen, in denen er eine Frauenrechtlerin aus dem Videospiel „Red Dead Redemption 2“ schlägt, tötet und anzündet. In zahlreichen Kommentaren wurden die Clips von der Community mit schockierend frauenfeindlichen Äußerungen gefeiert.
Leider sind Fälle wie dieser in der Videospielkultur keine Seltenheit. Aus diesem Grund hat sich nun eine Gruppe von Frauen und Männern zusammengeschlossen, um gegen antifeministische, rassistische und nationalsozialistische Inhalte im Netz vorzugehen. Mit dem Hashtag #GamerLeaksDe haben sie auf Twitter betroffende Menschen aus der Community aufgefordert, ihre eigene Erlebnisse mit Diskriminierung zu teilen. Hunderte von User*Innen folgten dem Aufruf und erzählten ihre Geschichten.
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Es wirkt gerade so, als würde man in ein Wespennest stechen.
— [WF]Mitti the Koala (@MittiLevel2) 13. November 2018
Ein Nest voller schlecht erzogener, in der Pubertät gefangener, rassisitischer Männer.
Sie kommen aus ihren Löchern und Trollen den Hashtag zu. Und beweisen damit jeden Punkt, den man ihnen ankreidet. #GamerLeaksDE
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Hahaha wo fang ich an. 'Frauen kriegen eh nix hin', 'du spielst wie ne Frau', 'für ne Frau bist du aber gut', 'Frauen sind boosted' & benevolent sexism like 'hier ich heil dich, muss dich ja beschützen' #GamerLeaksDe
— Jule (@browniemance) 12. November 2018
Es dauerte nicht lange, da wurde der Hashtag von einigen – vorwiegend männlichen – Gamern verspottet sowie auch missbräuchlich verwendet. Einige Twitter-User*Innen warnten deshalb, die Kampagne weise Ähnlichkeiten zum Jahr 2014 auf, als eine Hasskampagne unter dem Namen „Gamergate“ das Internet dominierte.
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#GamerLeaksDE Erinnere mich noch gut an GamerGate und wie die bloße Erwähnung des Hashtags dir eine ganze Menge wütender männlicher Snowflakes in die Mentions spülte, die nicht damit dealen konnten, dass ihr Hobby auch nur im Geringsten kritisiert wird. (Wetten: jetzt wieder?)
— Glitzerkatze (@Natanji) 13. November 2018
Der Hashtag „Gamergate“ war anlässlich eines neuen Spiels der amerikanischen Game-Entwicklerin Zoe Quinn entstanden. Nachdem sie eine Affäre mit einem Redakteur eines Spielblogs angefangen hatte, wurde ihr vorgeworfen, sie hätte Sex gegen gute Berichterstattung getauscht. Der Blogredakteur hatte aber nach Beginn der Affäre nichts mehr über die Entwicklerin berichtet.
Dennoch starteten wütende männliche Gamer auf Internet-Plattformen wie 4chan und reddit eine regelrechte Hasskampagne gegen Quinn. Die selbsternannten „Gamegaters“ fühlten sich dazu verpflichtet, gegen feministische Bewegungen in der Videospielkultur vorzugehen. Sie beschimpften Frauen aus der Gamer-Szene und warfen ihnen Feminismus vor, der nichts mit der Welt der Videospielkultur zu tun habe.
Die Gruppe „GamerLeaksDe“ reagierte auf die Trolle und fand klare Worte: „Mit dem Hashtag #GamerLeaksDe möchten wir Betroffenen einen Raum bieten, um ihre eigenen Erfahrungen zu diesem Thema zu teilen. Von missbräuchlicher Verwendung des Hashtags distanzieren wir uns.“
Umverteilung gegen rechts
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