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G7-GipfelTrump, Merz und ein ungewolltes Deutschland­trikot

So richtig rund läuft es nicht zwischen dem Bundeskanzler und dem US-Präsidenten. Muss es vielleicht auch gar nicht.

D as war knapp. Um ein Haar wäre unser schönes Deutschland im #TeamTrump gelandet. Glücklicherweise verhält es sich mit der diplomatischen Geschicklichkeit des Bundeskanzlers so, dass man nicht wirklich fürchten muss, er könne in dieser Disziplin brillieren. So war es auch diese Woche auf dem G7-Gipfel in Évian. Während es weltpolitisch um Krieg und Frieden ging, befand sich Friedrich Merz auf der Mission Streichelzoo. Er wollte Donald Trumps Ego so lange streicheln, bis der vergessen haben würde, dass der Kanzler ihn in Sachen Irankrieg gewagt hatte zu kritisieren.

Merz zu Trump: Wir spielen im selben Team. Der so: Ach nee, lass mal

Wochenlang hat er wohl überlegt, was Trumps Herz zum Schmelzen bringen könnte. Und dies ist ihm eingefallen: das Trikot der deutschen Nationalmannschaft. Während Trump nichtsahnend am Konferenztisch Platz genommen hatte, schlich sich Merz von hinten an ihn heran und hielt dem US-Präsidenten dann das T-Shirt vor die Nase. „Guck mal!“ Er drehte es um. Hinten waren „Trump“ und die Nummer „47“ aufgedruckt. Denn Trump ist der 47. Präsident der USA.

Trump schaute in etwa so wie meine Mutter, als sie ein neues Bügeleisen zum Geburtstag bekam: Sie wusste nicht, was das sollte. So auch Trump. Zunächst einmal: Wieso 47? Er war auch der 45. Präsident und ist doch eigentlich die Nummer eins. Warum also nicht T-Shirt One? Und wieso sollte er ein deutsches Trikot anziehen, wenn doch sein eigenes AMERIKANISCHES Team ebenfalls spielt? Nee, das Ding wollte er nicht. Er hat schließlich schon ein Montblanc-Schreibset von Angela Merkel in der White House Gift Unit herumliegen, obwohl er ausschließlich mit Sharpie-Filzstiften schreibt.

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"Im selben Team"

Trump drehte sich wieder zum Tisch. Merz stand also da mit dem Trikot wie bestellt und nicht abgeholt. „Das ist deins!“, betonte er dann und drückte es Trump in die Hand. Von der anderen Seite müssen die Präsidentenberater wohl wild gestikuliert haben, dass er sich mal ein bisschen freuen müsse. Also hält er das Trikot für fünf Sekunden angestrengt in die Kameras.

Dann wusste der Amerikaner aber nicht, wohin mit dem Shirt. Eine Handtasche hat er ja nicht. Jedenfalls knubbelte er es irgendwie zusammen und legte es achtlos neben sich. Das weitere Schicksal des Trump-Shirts ist nicht bekannt. Der Kanzler habe Trump wissen lassen wollen, dass man „im selben Team“ spiele, schrieb er später auf X. Zum Glück ist das nicht der Fall.

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Silke Mertins

Silke Mertins Redakteurin Meinung

Kommentatorin & Kolumnistin, Themen: Grüne, Ampel, Feminismus, Energiewende, Außenpolitik
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