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FlugreisenRyanair setzt Österreich unter Druck

Ryanair fordert von Österreich das Ende der Luftverkehrsteuer. Auch in Deutschland steht die Zukunft der Abgabe auf der Kippe.

Ryanair will nur noch in Ländern ohne Luftverkehrsteuer landen Foto: Kevin Sawford/imago

Die irische Airline Ryanair ist für ihre Billigflüge bekannt. Aktuell streitet sie sich mit Österreich über die Luftverkehrsverkehrsteuer. Wenn es nach Ryanair geht, soll diese bis zum 1. Mai beendet werden. Eine Abgabe von 12 Euro pro Pas­sa­gie­r*in würde dann wegfallen.

Mit der Forderung des Unternehmens geht auch ein Ultimatum einher: Nur wenn die Steuer vollständig abgeschafft werde, würden wie geplant zehn neue Flugzeuge in Wien stationiert. Das gab die Airline auf ihrer Website bekannt. Die neuen Flugzeuge sind Teil eines Investitionsplans über 1 Milliarde US-Dollar, der im vergangenen Herbst vorgelegt wurde.

Auch in Deutschland gibt es eine Luftverkehrssteuer. Je nach Flugdistanz liegt diese bei circa 15 bis 70 Euro pro Passagier*in. Im November hatte die Bundesregierung beschlossen, die Steuer zum 1. Juli auf das Niveau vor der Erhöhung im Mai 2024 zu senken. Das soll Flug­gäs­t*in­nen 350 Millionen Euro sparen. Auf ihrem Parteitag im Februar hatte sich die CDU dann dafür ausgesprochen, die Luftverkehrsteuer perspektivisch vollständig abzuschaffen. Diese Entscheidung begrüßte auch Ryanair-Chef Eddie Wilson.

Dabei gilt Fliegen als die klimaschädlichste Art des Reisens. Es verursacht hohe CO2-Emissionen durch die Verbrennung des Flugkraftstoffs Kerosin. Die entstehenden Kondensstreifen erhitzen die Erde zusätzlich. Kritik an den geplanten Steuersenkungen kommt daher von Um­welt­schüt­ze­r*in­nen und Opposition.

Ryanair versucht, die Kosten zu drücken

Ryanair-Manager Andreas Gruber kritisierte derweil die österreichische Regierung. Sie prüfe die Abgabe nur, statt sie wie andere europäische Länder zu streichen. Die Airline ist dafür bekannt, öffentliche Auseinandersetzungen mit Regierungen und Flughäfen ‌zu suchen, um die Kosten an ihren Standorten zu drücken.

In Österreich versucht die Billigairline schon seit längerer Zeit, die Standortkosten zu senken. Dafür hat Ryanair in der Vergangenheit bereits mehrmals öffentlich Kritik an der Luftverkehrsteuer geübt. Letztes Druckmittel: die Reduzierung des Angebots am Wiener Flughafen im vergangenen Herbst. Mit seiner Kritik an Wien ist Ryanair allerdings nicht allein. Auch andere Fluggesellschaften bemängelten zuletzt die hohen Kosten des Standorts.

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