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Feiern zu 250 Jahren USAWenn das die Gründerväter wüssten

Vor 50 Jahren bekamen die USA die Feierlichkeiten ganz gut über die Bühne. Nicht so jetzt zum 250. Geburtstag, Trump macht halt Trump-Sachen.

Gerald Ford war gewiss keine Lichtgestalt unter den US-Präsidenten, aber er brachte zumindest eines einigermaßen zustande: die Feierlichkeiten zum 200. Geburtstag der USA. Ford fuhr nach Philadelphia, zum Staatshaus, in dem die 56 Delegierten der Gründerstaaten die Unabhängigkeitserklärung unterschrieben hatten.

Er betonte in seiner Rede die Weitsicht und den Mut, den dieser Akt erforderte, aber auch die Verpflichtung, die das Dokument bis heute für jede Ame­ri­ka­ne­r*in bedeutet. Schließlich zog er Bilanz, wie weit man bei der Verwirklichung der Ideale gekommen sei und wie weit der Weg noch ist.

Und Trump? In seiner Rede zur Eröffnung der Feiern zum Geburtstag der USA erwähnte der gegenwärtige Präsident die Unabhängigkeitserklärung auch kurz. Die Gründerväter seien zusammengekommen, um Amerika 250 Jahre „glorreicher Freiheit zu schenken“. Und er sei gerade dabei, die Nation noch größer und noch besser zu machen als je zuvor.

Das Geschichtsbild, das Trump transportierte, entsprach genau dem Mythos, den James Baldwin einst sarkastisch so paraphrasierte: „Die Vorfahren waren alles freiheitsliebende Helden, sie wurden in das großartigste Land der Welt geboren, sie sind unbesiegbar im Krieg und weise im Frieden, die Männer sind viril und stark und die Frauen rein.“

In seiner Rede zur Eröffnung der Feiern zum Geburtstag der USA erwähnte der gegenwärtige Präsident die Unabhängigkeitserklärung auch kurz.

Kirmes und Käfigkämpfe

Ein Streben nach einer „perfekteren Union“, wie es die Präambel der Verfassung vorsieht, ist für Trump unnötig. Entsprechend ahistorisch fallen die weiteren Festlichkeiten der kommenden Tage aus. Die National Mall wird in eine „State Fair“ verwandelt, eine Mischung aus Kirmes und Bauernmarkt, die die Agora der Nation wie schon die Käfigkämpfe im Weißen Haus vulgarisieren.

Es wird eine Militärparade und eine Flugshow geben, und schließlich wird Trump zum Mount Rushmore fahren, um sich anmaßend zwischen den Bildnissen der Präsidenten Lincoln, Roosevelt, Washington und Jefferson einzureihen.

Einen offiziellen Diskurs über den Zustand der Nation wird es nicht geben. Nicht überraschend, aber immer wieder schockierend.

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