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Facebook-Pleite der AfD

Coup Satiriker kapern rechte Gruppen

Ignorieren? Lautstark abgrenzen? Selbst nach rechts rücken? Die meisten Parteien tun sich schwer im Umgang mit der AfD. Ausgerechnet den Satirikern der Partei Die Partei gelang es am Sonntag, die Rechtspopulisten in ihrem eigenen Territorium empfindlich zu ärgern: im Internet. Keine Partei hat mehr Unterstützer bei Facebook als die AfD. Seit ihrer Gründung werden vor allem hier, im halbanonymen Raum, in versteckten und öffentlichen Gruppen Anhänger mobilisiert.

31 solcher Gruppen haben die Satiriker um ihren „Reichs­propagandaminister“ Shahak Shapira seit November ganz gemächlich unterwandert, sich Schritt für Schritt erst das Vertrauen der Forenmitglieder und schließlich Administratorenrechte erworben. Am Sonntag folgte der Paukenschlag: Auf einmal hießen die Gruppen nicht mehr „Heimat-Liebe“, sondern „Hummus-Liebe“; nicht mehr „Scharia – auch immer mehr in Deutschland?“, sondern „Shakira – wann wieder mal in Deutschland?“.

Dazu ist auf allen Seiten eine Videobotschaft zu sehen. Shapira erklärt den Gruppenmitgliedern – zum Zeitpunkt der Namensänderungen etwa 180.000 – nach welchen Mechanismen die rechte Meinungsmache bisher ablief: „Sie werden von Robotern verarscht.“ Denn mit ihrer Aktion hat Die Partei auch Hinweise gesammelt, um einen oft erhobenen, aber nie vollends bewiesenen Vorwurf zu stützen: Dass die AfD Bots, also Profile ohne echte Menschen dahinter, nutzt, um ihre Thesen automatisiert in sozialen Netzwerken zu verbreiten und sich gleichzeitig den Anschein von breiter Unterstützung zu geben. So trägt auch eine Satirepartei konstruktiv zur öffentlichen Meinungsbildung bei. Thilo Adam

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