FFF-Gesicht ist Bremens Frau des Jahres: Für eine feministische Zukunft

Der Landesfrauenrat zeichnet die Fridays-for-Future-Aktivistin Frederike Oberheim aus. Engagement im Klimaschutz war das Kriterium.

Fridays for Future-Aktivistin Frederike Oberheim

Kämpft für eine feministische Zukunft: Frederike Oberheim von FFF Bremen Foto: Benedict Neugebauer

BREMEN taz | Vor einem Jahr hielt Frederike Oberheim ihre erste Rede für Fridays for Future Bremen (FFF), jetzt ist sie Bremens Frau des Jahres – gekürt vom Landesfrauenausschuss, einem Dachverband von 38 Frauenverbänden.

Frauen seien besonders von der Klimakrise betroffen, weil sie häufig weniger Ressourcen haben, sich vor den Folgen zu schützen, sagte Oberheim, als ihre Ehrung am Donnerstag bekannt gegeben wurde. „Wir kämpfen nicht für irgendeine Zukunft, sondern für eine feministische – genau wie für eine, in der die AfD nicht mehr im Parlament sitzt.“

Neben ihrem Aktivismus für FFF studiert die Stipendiatin der Heinrich-Böll-Stiftung Psychologie und ist Präsidentin des Studierendenrats der Uni Bremen. Auf der Straße werde sie inzwischen erkannt, sagt die 20-Jährige. Oberheim möchte den Preis nutzen, um noch mehr Aufmerksamkeit für ihr Anliegen zu generieren. „Ich wünsche mir, dass alle mit auf die Straße kommen“, sagte sie „Der effektivste Weg ist, von unten den gesellschaftlichen Wandel zu bewirken.“

Gegenüber der Politik ist die Aktivistin skeptisch. Die rot-grün-rote Regierung betreibe immer noch sehr viel Symbolpolitik, sagt sie. Die Klimabewegung betrachtet Oberheim hingegen optimistisch: „Ich habe das Gefühl, dass gerade überall Leute sind, die sich politisch engagieren.“

Vor kurzem blockierte Oberheim noch das Bremer Rathaus

Oberheim ist die jüngste Preisträgerin der 21-jährigen Geschichte der Auszeichnung. Kein Zufall: Laut Ausschreibung hatte man sich eine Frau „gern unter 35“ gewünscht, die sich besonders für den Klimaschutz einsetzt. „Wir wollen mit der Wahl ausdrücken, dass wir hinter den Zielen von Fridays und Scientists for Future stehen“, sagte Andrea Buchelt, Vorsitzende des Landesfrauenausschusses. Zudem wolle man mit der Wahl die eigenen Mitglieder motivieren: „Wir müssen erkennen, dass jede einzelne etwas tun kann.“

Am 8. März, dem Internationalen Frauentag, wird Oberheim offiziell ausgezeichnet – im Bremer Rathaus, das sie zum Schaffermahl Mitte Februar noch selbst blockiert hatte, weil „Kohleminister“ Peter Altmaier als Ehrengast aufgelaufen war.

Einmal zahlen
.

Fehler auf taz.de entdeckt?

Wir freuen uns über eine Mail an fehlerhinweis@taz.de!

Inhaltliches Feedback?

Gerne als Leser*innenkommentar unter dem Text auf taz.de oder über das Kontaktformular.

Wir würden Ihnen hier gerne einen externen Inhalt zeigen. Sie entscheiden, ob sie dieses Element auch sehen wollen.

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Ein roter Blitz auf lila Hintergrund.

Dass viele Menschen in Deutschland bis heute nicht über ihren eigenen Körper bestimmen dürfen, zeigt der 150 Jahre alte Paragraf 218. Wie es um die reproduktiven Rechte in Deutschland, Polen, Lateinamerika und andernorts bestellt ist – darüber berichtet die taz zum internationalen Frauentag: taz.de/Frauentag

Bitte registrieren Sie sich und halten Sie sich an unsere Netiquette.

Haben Sie Probleme beim Kommentieren oder Registrieren?

Dann mailen Sie uns bitte an kommune@taz.de

Ihren Kommentar hier eingeben