Erneut Proteste in Brasilien: Massen gegen die Präsidentin
Regierungsgegner in Brasilien haben für Sonntag erneut zu Protesten in Hunderten Städten aufgerufen. Sie fordern ein Amtsenthebungsverfahren gegen Dilma Rousseff.
RIO DE JANEIRO ap | Regierungsgegner in Brasilien sind am Sonntag erneut bei landesweiten Protesten auf die Straßen gegangen. Das Fernsehen zeigte Luftaufnahmen von Demonstranten in Brasilia, die sich mit Trikots in den Nationalfarben gelb und grün gekleidet hatten und auf Plakaten die Ablösung von Präsidentin Dilma Rousseff forderten. Auch in den Städten Salvador, Belem und Belo Horizonte kam es zu Protesten. Geplant waren zudem Kundgebungen in Rio de Janeiro und São Paulo und Hunderten weiteren Städten.
Hintergrund sind soziale Spannungen und der Korruptionsskandal um den staatlichen Ölkonzern Petrobras. Bereits am 15. März waren allein in São Paulo mehr als 200.000 Menschen gegen Rousseff auf die Straße gegangen – die größte Demonstration seit Protesten gegen die Militärdiktatur 1984. Mit Spannung wird beobachtet, ob sich am Sonntag ähnlich viele Menschen den Protesten anschließen.
Die Schmiergeldaffäre bei Petrobras gilt als der größte Korruptionsskandal in der Geschichte des südamerikanischen Landes. Bau- und Ingenieursfirmen sollen mindestens 800 Millionen Dollar (rund 745 Millionen Euro) an Bestechungsgeldern gezahlt haben, um von Petrobras Aufträge zu bekommen. Ein Teil des Geldes soll an Rousseffs Arbeiterpartei geflossen sein.
Viele Demonstranten fordern ein Amtsenthebungsverfahren gegen Rousseff. Die rechtlichen Voraussetzungen dafür sind derzeit allerdings nicht erfüllt. Andere Gruppen verlangten sogar einen Militärputsch.
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