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Ende der BundesligasaisonSpannend ist es nur noch jenseits des FC Bayern München

Martin Krauss

Kommentar von

Martin Krauss

Bayern München macht die Bundesliga öde. Für die meisten Clubs geht’s nur noch darum, weiter mitzumischen. Oder wie der Bayer sagt: „a dabei“ zu sein.

Aus der Traum: St. Pauli steigt ab und ist in der Bundesliga nicht mehr „a dabei“ Foto: dpa

N ur oben ist’s öde. Aber wir wollen doch die Form wahren: Herzlichen Glückwunsch an den FC Bayern München zum Gewinn der deutschen Meisterschaft der Herren und der Frauen. Und damit man nicht allzu oft solche Kommentare schreiben muss, gilt die Gratulation auch schon für den Gewinn des DFB-Pokals der Männer am kommenden Samstag. Die Frauen holten ihren Pott schon vergangene Woche ab.

Dabei ist es ja keinesfalls so, dass diese schreckliche Bayern-Dominanz die beiden Bundesligen langweilig gemacht hätte. Die anderen Clubs haben sich halt alle andere Ziele gesetzt, genauer gesagt: setzen müssen.

In Münchner Schickeriakreisen gibt es den Begriff des Adabei. Das ist eine eher abwertende Charakterisierung von Leuten, die nichts zu melden haben, aber halt „a dabei“ sind. Weil sie halt „a dabei“ sein wollen.

Es gibt im Profifußball keinen „Bayern-Jäger“ mehr. Das ist ein inoffizieller Titel, der vor oder während der Saison vergeben wurde und den bei den Männern mal Borussia Dortmund, mal Bayer Leverkusen und ganz früher sogar mal Werder Bremen und Schalke 04 innehatten.

Gekämpft wird um Platz zwei

Bei den Frauen sieht es mittlerweile so aus, dass es einen sicheren Ersten gibt (Bayern), einen ziemlich sicheren Zweiten (Wolfsburg), und die Konkurrenz kämpft um Platz drei. Bei den Männern hat sich die Bundesliga ein klein wenig anders diversifiziert: Um Platz zwei, den Vizemeistertitel, wird wohl auch im nächsten Jahr heftig konkurriert werden.

Wichtiger, weil Geld verheißend, ist der Kampf um die Champions-League-Plätze, und wer da nur lange mithalten, sich aber nicht durchsetzen konnte, wird immerhin noch mit der Teilnahme in Europa League oder Conference League belohnt.

Und so richtig spannend ist bei den Männern der Abstiegskampf. Das unausgesprochene Ziel der Vereine, die darin involviert sind, ist ja dies: Alle wollen auch in der nächsten Saison einmal das Weltstarensemble des FC Bayern bei sich im Heimstadion empfangen dürfen. Es geht nicht ums Gewinnen, sondern nur noch darum, sich möglichst lange als Teil des Betriebs halten zu können. „A dabei“ halt.

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Martin Krauss
Jahrgang 1964, freier Mitarbeiter des taz-Sports seit 1989
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