„Eingelocht“ ist wieder da: Wie der Golfer Donald Trump im Soccermilieu versackte
Nach dem Fußballsommer ohne Golf-Kolumne müssen wir auf den Finalabend der WM zurückblicken. Und dabei muss es um den golfenden Wüterich gehen.
Foto: Dennis Schneidler/-Imagn Images
A lles war über Monate Fußball, dabei kamen auch aus der Golfwelt überraschende Meldungen: Harry Kane, der englische Kicker vom FC Bayern, wurde von Donald Trump als Golfpartner benannt. Vor anderthalb Jahren habe eine gemeinsame Runde stattgefunden. Kane, spektakulär gutes Handicap 3, bestätigte auf Nachfrage und brandmarkte das Erlebnis als „surreal“. Für Kane hatte das Zwangsouting Folgen: Er traf bei der WM kein einziges reales Mal mehr (und wurde im letzten Spiel von seinem Trainer Thomas Tuchel erst gar nicht mehr eingesetzt).
Mittlerweile liest sich das Glossar der Erdenbewohner, die mit dem greisen Präsidentendarsteller mal auf die Runde gegangen sind, wie ein Who is Who weltweiter Prominenz. Klar, da sind diverse Profigolfer, wie die noch greiseren Jack Nicklaus und Gary Player, mehrfach Tiger Woods, Annika Sörenstam, Ernie Els, der angebliche Gutmensch Bernhard Langer oder auch der Nordire Rory McIlroy. Der später sagte, diesen Sündenfall tue er sich nicht nochmal an. Immerhin.
Auch jenseits der Golfszene hat Trump vielerlei Menschen an seine Seite gelockt, Japans Exministerpräsidenten Shinzo Abe etwa oder Schreckensgestalten wie seinen kürzlich verstorbenen Politkumpel Senator Lindsey Graham, die Witzfigur Rudi Giuliani oder Basketballlegende Michael Jordan. Hollywood-Mime Samuel L. Jackson, der für seine Rolle in Tarantinos „Pulp Fiction“ eine Oscar-Nominierung bekam, berichtete nach der Runde belustigt, Mr. Präsident lege seinen Ball einfach an anderer, vorteilhafterer Stelle hin oder werfe den eines Mitspielers vom Grün in den Sandbunker.
Die norwegische Profigolferin Suzann Pettersen erlebte Ähnliches: „Er betrügt höllisch. Ich muss darüber immer sehr lachen.“ Der gottbegnadete Schlägerschwinger wird neben „Commander in Chief“ (Oberbefehlshaber) längst als „Commander in Cheat“ gefeiert, was sich mit Oberschummler übersetzen lässt.
Ärgerlich
Für den Golfer Trump war das Finale der Fußball-WM, das er als ahnungsloser Gastgeber zu besuchen hatte, ein multiples Ärgernis. Nicht nur, weil der fürchterliche Kommunist Pedro Sánchez aus dem Zwergstaat Spanien in seiner Nähe saß. Auch, dass zehntausende bezahlte Antifa-Claquere ihn, the Greatest One, beim Betreten des Rasens auszubuhen wagten. Dass er sich nur für ein paar Momente am Rande ins Siegerfoto drängeln konnte. Oder später der gescheiterte Verkaufsdeal dieses seltsamen Sports an seinen Familienclan durch Fifa-Kumpel Johnny.
Geradezu ungehörig frech war, dass es die beiden Argentinier Óscar Romero und Lautaro Martínez schafften, ihm bei der Siegerehrung den Handschlag durch ein elegantes Ausweichmanöver zu verweigern. Wobei: Passender zur giftigen WM-Performance der Argentinier wäre gewesen, das kleine Patschehändchen des Golfpräsidenten so stählern zu greifen, dass er nie wieder einen Schläger hätte halten können. Und kein Dekret mehr unterschreiben.
Golferisch kam noch eine besondere Schmach hinzu: Wegen dieses komischen Soccer-Termins verpasste es Trump, die dramatischen letzten Bahnen der British Open zu gucken, das älteste Golfturnier der Welt. Eigentlich ein Muss. Zumal dort gerade sein mehrfacher Spielpartner und Speichellecker Bryson DeChambeau um den Sieg kämpfte.
Am Ende brach sein Buddy jämmerlich ein. Und dann wurden noch zwei andere US-Amerikaner, Sam Burns und Cameron Young, am letzten Loch vom weitgehend unbekannten Neuseeländer Ryan Fox überholt. Sensationssieg. Toller Mann. Der größte.
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