piwik no script img

Dschihadisten in Somalia15 Tote bei blutigem Terrorangriff

Die Terrorgruppe Al-Shabaab richtet wieder ein Blutbad an – diesmal inmitten der Hauptstadt Mogadischu. Zum Ziel wird ein internationales Hotel.

dpa | Islamistische Terroristen haben in der somalischen Hauptstadt Mogadischu ein Blutbad in einem bei Politikern und Geschäftsleuten beliebten Hotel angerichtet. Mindestens 15 Menschen seien am Sonntagmorgen bei dem Anschlag auf das Hotel Sahafi ums Leben gekommen, unter ihnen Regierungsmitarbeiter, ein früherer Militärchef, zwei Fotografen und die sechs Angreifer, sagten der Sicherheitsbeamte Mohamed Hassan und Augenzeugen. Etwa 20 Menschen seien verletzt worden.

Nach Angaben des Radiosenders Andalus bekannte sich die islamistische Terrormiliz Al-Shabaab zu dem Anschlag. Die Extremisten seien am Morgen vor dem Hotel Sahafi mit zwei Autos vorgefahren, die voll mit Sprengstoff gepackt gewesen seien, erklärte Polizeisprecher Abdi Hassan. Einer von ihnen habe sich in einem der Fahrzeuge in die Luft gesprengt und mehrere Wachleute mit in den Tod gerissen.

Anschließend seien die mit somalischen Militäruniformen gekleideten Al-Shabaab-Kämpfer in das Hotel gerannt, hieß es. Dort hätten sie das Feuer eröffnet. Während es zu einem Schusswechsel zwischen Wachpersonal und Angreifern gekommen sei, sei auf dem Parkplatz das zweite Auto per Fernzündung explodiert.

Einige der Islamisten hätten vom Dach aus Handgranaten auf Sicherheitskräfte geworfen, die das Hotel umstellten. Soldaten der Regierung und der Afrikanischen Union sei es schließlich gelungen, die Angreifer aus dem Hotel zu vertreiben, teilte die AU-Mission AMISOM im Kurznachrichtendienst Twitter mit.

Die Al-Shabaab hat Verbindungen zum Terrornetzwerk Al-Kaida. Heute ist die Gruppe vor allem noch im Zentrum und Süden Somalias aktiv. Obwohl die Islamisten bereits 2011 von Truppen der Afrikanischen Union und der somalischen Armee aus Mogadischu vertrieben worden waren, verüben sie dort weiterhin Anschläge, vor allem auf Regierungsgebäude und Hotels. Auch im Nachbarland Kenia verbreitet die Al-Shabaab ihren Terror. Sie fordert den Abzug der kenianischen Truppen aus Somalia.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Mehr zum Thema

0 Kommentare