Digitale Währungen in der US-Wahl: Trump liebt Krypto
Kryptowährungen haben bei der US-Wahl eine Rolle gespielt – auch bei den Wahlkampfspenden. Aber nicht nur Trump ist Fan. Auch Harris liebäugelt damit.
„Ich bin kein Fan von Bitcoin und anderen Kryptowährungen, die kein Geld sind und deren Wert sehr volatil ist und auf dünner Luft basiert“, twitterte Donald Trump 2019. Das war einmal. Diesen Juli, auf der Bitcoin Conference in Nashville, schlug der republikanische Kandidat um die US-Präsidentschaft andere Töne an, verglich die Kryptobranche mit der „Stahlindustrie von vor 100 Jahren“. Die USA wolle er zur „Bitcoin-Supermacht der Welt“ machen.
Bis Redaktionsschluss war das Ergebnis der Wahl am Dienstag noch nicht bekannt. Trump hatte in Nashville jedenfalls angekündigt: Im Falle eines Siegs werde er Gary Gensler feuern, den Chef der US-Börsenaufsichtsbehörde. Stattdessen berufen werde er jemanden, der die „Zukunft nicht blockieren würde“. Gensler gilt unter anderem wegen mehrerer Klagen gegen Kryptobörsen als Gegner der digitalen Zahlungsmittel.
Kurz darauf berichtete die US-Zeitschrift Bitcoin Magazine, dass einige Demokraten einen Brief an das Demokratische Nationalkomitee schickten, in dem sie die Parteiführung aufforderten, Kryptowährungen stärker zu unterstützen. Die „Feindseligkeit“ der Regierung spiegele nicht „die fortschrittlichen, zukunftsorientierten und integrativen Werte unserer Partei“ wider, hieß es. Nach und nach wurde klar: Das Thema wird dieses Jahr in beiden politischen Lagern relevanter.
Kryptowährungen für schwarze Männer
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Im September versprach die Präsidentschaftskandidatin Kamala Harris von den Demokraten dann, im Falle ihres Wahlsiegs Investitionen in Krypto zu fördern. Im Oktober sagte sie, dass sie Pläne für den Krypto-Bereich habe, als ein Teil ihrer Kampagne „Kamala Harris Will Deliver for Black Men“, die speziell Pläne für Afroamerikaner enthielt.
In einem Dokument hieß es, sie sei für „die Unterstützung von Regulationen für Kryptowährungen, damit schwarze Männer, die in diese Vermögenswerte investieren und sie besitzen, geschützt sind“. Das wurde kritisiert, weil es ihr bis dahin spezifischster Kommentar zu Kryptowährungen war. Ein Sprecher stellte klar, dass solche Pläne nicht auf Ethnien beschränkt seien.
Trump hingegen tummelt sich in allen Bereichen des Krypto-Space. Er hat Sammelkarten von sich als sogenannte Non-Fungible Tokens verscherbelt, als digitale Sammlerstücke. Vor laufenden Kameras kaufte er einen Burger mit Bitcoin. Nun hat er auch eine Kryptowährung herausgebracht, „World Liberty Financial“ (WLFI), die bisher floppt. Bei den Republikanern stehen Kryptowährungen sogar im offiziellen Parteiprogramm. Dort heißt es, Trump wolle sicherstellen, „dass jeder Amerikaner das Recht hat, sein digitales Vermögen frei von staatlicher Überwachung zu handeln“.
Kryptowährung zählt derweil auch schon im Wahlkampf. Laut der NGO Public Citizen kam bis August ungefähr die Hälfte der Unternehmensspenden aus der Kryptobranche – sowohl für Republikaner, als auch für Demokraten.
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