Die Wahrheit: Herbst der Uniformen
Donnerstag ist Gedichtetag auf der Wahrheit: Heute darf sich die geneigte Leserschaft an einem Poem über eine hochheilige Armee erfreuen.
Die Bundeswehr, zurzeit malad,
marschiert jetzt auf dem Aufwuchspfad,
damit sie groß wird und gedeiht –
Schwarz-Rot zum Kompromiss bereit.
Der Pfad, bis dato unbekannt,
führt’s Trüppchen durchs bedrohte Land.
Und wer dem Haufen folgt, ja der
bekommt im Nu ein Schießgewehr.
Sobald man dann das Ziel passiert,
wird schon der Aufwuchs kontrolliert,
die Beute, die ins Tarnnetz ging.
Und ist die Quote zu gering
und weiterhin noch viel Bedarf,
macht man die nächsten Flinten scharf,
zwingt jeden schnell in Reih und Glied,
dem man die Tauglichkeit beschied.
Vielleicht gelangt wer auch per Los
in den empfangsbereiten Schoß,
wird einem Glückskind gleich Soldat:
in Kampfmontur auf Boris’ Pfad.
Und endet der dann doch abrupt,
weil er als Holzweg sich entpuppt,
wird an den Himmel appelliert –
und auf dem Jakobsweg marschiert.
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