Die Wahrheit: Rätsel Buße
Donnerstag ist Gedichtetag auf der Wahrheit: Heute darf sich die geneigte Leserschaft an einem Poem über nachfestliche Reue und die Folgen erfreuen.
Ich weiß nicht, wie man richtig büßt.
Geht man in Ketten, stahlbefüßt?
Oder vielleicht doch unbeschuht,
mit Lendenschurz und Dornenhut?
Wo wälzt man sich? Im Sumpf? Im Wald?
Wenn’s heiß ist oder biblisch kalt?
Wen ruft man an? Zeus? Jahwe? Marx?
Trinkt man dabei Gebräu, recht stark’s?
Gibt’s von Lacoste ein Büßerhemd?
Büßt man frisiert? Sühnt ungekämmt?
Muss man bis nach Canossa gehn?
Wie viele Tage? Hundert? Zehn?
Muss man durchgehend Buße tun?
Darf man gelegentlich mal ruh’n?
Muss man sich geißeln? Und womit?
Gibt es ein Büßer-Starter-Kit?
Büßt man allein? Im Büßer-Club?
Trainiert man für den Sühne-Cup,
bedruckt das härene Gewand
mit den Sponsoren bis zum Rand?
Ja, wie man wirklich richtig büßt,
bleibt rätselhaft und ungelöst.
Ich esse erst mal etwas Süßes.
Dann wieg ich mich, heul los und büß es.
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Warum beweisen, wenn man behaupten kann.
Deshalb weiß Die Wahrheit immer, wie weit man zu weit gehen kann.
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