Trump und Biden auf einer großen Videoleinwand

Harte Auseinandersetzung: Übertragung des TV-Duells zwischen Trump und Biden am 22. Oktober Foto: Jeff Chiu/ap

Die US-Wahlen in Zahlen:Wo Biden Trump geschlagen hat

Joe Biden hat gegen Amtsinhaber Donald Trump gewonnen. Wie ändert sich die Lage in Repräsentantenhaus und Senat? Der Stand der US-Wahl in Zahlen.

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26.10.2020, 11:52 UHR

In den USA wurde am 3. November der Präsident gewählt. Nach einem mehrtägigen Auszählungsprozess steht nun fest: Der Demokrat Joe Biden wird neuer Präsident der USA. Er hat den Republikaner Donald Trump geschlagen. Auch die von Trump geforderte Neuauszählung würde am Ergebnis wohl nicht ändern.

Auch im Repräsentantenhaus und im Senat standen am gleichen Tag Neuwahlen an. Die taz präsentiert Ihnen an dieser Stelle seit der Wahlnacht den jeweiligen Stand der Auszählung.

Welcher Kandidat liegt bei den Wähler*innen vorn?

Bei der Gunst der Wähler*innen lag Joe Biden laut Umfragen vor der Wahl noch rund 8 Prozentpunkte vor Donald Trump. Allerdings sagte das allenfalls etwas über die Stimmung im Land. Und nach Auszählung eines Großteils der Stimmen zeigte sich: Trump schnitt deutlich besser ab als prognostiziert. Am Wahlabend lag er sogar fast gleich auf. Am Ende hat Biden rund 3 Prozentpunkte mehr geholt als Trump.

Welcher Kandidat liegt bei den Wahlleuten vorn?
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Der Präsident wird nicht direkt gewählt, deshalb ist es am Ende auch nicht entscheidend, wie viele Stimmen er bundesweit bekommen hat. Ausschlaggebend ist die Zahl der Wahlmänner und -frauen, die ein Kandidat gewinnen kann – mindestens 270 sind für den Sieg erforderlich. Die 50 Bundesstaaten dürfen je nach Größe eine bestimmte Anzahl von Wahlleuten entsenden. In fast allen Staaten bekommt der Kandidat mit den meisten Wählerstimmen alle Wahlleute. Nur in Maine und Nebraska werden die Stimmen der Wahlleute nach Mehrheiten in den Wahlbezirken aufgeteilt. Der Gesamtsieger des Staates erhält zwei weitere Stimmen.

Laut Prognosen vor der Wahl lag Joe Biden auch bei den Wahlleuten vorn. Nach Auszählung der Stimmen zeichnete sich jedoch schnell ab, dass Donald Trump zunächst deutlich stärker abschnitt als erwartet. Durch die später eingehenden Ergebnisse der Briefwahl holte Biden jedoch wieder auf. Mehrere Bundestsstaaten, in denen Trump fast uneinholbar vorn zu liegen schien, gingen doch noch an Biden.

Welche Staaten entscheiden?
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Insgesamt gibt es in den USA 50 Bundesstaaten. In vielen von ihnen ist klar, welcher Kandidat vorn liegen wird. In Kalifornien gewinnt traditionell der demokratische Bewerber. Diesmal bekam Joe Biden dort fast eine Zweidrittelmehrheit. Die 55 Delegierten aus Kalifornien waren Biden daher also schon vor der Wahl nahezu sicher. Umgekehrt holte Trump in Staaten wie Tennessee oder Kentucky jeweils über 60 Prozent der Stimmen. Diese waren und bleiben sicher für den Amtsinhaber.

Entscheidend ist, wer in den sogenannten Swing States vorne liegt. Davon hat Trump Florida und Texas klar gewonnen. Auch in Michigan und Wisconsin führte der Amtsinhaber anfangs deutlich, bevor er von Biden überholt wurde. Das war vorentscheidend, denn diese beiden Staaten hatte Trump vor vier Jahren überraschend gewinnen können.

Auch in Pennsylvania lag Trump nach Auszählung großer Stimmenanteile deutlich vorn. Allerdings schrumpfte sein Vorsprung je mehr Briefwahlstimmen ausgezählt wurden. Den Dreh brachten vor allem die aus der Großsstadt Philadelphia, wo über 80 Prozent der WählerInnen für den Demokraten stimmten. Am Ende ging Pennsylvania doch an Biden. Das war entscheidend. Denn mit den 20 Wahlleuten aus Pennsylvania hatte er insgesamt mehr als die für eine Mehrheit notwendigen 270 UnterstützerInnen im Electoral College zusammen, das den Präsidenten wählt.

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Sehr eng ist es immernoch in Georgia. Hier führte Trump nach Auszählung von mehr als 90 Prozent aller Stimmen noch knapp. Erst kurz vor Schluss wurde er von Biden überholt, der jetzt 0,2 Prozentpunkte vor Trump liegt.

In Arizona und Nevada gab es bis zum Schluss ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Biden konnte hier seinen knappen Vorsprung verteidigen. In North Carolina führt hingegen Trump mit knappen Vorspung.

Arizona, Georgia und North Carolina werden von einigen Beobachtern offiziell als noch nicht endgültig entschieden bewertet. Auch aus Alaska gibt es noch kein Endergebnis. Hier liegt Trump uneinholbar vorn. Für den Gesamtausgang der Wahl spielen diese Staaten aber keine Rolle mehr.

Wie ist die Lage in den Parlamenten?

Zeitgleich mit der Präsidentenwahl haben die Amerikaner auch über die Zusammensetzung des US-Kongresses abgestimmt. Zur Wahl standen alle 435 Mandate im Repräsentantenhaus sowie rund ein Drittel der 100 Sitze im Senat.

Ohne eine Mehrheit in beiden Kammern des Kongresses, im Repräsentantenhaus und im Senat, kann ein Präsident innenpolitisch nur wenig nachhaltig verändern. Das Parlament hat die Budgethoheit und das Vorschlagsrecht für Gesetze. Der Senat muss zudem bei der Besetzung aller herausragenden Regierungsämter zustimmen – von der Ministerin bis zum Botschafter. Gleiches gilt für die Ernennung wichtiger Richter*innenposten.

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Im Repräsentantenhaus sitzen 435 Politiker*innen, die ihren Wahlkreis, den Kongresswahlbezirk, gewonnen haben. Bisher kontrollierten die Demokraten das Repräsentantenhaus, sie stellten dort 232 Abgeordnete, die Republikaner kamen auf 197 Sitze. Ein Parlamentarier gehörte der Libertären Partei an. Fünf Sitze waren vakant.

Laut aktuellen Hochrechnungen ist die Mehrheit der Demokraten ungefährdet. Das Repräsentantenhaus wird weiter demokratisch kontrolliert bleiben, allerdings mit einer geringeren Mehrheit für die demokratische Vorsitzende Nancy Pelosi, denn die Republikaner holten mindestens fünf Sitze dazu. Bemerkenswert ist unter anderem der Einzug der Jungrepublikanerin Marjorie Taylor Greene in Georgia, die mit rassistischen Äußerungen und ihrer Fürsprache für die Verschwörungstheorie „QAnon“ aufgefallen war.

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Im Senat gab es bisher eine knappe republikanische Mehrheit. Er ist die Vertretung der US-Bundesstaaten, jeder von ihnen darf unabhängig von seiner Größe zwei Senator*innen stellen. Die Senator*innen bleiben je sechs Jahre im Amt, alle zwei Jahre wird ein Drittel von ihnen neu gewählt.

Am 3. November standen 35 Sitze zur Wahl. Die Demokraten hatten sich gute Chancen ausgerechnet, dieses Verhältnis umzukehren, es gelang ihnen aber unter anderem nicht, den umkämpften Sitz in Maine dazuzugewinnen.

Endgültig wird über die Mehrheitsverhältnisse im Senat erst am 5. Januar entschieden. Dann treten in Georgie der republikanische Senator David Perdue und sein demokratischer Rivale Jon Ossoff sowie die republikanische Senatorin Kelly Loeffler und der Demokrat Raphael Warnock in Stichwahlen gegeneinander an. Keiner der Kandidaten war in der ersten Runde auf die nötigen 50 Prozent der Stimmen gekommen. Sollte die Demokraten beide Sitze gewinnen, würden sie ein Patt oder sogar eine knappe Mehrheit im Senat erreichen.

Hinweis der Redaktion: Dieser Text wurde erstmals am 26.10.2020 auf taz.de veröffentlicht mit dem Stand der Prognosen gut eine Woche vor der Wahl. Seither wurden sowohl die Textelemente wie auch die Grafiken wie im ersten Absatz angekündigt mehrfach aktualisiert. Die letzte Aktualisierung stammt vom 9.11.2020.

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