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Demokratische Kräfte SyriensKurdische SDF lösen sich nach Eingliederung in Armee auf

Die kurdischen Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) sind in den neuen Staat eingegliedert. Jetzt verkündet Kommandeur Maslum Abdi den finalen Schritt.

ap | Die von Kurden geführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) haben ihre offizielle Auflösung bekannt gegeben. Der SDF-Kommandeur Maslum Abdi sagte auf einer Pressekonferenz im Präsidentenpalast in Damaskus, die Gruppe habe die Fusion mit der syrischen Armee vollzogen und werde ihre Tätigkeit als eigenständige Streitkraft einstellen. Die SDF hatten im Januar infolge einer Regierungsoffensive den Großteil ihres Gebiets im Nordosten Syriens verloren und daraufhin ein Abkommen zur Eingliederung in das Militär unterzeichnet.

Die SDF hätten während einer der schwierigsten Phasen in der Geschichte Syriens eine große Verantwortung getragen, sagte Abdi. Inzwischen hätten sich die Umstände geändert, und das Land sei in eine neue Phase des Friedens und der Mitwirkung am Aufbau eines neuen Syriens eingetreten. Die Mission der SDF sei beendet.

Die SDF waren einst der wichtigste Partner der Vereinigten Staaten in Syrien im Kampf gegen die Terrorgruppe Islamischer Staat. Doch nach dem Sturz von Präsident Baschar al-Assad im Dezember 2024 knüpfte Washington enge Beziehungen zur neuen Regierung in Damaskus unter der Führung von Interimspräsident Ahmad al-Scharaa, dem ehemaligen Anführer einer islamistischen Rebellengruppe.

Vom Machtvakuum zur Eingliederung

Während der 50-jährigen Herrschaft der Assad-Dynastie in Syrien wurden Kurden marginalisiert; vielen wurde die syrische Staatsbürgerschaft verweigert. Öffentliche Feiern des Nowruz-Festes – eines alten persischen Frühlings- und Neujahrsfestes, das auch von Kurden in Syrien, der Türkei und im Irak gefeiert wird – waren verboten.

Kurz nach Beginn des Aufstands gegen die Assad-Regierung im Jahr 2011 füllten die Kurden das Machtvakuum, das durch den Abzug der Regierungstruppen aus weiten Teilen des Nordostens Syriens entstanden war. Die SDF kontrollierten zeitweise etwa 25 Prozent des syrischen Staatsgebiets.

Zunächst begegneten die Kurden der neuen Regierung nach dem Sturz Assads zurückhaltend und waren nicht bereit, ihre faktische Autonomie aufzugeben. Einige der Rebellengruppen, die an der Offensive zum Sturz Assads beteiligt waren, waren von der Türkei unterstützte Kräfte, die in der Vergangenheit gegen die SDF gekämpft hatten. Die Türkei betrachtete die SDF aufgrund ihrer Verbindungen zur Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) als Terrororganisation.

Mehr Rechte für die Kurden

Während der Waffenruheverhandlungen mit der SDF im Januar erließ al-Scharaa ein Dekret zur Stärkung der Rechte der Kurden. Kurdisch wurde neben Arabisch als offizielle Sprache anerkannt und Nowruz zum nationalen Feiertag erklärt. Außerdem erhielten Zehntausende Kurden in der nordostsyrischen Provinz Hassakeh ihre Staatsbürgerschaft zurück, die ihnen nach der Volkszählung von 1962 entzogen worden war.

Abdi sagte, al-Scharaa habe zugesagt, dass die Kurden das Recht auf Bildung in ihrer eigenen Sprache erhalten würden – ein wichtiges Anliegen der kurdischen Bevölkerung des Landes.

Offen ist unter anderem das Schicksal der rein weiblichen Kampfeinheiten der SDF. Ihre Eingliederung gilt als heikel, da viele Vertreter der Führung in Damaskus Frauen im Kampfeinsatz ablehnen.

Die Vereinbarung über die Eingliederung der SDF ist jedoch ein großer Erfolg für die Regierung al-Scharaas. Diese hatte Schwierigkeiten, das Land zu einen, während Syrien sich von einem fast 14 Jahre dauernden Bürgerkrieg zu erholen beginnt. Der größte Teil des Landes steht inzwischen unter der Kontrolle der Zentralregierung in Damaskus.

Offene Konflikte im Süden Syriens

Eine Ausnahme bildet die Provinz Suweida im Süden Syriens. Sie wird inzwischen von drusischen Fraktionen kontrolliert, die Damaskus feindlich gegenüberstehen. Vorausgegangen waren im vergangenen Jahr Zusammenstöße, bei denen regierungsnahe Kämpfer sektiererische Vergeltungsangriffe auf drusische Zivilisten verübten.

Die drusischen Fraktionen haben Unterstützung von Israel erhalten. Israel besetzt zudem einen Landstreifen im Süden Syriens nahe der Grenze zu den von Israel annektierten Golanhöhen.

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