Corona-Streit vor den Australian Open: Abflug aus Australien

Wie die tschechische Tennisspielerin Renata Voráčová doch noch zu Ruhm gekommen ist. Und warum sie Novak Đoković die Daumen drückt.

Tennisspielerin Voráčová bei einer Vorhand

Raus: Renata Voráčová wird bei den Australian Open nicht spielen Foto: File Photo

BERLIN taz | Renata Voráčová ist gewiss kein Star. Die tschechische Tennisspielerin gehört zu den Wanderarbeiterinnen ihres Sports. Sie reist von Ort zu Ort und erzielt ihre bescheidenen Erfolge bei den Challenger-Turnieren oder kleinen Events, bei denen insgesamt oft nicht mehr als 25.000 Dollar Preisgeld ausgeschüttet wird. Im Einzel spielt die mittlerweile 38-Jährige nur noch selten.

Im Doppel ist sie immer noch eine gefragte Partnerin bei den kleinen Turnieren, durch die sie in der Doppelweltrangliste so viele Punkte gesammelt hat, dass sie auf Platz 81 geführt wird. Ihren bis heute letzten Titel hat sie im Januar 2019 zusammen mit der Schwedin Cornelia Lister im französischen Andrézieux-Bouthéon gewonnen. Das ist aller Ehren wert, aber gewiss nichts, was zu ewigem Ruhm führen würde.

Und doch ist ihr Name nun nicht nur in der Tenniswelt in fast aller Munde. Ihr ist ebenso wie dem serbischen Weltranglistenersten Novak Đoković von den australischen Behörden das Visum entzogen worden. Sie hat, ähnlich wie es Đoković gerade erklärt hat, kürzlich eine Corona-Infektion überstanden und noch ein paar weitere Gründe angeführt, weshalb ihr als ungeimpfter Person eine Ausnahmegenehmigung für die Teilnahme an den Australian Open zustehen würde.

Die tschechische Botschaft hat sich für Voráčová eigesetzt und sie hat Anwälte bemüht, die dafür sorgen sollten, dass sie die Unterkunft für ausreisepflichtige Nicht-Australier, in der sie ebenso wie Đoković eingesperrt worden ist, verlassen und an den anstehenden Australian Open teilnehmen kann.

Abflug nach Dubai

Im Gegensatz zu Đoković, der mit mehreren Anwälten immer noch für seinen Verbleib in Australien kämpft, hat sie mittlerweile aufgegeben. Der Prozess für ein neues Visum würde ihr zu lange dauern, sagte sie dem tschechischen Nachrichtenportal idnes.cz. In der Nacht zum Sonntag wurde sie nach Dubai ausgeflogen.

Davor äußerte sie schon ihr Unverständnis darüber, was ihr widerfahren ist. Anders als dem serbischen Superstar war ihr die Einreise schon erlaubt worden. Sie spielte sogar schon bei einem Vorbereitungsturnier auf das Grand-Slam-Event in Melbourne, bevor sie in Gewahrsam genommen worden ist.

Novak Đoković wünscht sie das Beste für seinen Widerspruch gegen den Entzug des Visums, der am Montag verhandelt wird „Wir sind Sportler, wir sind gekommen, um Tennis zu spielen und nicht um lokale Streitereien zu lösen“, sagte sie.

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