Chinesische Soldaten im Ukrainekrieg?: Kein großer Unterschied
Die Nachricht von chinesischen Soldaten an der Seite Russlands klingt beunruhigend. Doch der wahre Einfluss Chinas zeigt sich auf anderen Gebieten.
D ass nun ein paar chinesische Soldaten auf der Seite Russlands kämpfen, wie die Ukraine erklärt, mag auf den ersten Blick wie eine bahnbrechende Nachricht wirken. Tatsächlich ändert sie wenig an den realen Gegebenheiten. Nicht falsch verstehen: Die Volksrepublik China ist in diesem Krieg keine neutrale Macht, sondern steht zweifelsfrei an der Seite Russlands.
Die chinesische Wirtschaft liefert Wladimir Putin einen großen Teil an Gütern, ohne die seine Kriegsmaschinerie keineswegs so glatt laufen würde. Und auch rhetorisch arbeiten die zwei Staaten gemeinsam und beständig daran, die westliche Weltordnung umzustürzen.
Doch dies stand bereits seit Langem fest. Die chinesischen Soldaten machen insofern kaum einen Unterschied, zumal es bislang keine Hinweise darauf gibt, dass sie von der Volksbefreiungsarmee entsandt wurden, also reguläre chinesische Soldaten sind. Tatsächlich ist dies nach jetzigem Kenntnisstand unwahrscheinlich, wenn auch nicht ganz auszuschließen. Europa täte in jedem Fall gut daran, die Entwicklungen weiter mit kritischem Blick zu verfolgen.
Aller Voraussicht nach handelt es sich bei den Chinesen um „Freiwillige“, die sich auf eigene Faust der russischen Armee angeschlossen haben. Das ist natürlich unerfreulich, doch es kommt nun mal vor. Einen Unterschied für den Kriegsverlauf werden sie nicht machen.
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Und auch wenn die Nachricht also wenig an den realen Gegebenheiten ändert, dürfte sie für die mediale Realität schlussendlich doch entscheidend sein: Denn plötzlich wird der Fokus stärker auf Chinas Rolle im Ukrainekrieg gelegt, wird Pekings Propaganda-Rhetorik, wonach sie selbstlose Friedensvermittler seien, kritischer hinterfragt. Und das ist nicht nur gut so, sondern auch längst überfällig.
Denn Fakt ist: Xi Jinping möchte nicht, dass Wladimir Putin als Verlierer aus diesem Krieg hervorgeht. Dementsprechend tut die Volksrepublik China fast alles, um eine Niederlage Russlands zu verhindern. Aber, und das bleibt festzuhalten, direkte Waffen- oder Truppenlieferungen gehören nicht dazu – zumindest bislang.
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