Bundesweite Trockenheit: Bauern hoffen auf Regen
Nach viel Sonnenschein zeigen die „Dürremonitore“ der Wetterdienste landesweit Trockenheit an. Diese trifft einen gestressten Wald.
Foto: Roberto Pfeil/dpa
taz/dpa | Gelb, orange, dunkelrot – der Dürremonitor des Helmholtz Zentrum für Umweltforschung in Leipzig zeigt für Deutschland derzeit beinahe flächendeckend verschiedene Stadien der Dürre an, von „ungewöhnlich trocken“ bis hin zu „außergewöhnlicher Dürre“. Zugleich nimmt das „pflanzenverfügbare Wasser“ ab, also die Feuchtigkeit, an die Wurzeln im Boden herankommen. Laut Berechnungen des Deutschen Wetterdienstes fielen von Mitte März bis Mitte April vielerorts weniger als 10 Liter Regen pro Quadratmeter. Die Wärme, vor allem aber der Wind haben die oberen Bodenregionen ausgetrocknet. Das führt, vor allem in Gegenden mit sandigem Boden, zu einer erhöhten Gefahr von Bodenerosion und Waldbränden.
In Nordrhein-Westfalen wüten sie schon; in den vergangenen Tagen rückten die Feuerwehren zu stundenlangen Großeinsätzen aus. In den Niederlanden brannte an der Grenze zu NRW großflächig der Nationalpark De Meinweg. Und beim niedersächsischen Lohne in der Nähe von Osnabrück brannten am Dienstag 30 bis 35 Hektar Moorfläche. Laut dem Deutschen Wetterdienst herrscht vor allem im Nordosten des Landes die höchste Waldbrandwarnstufe 5. In weiten Teilen Süddeutschlands galt mindestens Warnstufe 4.
Die Trockenheit dieses Frühjahrs treffe nach zwei Dürrejahren auf einen sowieso geschwächten Wald, sagt Michael Welling, Sprecher des Thünen-Instituts aus Braunschweig. Sollte es ab Ende Mai, Anfang Juni wieder verstärkt regnen, könnten die Bäume den derzeitigen Wassermangel eventuell kompensieren. Allerdings rechnet das dem Bundeslandwirtschaftsministerium unterstellte Forschungsinstitut eher mit weiteren schweren Waldschäden und Schadholzmengen in diesem Jahr.
Auch Landwirte beobachten die Wetterlage genau: „Die Lage ist auf keinen Fall dramatisch. Regen wäre trotzdem dringend nötig“, sagt Bernhard Rüb von der Landwirtschaftskammer NRW. Nach den Erfahrungen der vergangenen beiden trockenen Jahre schauten die Bauern früher als sonst besorgt auf die Lage. „Noch so ein Dürrejahr würde für viele Betriebe ein existenzielles Problem bedeuten.“ In vielen Betrieben seien die Reserven aufgebraucht.
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen
meistkommentiert