piwik no script img

Brennende E-AutosGericht weist Millionen-Klage gegen Porsche ab

2022 sank der Autofrachter „Felicity Ace“ nach einem Brand. Die Eignerin des Schiffes und Versicherer forderten Schadenersatz von Porsche.

Porsche’s Burning: Taycan Turbo S Foto: Sebastian Gollnow/dpa

dpa/taz | Im Streit um den Untergang des Autofrachters „Felicity Ace“ hat das Landgericht Stuttgart eine Klage gegen den Sportwagenbauer Porsche abgewiesen. Die Kammer sei nach Durchführung der Beweisaufnahme nicht davon überzeugt, dass ein Porsche Taycan Ursache des Brandes auf dem Autotransportschiff gewesen sei, teilte das Gericht mit. Den Klägerinnen stünden keine Schadenersatzansprüche zu.

Geklagt hatten die Eigentümerin des Schiffes – eine japanische Reederei – und fünf Seekaskoversicherer. Sie forderten von Porsche knapp 30 Millionen Euro Schadenersatz. Ihrer Darstellung zufolge soll sich eine Lithium-Ionen-Batterie des E-Modells der Zuffenhausener selbst entzündet und so den Brand an Bord ausgelöst haben. Der Sport- und Geländewagenhersteller hatte die Vorwürfe bestritten und auch auf eine andere mögliche Brandursache verwiesen.

Im Zuge des Verfahrens wurde unter anderem ein Matrose vernommen. Die Entscheidung der Stuttgarter Richter vom 21. Mai ist nicht rechtskräftig. Ob die Klageseite Rechtsmittel einlegt, war zunächst nicht bekannt.

Frachter hatte 4.000 Neuwagen an Bord

Der rund 200 Meter lange Autofrachter „Felicity Ace“ war im Februar 2022 von Emden in die USA unterwegs, als bei den Azoren im Atlantik auf ihm ein Feuer ausbrach. Die Besatzung wurde gerettet. Das Schiff sank später aber bei einem Abschleppversuch auf eine Tiefe von rund 3.000 Metern.

An Bord hatte der Frachter fast 4.000 Autos – größtenteils Neuwagen von VW-Marken wie Audi, Bentley, Lamborghini, Seat und eben Porsche. Darunter waren auch mehr als 100 Elektroautos vom Typ Taycan.

Ein ähnliches Verfahren läuft aktuell auch in Braunschweig. Eine Entscheidung ist einem Gerichtssprecher zufolge noch nicht absehbar. Das dortige Verfahren richtet sich ebenfalls gegen Porsche – und gegen die Konzernlogistik von Volkswagen. Die Kläger fordern Schadenersatz im dreistelligen Millionenbereich. Die genaue Höhe ist strittig. Beide Klagen wurden im Frühjahr 2023 eingereicht.

Nur noch 430 – dann sind wir 50.000

Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – wir brauchen nur noch 430 Freiwillige, dann haben wir es geschafft! Setzen Sie jetzt ein Zeichen für die taz und machen Sie mit. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen

Mehr zum Thema

0 Kommentare