Bremer Senator fordert Fußball-Pause: Ulrich Mäurer will abpfeifen

Bremens Innensenator fordert, den Spielbetrieb im Profi-Fußball bundesweit einzustellen. Werder Bremen hält eine Unterbrechung nicht für zielführend.

Ein Videodisplay weist auf das Abstand halten im Stuttgarter Stadion hin.

Gut so? Stadion-Situation beim Spiel VfB Stuttgart gegen FSV Mainz 05 am 26. November 2021 Foto: dpa / Tom Weller

BREMEN taz | Der Bremer Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) fordert, den Spielbetrieb in der Deutschen Fußball Liga (DFL) zu unterbrechen. „Wir setzen die Polizeibeamtinnen und -beamten einer unnötig großen Gefahr aus, wenn wir sie mitten in der vierten Welle quer durch die Republik schicken, nur um Fußballspiele gegen gewalttätige Fans abzusichern“, sagte Mäurer laut einer Mitteilung vom Freitag.

Es gelte, in der Krise Prioritäten zu setzen, so Mäurer. „Ein Fußballspiel abzusichern, gehört definitiv nicht dazu.“ Auf der Innenministerkonferenz am Ende der Woche will er seine Kolleginnen und Kollegen überzeugen, sich dafür einzusetzen, dass die DFL den Spielbetrieb „umgehend“ unterbricht oder zumindest vorerst auf Geisterspiele beschränkt.

Wenn Werder Bremen am Freitag im Weserstadion gegen den FC Erzgebirge Aue spielt, würden laut einer Pressemitteilung des Senats keine Fans aus Regionen mit hohen Inzidenzen ins Stadion gelassen. Außerdem werde die Zuschauerzahl um 25 Prozent reduziert und der Einlass auf 2G beschränkt. Darauf einigten sich Mäurer und Werder-Präsident Hubertus Hess-Grunewald.

Eine Unterbrechung des Spielbetriebs halte der Verein aber nicht für zielführend, sagte Hess-Grunewald. „Wir bevorzugen hingegen Maßnahmen, die dazu beitragen, größtmöglichen Infektionsschutz zu bieten.“

Verständnis bei Fanclub-Vorsitzendem

Bislang gebe es keine Anhaltspunkte dafür, dass es bei Spielen im Stadion zu einem erhöhten Risiko für Zu­schaue­r:in­nen komme. Das zeigten Erkenntnisse der DFL und Erfahrungen bei den eigenen Spielen, sagt Vereinssprecher Christoph Pieper. Laut einer Umfrage unter den Clubs im September dieses Jahres habe es bei den bis dahin 73 Spielen der Saison mit rund 900.000 abgesetzten Tickets nur sechs Fälle von Kontaktverfolgung gegeben, so Pieper.

Ralf Behrend, Vorsitzender beim Werder-Fanclub Eastie Boyz Bremen, kann die Forderung des Innensenator nachvollziehen, auch wenn es ihm als Fan in der Seele Leid tut. Man könne Gas­tro­no­m:in­nen und Ein­zel­händ­le­r:in­nen nicht zumuten, dass sie kurz vor dem Lockdown stehen, während im Stadion bis zu 50.000 Zu­schaue­r:in­nen ohne Maske dicht an dicht stehen. Zwar benötige Werder die Einnahmen, aber es dürfe keine Zwei-Klassen-Gesellschaft geben. Man könne die Winterpause vorziehen, schlägt Behrend vor.

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