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Bilanz der WasserbetriebeVon Hunderten Millionen in 20 Meter Tiefe

Die Berliner Wasserbetriebe investieren so viel wie nie zuvor. Gleichzeitig steigen die Anforderungen durch Wachstum und Klimawandel.

Die Wasserbetriebe luden zur Bilanz-Pressekonferenz ins ungewohnte Umfeld eines künftigen Regenbeckens 20 Meter unter der Erde Foto: Lilli Messer

Zur Vorstellung der Jahresbilanz 2025 der Berliner Wasserbetriebe ging es am Mittwochmittag 104 Stufen hinunter in angenehme 15 Grad – rund 20 Meter unter die Chausseestraße im Bezirk Mitte, in ein künftiges Regenbecken am Abwasserpumpwerk. Gut fünf Jahre lang wurde hier gebaut. Ende 2026 soll das Becken fertig sein und die Spree jährlich um 500.000 Kubikmeter Mischwasserüberlauf entlasten.

Vor Ort erläuterten die Vorstandsmitglieder Kerstin Oster, Gesche Grützmacher und Frank Bruckmann die wirtschaftlichen und betrieblichen Kennzahlen des Unternehmens. Auch Aufsichtsratsvorsitzende und Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) war dabei.

543,7 Millionen Euro hat das Unternehmen nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr investiert – erneut ein Rekord und rund fünf Millionen Euro mehr als 2024. 2026 soll die Investitionssumme erstmals die Marke von 600 Millionen Euro überschreiten.

Dass Berliner Leitungswasser trotz hoher Investitionen günstig bleibt, ist von Senatorin Giffey zu hören: Eine handelsübliche Wasserflasche koste zwischen 80 Cent und 1 Euro, die Wasserbetriebe rechneten dagegen in Tausend-Liter-Einheiten. „Raten Sie mal, wie viel ein Liter Berliner Leitungswasser kostet: 0,0016 Euro“, sagte sie. Der Preis liege seit 2014 stabil bei 1,69 Euro pro Kubikmeter. Auch künftig wolle man die Gebühren stabil halten. Mögliche Anpassungen soll es nur in sehr geringem Umfang geben.

Infrastruktur resilienter machen

Vorstandschef Bruckmann betonte wachsende Anforderungen an das Unternehmen: „Die Hauptstadtregion wächst, unsere Umwelt verändert sich – das stellt die Wasserbetriebe vor Herausforderungen. Denen stellen wir uns und machen jeden Tag unsere Infrastruktur robuster und die Stadt resilienter.“

Wie wichtig diese Investitionen seien, habe der Stromausfall im Berliner Südwesten zu Jahresbeginn gezeigt. Während dort große Teile im Dunkeln lagen, hätten ein Wasserwerk und elf Abwasserpumpwerke in den Notbetrieb schalten können. Die Versorgung von rund 350.000 Menschen sei dadurch gesichert geblieben. „Die Ver- und Entsorgung war jederzeit sicher – selbst unter schwierigen Bedingungen“, sagte Giffey. In Notfällen sei die Wasserversorgung der Stadt für mindestens 36 Stunden gesichert.

Das Frühjahr 2025 war nach Angaben des Unternehmens das trockenste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Ein Regendefizit von 16 Prozent zwinge deshalb zur Vorsorge. So werde derzeit ein neuer Brunnenbau in der Jungfernheide vorbereitet; zudem sei eine Leitung nach Tegel in Planung. Neben der Infrastruktur investierten die Wasserbetriebe auch in ihre Belegschaft. 296 neue Mit­ar­bei­te­r*in­nen wurden 2025 eingestellt, die Zahl der Beschäftigten stieg damit auf 4.886.

Noch in diesem Jahr soll zudem ein neues Programm internationalen Fachkräften den Einstieg ins Unternehmen erleichtern: Bis zu 40 Beschäftigte sollen darüber gewonnen werden, insbesondere für die Bereiche Elektrotechnik, Ingenieurwesen und Instandhaltung im Rohrnetz.

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