: Bezirke wollen den Grillspaß nicht verderben
Anders als Hannover verfügt Hamburg kein generelles Grillverbot in Parks: In 13 ausgewiesenen Grillzonen bleibt es erlaubt. Aber Rauchen im Grünen soll nicht sein
Stadtpark: auf der Festwiese und westlich vom Planschbecken.
Außenalster: auf den Wiesen am Ost- und Westufer.
Auf der Michelwiese mit elektrischen Grillstationen.
Die Kuhle in Rissen, ebenso im Park am Yachthafen Wedel.
Der Öjendorfer Park hat mehrere Grillstellen. Ebenso das Grüne Zentrum Lohbrügges.
Im Süden: in Wilhelmsburg im Park Rotenhäuser Wettern und in Meyers Park in Harburg. Außerdem im Harburger Stadtpark am Langenbeker Weg.
Im Bezirk Nord: Im Haynspark in Eppendorf gibt es die Grillzonen Eilbektal und Dulsberg.
Das Niendorfer Gehege hat mehrere Grillplätze.
Von Kaija Kutter
Die Höflichkeit lässt aufhorchen. „Umweltbehörde bittet: Vorsicht beim Grillen in Hamburgs Parks“, teilt der Hamburger Senat mit. Die Bürger sollen in Grünanlagen Feuer wegen der Brandgefahr „am besten“ vermeiden, und „nur in ausgewiesenen Grillzonen grillen“. Gleich darunter ein Link: „Eine Auswahl der schönsten Grillplätze finden Sie hier“. Verbotsmentalität ist nichts für die grün geführte Behörde.
Ganz anders klingt die Meldung, die Hannover herausgab. Dort ist das Grillen in öffentlichen Parks seit einer Woche verboten, „angesichts der extremen Wetterlage“. Zuwiderhandlungen stellen eine Ordnungswidrigkeit dar und können mit Geldbuße geahndet werden.
Hannover bezieht sich auf sein Sicherheits- und Ordnungsgesetz (SOG). Dort steht explizit unter „Schutz öffentlicher Anlagen“, dass das Grillen in Parks „bei Brandgefahr aufgrund lang anhaltender Trockenheit untersagt“ ist. Und die gab es eindeutig. „Letzten Freitag haben wir beschlossen, das der Punkt gekommen ist, in Absprache mit der Feuerwehr“, sagt Stadtsprecher Dennis Dix.
Doch warum gibt es so ein Verbot nicht auch in Hamburg? „Es gab von ein, zwei Bezirken den Wunsch, ein Grillverbot zu erlassen. Andere Bezirke wollten das nicht“, erklärt Umweltbehördensprecher Björn Marzahn. Statt auf schwer zu kontrollierende Verbote zu setzen, appelliere man lieber an die Vernunft der Bürger.
Sie sollen aufmerksam sein und ihren Grill nur an den dafür vorgesehenen Stellen entfachen. Laut einer Liste auf hamburg.de ist dies zum Beispiel auf der Stadtpark-Festwiese oder am Schwanenwik an der Alster erlaubt. Nach dem Grillen soll die Kohle in spezielle Behälter gekippt oder mit Wasser gelöscht werden. Außerdem bittet die Umweltbehörde, beim Grillen mindestens 50 Zentimeter Abstand zu Bäumen und Sträuchern und zum Erdboden einzuhalten. Ein billiger Alu-Grill von der Tankstelle tut es also nicht, es muss ein Gerät mit Beinen sein.
„Es ist die vernünftige Lösung, auf Einsicht zu setzen“, sagt auch die Sprecherin des Bezirks Mitte, Sorina Weiland. Denn es gebe keine eindeutige Rechtsgrundlage, das Grillen zu verbieten. Nach dem Hamburger SOG wäre ein Verbot möglich, doch laut der Feuerwehr sei es noch nicht ganz so schlimm“. Zudem hätten in Hamburg viele Menschen keinen Garten, wo sie grillen könnten. „Man würde es vielen verleiden, das wäre eventuell nicht verhältnismäßig.“
Daniel Gritz, Sprecher des Bezirksamts Nord, nennt den Umgang seines Bezirks mit der Thematik eine „Positiv-Abgrenzung“: Dort, wo es eine ausgewiesene Grillzone gibt, ist Grillen erlaubt, wo es keine gibt, nicht. Zudem erteile der Bezirk derzeit keine Sondernutzungen, beispielsweise zu Geburtstagsfeiern, im Park zu grillen. „Wir werden das im Rahmen unserer personellen Möglichkeiten auch kontrollieren“, sagt er.
Der Kontrollaufwand ist wohl ein Argument, das vor einem Verbot zurückschrecken lässt. Erst recht bei einem noch heißeren Eisen: Die Umweltbehörde äußerte die „Bitte“, auch das Rauchen in Parks zu lassen. „Glasscherben und Zigarettenkippen sind die Hauptursache für Brände“, sagt Marzahn.
Andere Städte sind da rabiater. Paris hat ein Rauchverbot in Parks, ebenso Straßburg. „Auch in Amerika ist das längst üblich“, berichtet Birgit Reichel, vom Verein „Pro rauchfrei“. So ein sommerlicher Appell wäre doch „ein toller Einstieg“, findet sie. „Zumindest Teile von Hamburgs Parks sollten rauchfrei sein.“
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