piwik no script img

Berlinwahl 4: SPDRote im Regen

Bei ihrem Wahlkampfauftaktfest am Samstag blieben die Sozis unter sich.

Doch, es waren durchaus ein paar Leute ohne den kleinen Plastikumhänger da, der die SPD-Mitglieder kennzeichnete: der parteilose Finanzsenator Ulrich Nußbaum zum Beispiel. Doch überwiegend blieben die Sozis unter sich bei ihrem Wahlkampfauftaktfest, das am Samstag auf dem Wittenbergplatz im Regen ertrank. Da konnte auch die flotte Salsa-Band kein wirkliches Sommerflair erzeugen. Sie war gar nicht schlecht, aber - typisch SPD - eben auch nicht wirklich klasse. Ihre karibische Aura wurde nach wenigen Metern von einer Wolke klassisch-berlinerischem Bratwurstduft ausgebremst. Genau an der Schnittstelle stand Klaus Wowereit: Vielleicht ist es ja diese Verbindung zwischen Bratwurst und Bongos, die der Regierende Bürgermeister mit seinem Wahlslogan "Berlin verstehen" meint. Unter Schirmen versteckt und eigentlich nur an den herumschwirrenden Kameras zu erkennen, versuchten Wowereit und sein Gast, der SPD-Bundesvorsitzende Sigmar Gabriel, sich von dem Dauerregen nicht die Laune verderben zu lassen. Für das Publikum stand mangels Masse die Chance auf ein Foto mit den Politpromis gut. Eine alte Dame, elegant in Rot gekleidet, legte sogar ein kleines Tänzchen mit dem Regierenden hin - mehr Walzer als Salsa allerdings; trotzdem ergibt so viel Bürgernähe schöne Bilder für die abendlichen Lokalnachrichten. Substanzielles ist von einem Wahlkampfauftaktfest wohl auch gar nicht zu erwarten. Einzige Neuigkeit vom Regierenden: "Die Sendung mit der Maus" guckt er sonntags nicht. Schade. Die ist eigentlich ziemlich fantasievoll.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

0 Kommentare