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Bericht der Weltwetterorganisation„Weltklima im Ausnahmezustand“

Das Weltklima wird zunehmend chaotischer, warnt die Weltwetterbehörde. Erstmals enthält ihr Jahresbericht Daten zum wachsenden Energie-Ungleichgewicht.

Die elf Jahre von 2015 bis 2025 waren die heißesten Jahre seit Beginn der Messungen. Mit den steigenden Temperaturen „gerät das Erdklima zunehmend aus dem Gleichgewicht“, meldete die Weltwetterorganisation WMO in ihrem jährlichen Klimabericht. 2025 war mit 1,43 Grad Erhitzung seit der Industrialisierung das zweit- oder drittwärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen.

Erstmals berechneten die WMO-Meteorolog*innen für den Bericht, wie die Energiebilanz der Erde durch das fortlaufende Verbrennen von Kohle, Öl und Gas, das Roden von Wäldern und Trockenlegen von Mooren gestört wird. Die Energiebilanz misst, wie viel Energie die Sonne in das Erdsystem schickt und wie viel Energie es wieder verlässt. In einem stabilen Klima wäre die Bilanz ungefährlich ausgeglichen.

Durch das Verbrennen fossiler Brennstoffe und Umweltzerstörung ist das Ungleichgewicht in der Energiebilanz jedoch so hoch wie nie seit Beginn der Messungen: Die freigesetzten Treibhausgase hindern einen Teil der Energie am Verlassen des Erdsystems. Das führt zu steigenden Temperaturen und häufigeren und heftigeren Wetterextremen. „Menschliche Handlungen stören das natürliche Gleichgewicht zunehmend, und wir werden mit den Folgen für hunderte oder tausende von Jahren leben“, so WMO-Generalsekretärin Celeste Saulo.

Während die steigenden Oberflächentemperaturen nur auf ein Prozent der überschüssigen Energie zurückzuführen sind, nehmen die Ozeane der WMO zufolge 91 Prozent dieser Energie auf und erhitzen sich. Dementsprechend sind die Ozeane so warm wie nie seit Beginn der Messungen – und sie heizen sich immer schneller auf. Drei Prozent des Energieüberhangs schmelzen das Eis zum Beispiel in Grönland oder der Antarktis und treiben gemeinsam mit den heißer werdenden Ozeanen den Meeresspiegelanstieg. Fünf Prozent der überschüssigen Energie werden vom Boden gespeichert.

Guterres: „Verzug ist tödlich“

Im Bericht warnt die WMO davor, dass die steigenden Temperaturen die Verbreitung von gefährlichen Krankheiten wie Dengue-Fieber begünstigen. Der Klimawandel sei außerdem mitverantwortlich für zahlreiche Naturkatastrophen wie Überschwemmungen in Nigeria und Vietnam oder Hitzewellen in Europa und Ostasien.

„In diesem Zeitalter des Krieges enthüllt Klimastress noch eine weitere Tatsache: Unsere Sucht nach fossilen Brennstoffen destabilisiert das Klima und die Sicherheit weltweit“, sagte UN-Generalsekretär António Guterres. „Der Bericht sollte mit einem Warnhinweis kommen: Das Klimachaos beschleunigt sich und Verzug beim Klimaschutz ist tödlich.“

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