Ausbau von Stromspeichern: Da geht noch mehr
Nach steilem Wachstum stagniert der Markt der Stromspeicher. Die Branche sieht den Ausbau „noch nicht auf der Zielgeraden“.
Private und gewerbliche Investoren haben die Kapazität stationärer Batteriespeicher in Deutschland in den vergangenen fünf Jahren mehr als verfünffacht. Das geht aus Zahlen hervor, die der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) am Montag veröffentlichte. Aktuell sind Batteriespeicher mit einer Kapazität von rund 25 Gigawattstunden (GWh) und einer Leistung von gut 16 Gigawatt installiert.
Trotzdem befinde sich der Speicherausbau „noch nicht auf der Zielgeraden“, erklärt der Lobbyverband. Nach dessen Meinung sind bis zum Jahr 2030 rund 100 GWh nötig, „um die Stromversorgung in den kommenden Jahren effizient und weitestgehend auf erneuerbare Energien umzustellen“. Der jährliche Aufbau von Batteriespeichern müsse in Zukunft „mehr als verdoppelt werden“. Doch danach sah es zuletzt nicht aus: Nach Jahren eines steilen Wachstums des Speichermarktes stagniert der Zubau seit 2023. Die jährliche Neuinstallation lag nach Zahlen des Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE in den vergangenen drei Jahren relativ konstant bei rund 4 Gigawatt Speicherleistung und gut 6 GWh Speicherkapazität
Wesentliche Entwicklung waren 2025 Verschiebungen innerhalb des Speichermarktes. Während die Nachfrage nach Heimspeichern, die in der Vergangenheit rund 80 Prozent der Installationen ausmachten, gegenüber 2024 um rund 8 Prozent zurückging, berichtet der BSW-Solar bei Groß-Batteriespeichern der Megawattklasse von einer Verdoppelung des Absatzes. Auch Firmen setzen immer häufiger auf Batteriespeicher, um etwa ihren Stromeinkauf in Stunden mit hohen Börsenpreisen reduzieren zu können.
Für 2026 rechnet die Branche mit einem weiterhin guten Absatz von Großspeichern. Die Investitionsbereitschaft bei Heimspeichern dürfte stark davon abhängen, wie die Förderung für Privathaushalte künftig aussieht – also davon, in welchem Maße kleine Photovoltaikanlagen ausgebaut werden, da diese häufig mit einem Heimspeicher gekoppelt werden. Auch die künftige Förderung von Wärmepumpen dürfte sich auf den Absatz der Heimspeicher auswirken, denn das Zusammenspiel von Wärmepumpe und Batteriespeicher kann attraktiv sein, weil sich dann der Bezug von Strom aus dem Netz flexibel gestalten lässt.
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