Am 26. April 1986 explodierte nahe des ukrainischen Tschernobyl der Reaktor eines Kernkraftwerks. Der GAU gilt als bisher weltweit schwerster Unfall in einem Atomreaktor und als Geburtsmoment der Anti-Atomkraft-Bewegung. Seitdem wird die „Kernenergie“, wie sie euphemistisch auch genannt wird, mit Kritik und Protest begleitet. Die komplizierte Suche nach Endlagern, die Proteste gegen die Wiederaufbereitungsanlage in Wackersdorf, das Atommülllager in Gorleben und die Nuklearkatastrophe im japanischen Fukushima 2011 führten schließlich zu Deutschlands Ausstieg aus der Atomkraft. Am 15. April 2023 gingen die letzten drei deutschen AKWs vom Netz.
2016: Die Spiegel sind heil, die Föhns noch da. „Ich hatte gerade Haare fertig geschnitten, als die Erde bebte“, sagt Michiko Otaki. Sie und ihr Mann leben heute 40 Kilometer südlich des AKW. Vor fünf Jahren zerstörten ein Erdbeben und ein Tsunami vier Reaktorblöcke des AKW Fukushima Daiichi. Die Fotografen Guillaume Bression und Carlos Ayesta sind mit einigen ehemaligen Bewohnern hingefahren.
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Guillaume Bression und Carlos Ayesta
Ihre Fotoserie heißt „Retrace your steps“ („Eure Schritte zurückverfolgen“), zu finden mit weiteren Fotografien zu Fukushima unter: fukushima-nogozone.com. Hier im Bild: Hiroyuki Iwaki Igari in einem Restaurant. Er lebt heute 40 Kilometer südlich des AKW.
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Guillaume Bression und Carlos Ayesta
Der Boden: eine Welle. Kanoko Sato in ihrer alten Turnhalle. Bis sie hier fotografiert wurde, hatte sie die No-go-Zone, ihre Heimat, nur im Fernsehen wiedergesehen.
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Guillaume Bression und Carlos Ayesta
Kazuhiro Onuki in seinem Haus, in das er nicht zurückziehen wird. Mit seiner Familie lebt er heute in Tokio.
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Guillaume Bression und Carlos Ayesta
Spinnweben und Kirschblütendeko: In Namie, sieben Kilometer vom Fukushima-Reaktor entfernt, liegen die Waren noch im Supermarkt. „Frische Produkte“ steht auf einem Werbebanner.
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Guillaume Bression und Carlos Ayesta
Mikaze Sato und Risa Kumakura in einer Karaokebar. Das Plakat kündigt eine Veranstaltung im April 2011 an.
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Guillaume Bression und Carlos Ayesta
Chiaki Watanabe in einem Zeitschriftenladen.
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Guillaume Bression und Carlos Ayesta