Arschbombenmeisterschaften: „Man muss nicht auf dem Arsch landen“
An diesem Samstag finden in Hessen die 2. Eltviller Arschbombenmeisterschaften statt. Sigrun Breithaupt sitzt in der Jury und weiß, worauf es ankommt.
Foto: Karsten Thielker
taz: Frau Breithaupt, was ist eine richtig gute Arschbombe?
Sigrun Breithaupt: Eine richtig gute Arschbombe soll erst mal einfach nur Spaß machen. Dem, der sie macht, und denen, die zuschauen. Wir als Jury gucken: Ist die Körperhaltung gut, der Aufprall, der Splash? Wie viel wird gespritzt? Besonders wichtig sind uns Kreativität und Showfaktor, wer im Kostüm kommt, hat schon gute Karten. Letztes Jahr hatten wir einen Spiderman dabei und einen Hasen, das war sehr witzig. Und dann haben wir natürlich die Publikumsreaktion im Blick. Wie viel klatschen die, wie laut sind sie, wie viel feuern sie an?
58, ist Veranstaltungsleiterin der Stadt Eltville. Es ist ihr erstes Mal in der Jury, vergangenes Jahr hat sie moderiert.
taz: Es fließen also mehrere Faktoren in die Bewertung ein, der Splash ist ja aber nicht unwichtig. Wie setzt sich da ein Fliegengewicht gegen ein Schwergewicht durch?
Breithaupt: Wir haben eine eigene Kategorie für Jugendliche, würden uns da aber mehr Anmeldungen wünschen. Vor Ort sind es dann doch überwiegend Väter, die antreten, weil ihre Kinder unbedingt möchten, dass sie mitmachen. Teilnehmer unter 18 brauchen eine Einverständniserklärung, die gibt es auf unserer Website. Wir versuchen die jungen Leute wirklich zu erreichen, auf Social Media, mit Plakatwerbung und so weiter, aber es ist nicht so einfach. Wenn sie dann am Tag selbst spontan antreten wollen und keine Unterschrift haben, dann rufen sie ihre Mutter an und hören: „Ich bin gerade nach Wiesbaden zum Einkaufen, ich komm doch jetzt nicht nach Eltville gefahren, damit du an der Arschbombenmeisterschaft teilnehmen kannst.“ Wir bemerken aber auch grundsätzlich, dass es schwierig ist, junge Leute zu etwas zu motivieren, das Spaß macht.
taz: Wie erklären Sie sich das?
Breithaupt: Vielleicht haben sie Angst, sich vor ihren Freunden zu blamieren, bei den Frauen sind auf jeden Fall Bikinis ein Problem, die sind schnell weg, wenn man vom Drei-Meter-Turm springt. Eine Möglichkeit wäre, dass sie Kostüme tragen, da gibt es Extrapunkte.
taz: Wie muss ich mir das eigentlich vorstellen, sitzen Sie da mit Klemmbrett?
Breithaupt: Der Schwimmbadleiter, zwei seiner Kollegen und ich, wir haben Punktekarten bis 5, die wir hochhalten. Bei Gleichstand geht es ins Stechen. Es gibt da ja Figuren, einfache und schwierige …
taz: … aber landen muss man immer auf dem Arsch.
Breithaupt: Nein, nein, es heißt zwar Arschbombenmeisterschaft, aber man muss nicht auf dem Arsch landen. Es gibt zum Beispiel den Ripper (Füße zuerst, Körper langmachen, Anm. d. Red.), Small Cat (klein zusammenrollen, Knie nah am Körper), Big Cat (Arme und Beine weit machen), Yoga (in einer buddhaähnlichen Pose eintauchen). Aber am Ende geht es einfach um den Showfaktor, den Splashfaktor und die Freude. Das ist ganz wichtig.
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taz: Was kann man gewinnen?
Breithaupt: Einen Pokal. Da steht unten drauf: 2. Arschbombenmeisterschaft Eltville am Rhein.
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