piwik no script img

Armenien und RusslandGeburtstagsgrüße aus dem Kreml

Die Beziehungen zwischen Putin und Armeniens Regierungschef Paschinjan gelten als belastet. Nun hat der Kremlchef zum Geburtstag gratuliert – mit Richtungsansage.

Der armenische Premierminister Nikol Paschinjan, hier in Sankt Petersburg, Russland, im Dezember 2025 Foto: Alexander Kazakov/Sputnik/epa

dpa | Inmitten zunehmender Spannungen zwischen Moskau und Eriwan über die Annäherung Armeniens an die EU hat der Kremlchef dem armenischen Regierungschef Nikol Paschinjan zum Geburtstag gratuliert. Die Beziehungen beider Länder seien traditionell freundschaftlich geprägt, schrieb Wladimir Putin in dem auf der Kreml-Internetseite veröffentlichten Telegramm. „Und wir sind an ihrer weiteren nachhaltigen Entwicklung interessiert“, betonte er. Paschinjan wünschte er Gesundheit, Wohlergehen und Erfolg.

Die Glückwünsche sind bemerkenswert, weil Russland zuletzt viel dafür getan hat, den Erfolg Paschinjans bei den anstehenden Parlamentswahlen am 7. Juni zu sabotieren. So haben russische Behörden die Einfuhr von Blumen und einer Reihe von Lebensmitteln untersagt.

Das russische Energieministerium hat Armenien offen mit der Kündigung eines günstigen Gasliefervertrags gedroht und zuletzt berief der Kreml sogar seinen Botschafter in Eriwan „zu Konsultationen“ ein.

taz schneller googeln

Sie wollen beim Googeln taz-Texte besser finden? Dann können Sie mit einem Google-Konto die neue Funktion „bevorzugte Quellen“ nutzen. Um die taz hinzuzufügen, müssen Sie nur diesen Link anklicken und einen Haken setzen.

Sie wollen Google lieber meiden? Dann nutzen Sie doch DuckDuckGo oder Ecosia.

Armeniens EU-Annäherung ist für Moskau ein Ärgernis

Hintergrund ist die Annäherung Armeniens an die EU mit dem langfristigen Ziel eines Beitritts. Das hat in den Moskauer Führungsetagen, wo Armenien als Teil des eigenen Wirtschafts- und Militärblocks (Eurasische Wirtschaftsunion und Organisation des Rats für kollektive Sicherheit) betrachtet wird, massiven Ärger erzeugt.

Putin selbst warnte zuletzt, dass Paschinjan nicht auf zwei Stühlen gleichzeitig sitzen könne und er sich zwischen Ost und West entscheiden müsse.

Mehr noch: Armenien gehe den Weg der Ukraine, drohte er unmissverständlich bei einem Gipfel in Astana in der vergangenen Woche. Gegen die benachbarte Ukraine führt Russland seit mehr als vier Jahren Krieg – auch der Konflikt wurde damals unter anderem dadurch ausgelöst, dass die Ukraine eine Annäherung an die EU anstrebte.

Nur noch 390 – dann sind wir 50.000

Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – wir brauchen nur noch 390 Freiwillige, dann haben wir es geschafft! Setzen Sie jetzt ein Zeichen für die taz und machen Sie mit. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen

Mehr zum Thema

0 Kommentare