Arbeitsmarkt: IAB-Forscher sehen schwächsten Ausblick seit Corona
Der Irankrieg verhagelt die Aussichten auf dem Arbeitsmarkt. Laut Arbeitsmarktforschern belastet der Ölpreisschock die Beschäftigungschancen.
dpa | Arbeitsmarktforscher blicken so pessimistisch auf die Beschäftigungsaussichten in Deutschland wie seit der Coronapandemie nicht mehr. „Die Dauerkrise in der Industrie und der Ölpreisschock drücken auf die Beschäftigung“, sagte der Leiter des Forschungsbereichs Prognosen und gesamtwirtschaftliche Analysen am Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), Enzo Weber.
Das IAB veröffentlicht monatlich ein Arbeitsmarktbarometer, das neben der Beschäftigung auch eine Prognose zur Entwicklung der Arbeitslosigkeit abgibt und auf einer Umfrage unter allen deutschen Arbeitsagenturen zu deren Erwartungen basiert. Das Barometer kam im April wie im Vormonat auf einen Wert von 99,4 Punkten. Ein Wert von 100 Punkten gibt eine neutrale Entwicklung am Arbeitsmarkt an, 110 wäre eine besonders gute, 90 eine besonders schlechte Entwicklung.
Arbeitslosigkeit dürfte weiter steigen
Die Komponente zur Vorhersage der Beschäftigung in Deutschland sank um 0,2 Zähler auf die neutrale Marke von 100 Punkten. Sie lag damit auf dem schwächsten Stand außerhalb der Coronapandemie, so das IAB.
Die Komponente zur Vorhersage der Arbeitslosigkeit signalisiere zudem eine steigende Arbeitslosigkeit. Als Grund hätten in der Befragung 20 der 146 Arbeitsagenturen den Irankrieg und die Folgen genannt.
Die Arbeitslosenquote in Deutschland lag im März bei 6,4 Prozent. Die Zahl der Arbeitslosen war zwar mit der allgemeinen Frühjahrsbelebung gegenüber dem Vormonat Februar um 49.000 auf 3,021 Millionen Menschen gesunken, war aber höher als zum selben Zeitpunkt des Vorjahres. An diesem Donnerstag legt die Bundesagentur für Arbeit (BA) die Arbeitsmarktzahlen für April vor.
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