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Appell an die Studierenden

Pen-Zentrum Schriftsteller für Erhalt von Wandgedicht an der Alice-Salomon-Hochschule

Das PEN-Zentrum Deutschland hat sich für den Erhalt des umstrittenen Liebesgedichts „Avenidas“ des Lyrikers Eugen Gomringer an einer Fassade der Alice-Salomon-Hochschule in Berlin ausgesprochen. Die PEN-Präsidentin Regula Venske forderte die Leitung der Hochschule sowie die Studierenden dazu auf, sich mit allem Nachdruck für den Erhalt und damit für die Freiheit des dichterischen Wortes einzusetzen, wie das Zentrum am Dienstag in Darmstadt mitteilte.

In einem offenen Brief hatte sich der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) der Berliner Hochschule im vergangenen Jahr dafür ausgesprochen, das Gedicht von der Fassade zu entfernen (taz berichtete). Es sei sexistisch. Das spanische Gedicht des in Bolivien geborenen 92-jährigen Schweizer Lyrikers Gomringer war 2011 mit dem Poetik-Preis der Hochschule ausgezeichnet und anschließend an die Fassade der Hochschule gemalt worden. Das kurze Gedicht handelt von einem „Bewunderer“, der sich Alleen, Blumen und Frauen anschaut.

Venske nennt das Handeln des AStA „barbarischen Schwachsinn“. Eine Hochschule mit den Schwerpunkten Erziehung und Bildung könne nicht mit Zensur dem gesellschaftlichen Auftrag für Erziehung und Bildung nachkommen, kritisierte sie. Stattdessen appellierte sie an die Studierenden, sich für „Vernunft und Verstand und Wertschätzung von Freiheit und Schönheit“ einzusetzen.

Ende Juli hat die Hochschule als Reaktion auf die Diskussion über das Gedicht einen Aufruf zur Neugestaltung der Fassade veröffentlicht. (epd)

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