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Anti-Nazi-Festival macht weiter„Jamel rockt den Förster“ einigt sich im Pacht-Streit

Das Festival „Jamel rockt den Förster“ hat sich nach langem juristischen Tauziehen mit der Gemeinde geeinigt – auf 5.000 Euro Pacht.

Das war kurz vor knapp: In wenigen Tagen soll es mit der traditionellen Ticketverlosung für das Anti-Nazi-Festival „Jamel rockt den Förster“ losgehen. Dabei lagen Veranstalter und Gemeinde immer noch im Clinch um die Pacht für die Gemeindeflächen, die das Festival schon seit mehr als zehn Jahren nutzt.

Im vergangenen Jahr hatte die Gemeinde dafür plötzlich Pachtzahlungen von 8.000 Euro gefordert. Darum hatte sich ein langer Rechtsstreit entsponnen. Nun hat man sich vor dem Verwaltungsgericht auf eine Zahlung von 5.000 Euro geeinigt – für dieses und die Folgejahre, wie mehrere Medien übereinstimmend berichten.

Damit ist das Fortbestehen des Festivals gesichert. Die plötzliche Pachtforderung war nicht nur von den Veranstaltern als politisch motivierte Schikane wahrgenommen worden. Immerhin hatte man die Flächen, gemeindeeigene Wiesen rund um den alten Forsthof, der als Veranstaltungszentrum dient, vorher kostenfrei nutzen dürfen.

Im Dorf Jamel haben sich seit den 90er-Jahren Rechtsextreme und Neonazis angesiedelt. Das von dem aus Hamburg zugezogenen Künstlerpaar Birgit und Horst Lohmeyer begründete Forstrock-Festival versucht – mit viel prominenter Unterstützung – dagegenzuhalten.

Einfluss von rechts

Der Beschluss der Gemeindevertretung Pacht zu erheben, war auch dem wachsenden Einfluss der Rechten zugeschrieben worden. Offiziell begründete Bürgermeisterin Christina Wandel ihn mit der knappen Kassenlage. Das Verwaltungsgericht Schwerin teilte mit, dass es gegen die Erhebung einer Pacht grundsätzlich keine rechtlichen Bedenken sähe – unabhängig davon, ob es sich bei der Veranstaltung um eine politische Versammlung handle oder nicht.

Mit der Anmeldung als politische Versammlung hatten die Veranstalter zunächst versucht, das Festival vor den Pachtforderungen zu schützen. Daraufhin hatte allerdings der Landkreis als Versammlungsbehörde eine Reihe von kaum zu erfüllenden Auflagen erlassen. Dabei ging es unter anderem um ein flächendeckendes Alkoholverbot, aber auch Vorschriften zu Ordnern, Wegen und Vorabanmeldungen der auftretenden Bands, die den Charakter des Festivals grundlegend verändert hätten.

Um beide Ebenen – die Pachtzahlungen einerseits und die Versammlungsauflagen andrerseits – entspannen sich dann langwierige gerichtliche Auseinandersetzungen bis in die nächste Instanz vor dem Oberverwaltungsgericht.

Zumindest die Auseinandersetzung um die Pacht ist mit diesem Vergleich nun erledigt. Den Veranstaltern ging es dabei nach eigenem Bekunden auch darum, sich vor künftigen willkürlichen Pachtsteigerungen zu schützen.

Das diesjährige „Jamel rockt den Förster“ ist aufgrund der Wahl in Mecklenburg-Vorpommern auf den 4. und 5. September gelegt worden. Die Tickets werden verlost, weil es in jedem Jahr mehr Interessenten als Platz gibt. Das Line-Up bleibt wie immer bis zur letzten Minute geheim.

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1 Kommentar

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  • Der unverblümten Versuche der Stadt, das Festival definitiv einzustampfen sind endgültig gescheitert. Spätestens ab jetzt ist es eine Institution und lebt 100 Jahre - sto lat!