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Anschlag in AfghanistanTote nach Taliban-Angriff

Bei der Explosion einer Autobombe sind in Kabul über 100 Menschen verletzt worden. Die Taliban reklamierten die Tat für sich.

dpa | Nach dem Autobombenanschlag in der afghanischen Hauptstadt Kabul sind rund um die angegriffene Wohn- und Büroanlage für Ausländer Proteste ausgebrochen. Hunderte Menschen hätten erst gefordert, dass Einrichtungen für Ausländer in Gebiete verlegt würden, die von Wohngegenden weit entfernt seien, berichtete der lokale TV-Sender ToloNews am Dienstag.

Wenig später seien sie in die stark geschützte Anlage vorgedrungen und hätten Teile in Brand gesetzt. Auslöser der Proteste war ein schwerer Autobombenanschlag am späten Montagabend (Ortszeit), bei dem mindestens 16 Menschen getötet wurden.

Das so genannte „Green Village“ für Ausländer war in diesem Jahr bereits im Januar Ziel eines Anschlags. Damals starben nach offiziellen Angaben vier Menschen, mehr als 100 wurden verletzt. Beide Angriffe reklamierten die radikalislamischen Taliban für sich. Bei beiden Anschlägen wurden zudem die umliegenden Wohnhäuser schwer beschädigt.

Auf Bildern in sozialen Medien waren mehrere Rauchsäulen zu sehen, die in der Gegend aufstiegen. Auch Gewehrfeuer war zu hören. Die Kabuler Polizei teilte mit, Sicherheitskräfte seien vor Ort, um für Ordnung zu sorgen.

Auf dem stark gesicherten Wohngelände mit Büros für Ausländer sind unter anderem mehrere internationale Nichtregierungsorganisationen untergebracht, darunter auch die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ).

Der Anschlag in der Nähe des „Green Village“ war der 18. größere Angriff in der Hauptstadt Kabul seit Januar. Bei den vorherigen 17 wurden nach Behördenangaben fast 200 Menschen getötet und fast 900 verletzt. Zu den Angriffen hatten sich zum Teil die Taliban, zum Teil die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bekannt.

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