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Ärger bei Arsenal LondonMesut Özil als beleidigte Leberwurst

Lange führte der Arsenal FC die Premier League souverän an. Nach dem 3:6-Debakel gegen Manchester City sind es nur noch zwei Punkte. Die Nerven liegen blank.

BERLIN taz | Um die Laune von Per Mertesacker stand es nicht zum Besten, so viel ist gewiss, denn seine Mannschaft, Tabellenführer Arsenal London, Gunners genannt, war gegen Verfolger Manchester City mit 3:6 mächtig unter die Räder gekommen. Das Team von Arsène Wenger trottete mit hängenden Schultern zu den Fans, um sich wie immer für deren Unterstützung zu bedanken. Nur einer wollte nicht mit: Mesut Özil.

In England ist das ein mittelschweres Vergehen, für das Arsenal-Kapitän Mertesacker kein Verständnis hatte. Im Stile eines Moralpredigers schimpfte er Özil aus. Er sagte ihm deutliche Worte, und mit dem Zeigefinger fuchtelte er dem Landsmann vor der Nase herum. Man kann sich vorstellen, was für Worte gefallen sind: Hey, wir verdienen so viel Kohle, da wird es wohl nicht so schwer sein, auch nach einer bitteren Niederlage die paar Schritte in die Kurve zu gehen. Doch Özil zog wie ein trotziger Schulbub davon.

Später dann sah er nach einigen Stunden der Selbstreflexion ein, dass er einen Fehler gemacht hatte. „Sorry“, teilte Özil den Fans am Samstagabend auf seiner Facebook-Seite mit: „Ihr seid großartig zu mir gewesen und habt die lange Anreise auf euch genommen und eine Menge Geld ausgegeben, um uns zu unterstützen. Ich war aber einfach sauer und enttäuscht über das Ergebnis. Nichtsdestotrotz hätte ich in die Kurve kommen und mich bedanken sollen“, schrieb Özil schuldbewusst.

Den mitgereisten Fans Anerkennung zu zollen – Mertesacker beispielsweise warf sein Trikot in die Menschenmenge – ist nun mal die feine englische Art und „eine große Tradition bei Arsenal. Auch bei Niederlagen und Unentschieden“, schrieb Özil weiter – und erhielt daraufhin über 100.000 Likes.

Was Per Mertesacker allerdings von der Geste seines Teamkollegen Jack Wilshere hielt, der einigen Fans der Citizens den Mittelfinger zeigte, ist nicht bekannt. Bestimmt hat er ihn im Kabinentrakt ähnlich gestenreich belehrt wie Mesut Özil auf dem Platz.

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